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11.01.2010
 

Öko-Kampagne

Bahn will Windkraft-Strom für ICE-Züge

ICE 3 (Designstudie): Die Bahn will Ende 2011 die ersten von 15 neuen ICE einsetzenZur Großansicht
DPA

ICE 3 (Designstudie): Die Bahn will Ende 2011 die ersten von 15 neuen ICE einsetzen

Die Bahn will ihr Öko-Image weiter aufpolieren und sechs ICE-Züge ein Jahr lang nur mit Ökostrom aus Windenergie antreiben. Greenpeace kritisiert die Aktion. Der Konzern nutze nach wie vor zu einem erheblichen Teil "extrem dreckigen" Strom aus Kernenergie und Kohle.

Flottes Reisen, das ist mit Klimaschutz kaum vereinbar. Wer sich bequem von A nach B transportieren lässt, ganz gleich mit welchem Verkehrsmittel, verschlechtert immer seine persönliche CO2-Bilanz. Wer dennoch möglichst klimaschonend unterwegs sein möchte, der nimmt den Bus - oder die Bahn. Etwa 43 Gramm pro Kilometer und Person beträgt nach Angaben des Umweltbundesamtes der CO2-Ausstoß eines elektrisch angetriebenen Zuges. Im Vergleich: Ein moderner Pkw stößt in der Regel weit über hundert Gramm CO2 pro Kilometer aus.

Jetzt will die Deutsche Bahn ihre CO2-Bilanz noch weiter aufbessern und setzt dabei auf Windenergie: Fast zwei Jahrzehnte lang will das Unternehmen den Windpark von Märkisch Linden zur Stromerzeugung nutzen. Damit fahren, so die Rechnung der Bahn, umgerechnet sechs moderne ICE-3-Züge ein Jahr lang ausschließlich mit erneuerbarer Energie.

"Mit dem Strombezug aus der Windfarm erhöhen wir den Anteil regenerativer Energien am Bahnstrom-Mix", sagte Bahnchef Rüdiger Grube in Berlin bei einer Veranstaltung mit dem Chef des Uno-Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep). Damit würde das Unternehmen seine "ambitionierten Klimaschutzziele" unterstreichen, so Grube.

Lokomotivführer werden in energiesparender Fahrweise geschult

Der Windpark liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich Berlins und gehört dem Bremer Energieversorger Swb. Der Vertrag sieht den Angaben zufolge eine Laufzeit von 19 Jahren und einen jährlichen Strombezug von rund 59 Gigawattstunden (GWh) vor. Der durchschnittliche Jahresverbrauch eines ICE 3 betrug im vergangenen Jahr rund zehn GWh bei einer Laufleistung von etwa 500.000 Kilometer.

Nach Angaben der Bahn stammten im Jahr 2008 16 Prozent des Bahnstrom-Mixes aus erneuerbaren Energien. Bis 2020 will das Unternehmen den Anteil auf 30 Prozent erhöhen. Ziel sei es, die spezifischen CO2-Emissionen aller Verkehrsmittel im Konzern weltweit zwischen 2006 und 2020 um 20 Prozent zu senken.

Dabei helfen soll auch Energie-Einsparung: Seit 2002 hat die Bahn rund 19.000 Lokomotivführer in der Praxis der energiesparenden Fahrweise geschult. Seit Start des Programms habe man sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr mehr als 280.000 Tonnen CO2 eingespart. Dank der Drehstromtechnik, die in modernen Triebzügen und Lokomotiven eingebaut ist, werde die Bewegungsenergie des Zuges beim Bremsen in Strom zurück in die Oberleitung eingespeist - das entspreche einer Ersparnis von rund 820 GWh im Jahr 2008.

"Von einem großen Wurf kann keine Rede sein"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bewertet den Vorstoß der Bahn jedoch kritisch: Das Unternehmen verschleiere mit seinen Ankündigungen zum Einkauf von Windstrom, wie viel Energie der Konzern noch immer aus herkömmlichen Energieträgern beziehe. Der Konzern nutze nach wie vor zu einem erheblichen Teil "extrem dreckigen" Strom aus Kernenergie und Kohle, so Greenpeace.

Während der Anteil an erneuerbaren Energien am Bahnstrom-Mix zwischen 2006 und 2008 leicht zugenommen hat, ist auch der Anteil an fossilen Brennstoffen leicht gestiegen - vor zwei Jahren betrug deren Anteil im Energiemix noch knapp 60 Prozent.

"Von einem großen Wurf beim Klimaschutz kann mit diesem halbherzigen Einstieg in die Windenergie noch keine Rede sein", sagte der Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling. Während die Bahn an der einen Stelle den Einkauf von Windstrom ankündige, lasse sie an anderer Stelle ein Kohlekraftwerke errichten. "Damit zeigt die Bahn beim Klimaschutz leider ihr wahres Gesicht", so Böhling.

cib/AP/AFP

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insgesamt 27 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.01.2010 von etmal: Bahn fährt mit Windstrom

Ich wünschte mir, daß der Redakteur die volksverdummenden Äußerungen von Bahn- und Greenpeace-Chef relativieren würde. Fakt ist physikbedingt: WIND und PV machen leider keinen Sinn, da sie Sklaven brauchen und konsolidiert dann [...] mehr...

12.01.2010 von uralte Morla: Perpetuum ICE

Wie, moment? Ich dachte, die windräder stehen auf den zügen und werden durch den fahrtwind angetrieben... Das nennt sich "ökodynamik" und soll wohl nach dem willen des BMU und der Grünen demnächst die thermodynamik [...] mehr...

12.01.2010 von uralte Morla: Ja ja...an bäumen

Trifft nat. nur auf AKW´s zu... Während sone WKA plötzlich "aus heiterem himmel" auf´m feld steht. Und alles in der umgebung duftet plötzlich nach rosen. ---Zitat--- So schlau sind die Lehrer anscheinend nicht, [...] mehr...

12.01.2010 von uralte Morla: Solarzellen..."veredelter sand"

Ganz im gegensatz zu windkraftanlagen...die bekanntlich sehr wohl auf bäumen wachsen. Genau wie solarzellen. Ach halt, nee, da war doch noch was...genau: eine normale fotovoltaikzelle produziert ja während ihrer lebensdauer nur [...] mehr...

12.01.2010 von Andree Barthel: *

Mir ist schon klar, dass der Strom, den die Windräder erzeugen, nicht direkt an die Züge gehen, sondern ins Stromnetz der Bahn eingespeist werden. Vielleicht habe ich mich ein wenig missverständlich ausgedrückt, jedoch sagt der [...] mehr...

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