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28.05.2010
 

Erfolgreicher Test

US-Militär lässt Hyperschall-Geschoss fliegen

Von Markus Becker

"X-51A": Hyperschall-Geschoss absolviert Erstflug
Fotos
USAF

Die US-Luftwaffe hat erstmals einen Hyperschall-Flugkörper erfolgreich getestet. Zwar flog die X-51A "Waverider" nur 200 Sekunden lang mit fünffacher Schallgeschwindigkeit. Doch die Militärs schwärmen schon jetzt von einer neuen Ära - und von der Aussicht auf blitzschnelle Angriffe.

Washington - Die Lobeshymnen könnten kaum überschwänglicher ausfallen. Man sei "verzückt" ("ecstatic") über den ersten Hyperschallflug der X-51A, sagte Charlie Brink von der US-Luftwaffe. Man habe nicht nur einen neuen Weltrekord aufgestellt. "Dieser Sprung in der Triebwerkstechnologie ist gleichbedeutend mit dem Schritt vom Propeller zum Jet-Triebwerk."

Was war geschehen? Die U.S. Air Force hat am Mittwoch den Experimental-Flugkörper mit der Bezeichnung X-51A "Waverider" fliegen lassen, und das einigermaßen erfolgreich. Die Maschine wurde von einem B-52-Bomber in eine Höhe von 15 Kilometern gebracht, ausgeklinkt und von einer Feststoffrakete auf 4,8fache Schallgeschwindigkeit beschleunigt. Dann wurde der herkömmliche Treibsatz abgeworfen und der sogenannte Scramjet der X-51A gezündet. Er ließ das Geschoss rund drei Minuten lang mit mehr als Mach 5 durch die Atmosphäre donnern.

Dann habe sich eine "Anomalie" ereignet, sagte Brink, der das X-51A-Programm an der Wright-Patterson-Luftwaffenbasis im US-Bundesstaat Ohio leitet. Der Test wurde abgebrochen, die X-51A stürzte vorzeitig in den Pazifik. "Unsere Ingenieure analysieren jetzt die Daten, um die Ursache des Problems zu finden", sagte Brink. "Kein Test ist perfekt." Vor den Testflügen der restlichen drei X-51A-Exemplare, die im Herbst stattfinden sollen, werde man den Fehler finden.

In den Scramjet-Antrieb setzen Militärs und Raumfahrtingenieure enorme Hoffnungen. Der "Supersonic Combustion Ramjet" ("Überschall-Verbrennungs-Staustrahltriebwerk") besitzt praktisch keine beweglichen Teile und nutzt den Effekt, dass die Luft bei hohen Fluggeschwindigkeiten mit enormer Gewalt in den Einlass gepresst wird. Auf Schaufelräder, die in herkömmlichen Strahltriebwerken zur Verdichtung der Luft benutzt werden, kann deshalb verzichtet werden.

Globale Angriffe in kürzester Zeit

Ein Scramjet macht so Geschwindigkeiten möglich, die konventionelle Triebwerke niemals aushalten würden - und die es den Militärs erlauben würden, jedes Ziel auf der Welt binnen kürzester Zeit zu treffen. Entsprechend erfreut äußert sich die Air Force über die Dauer des X-51A-Flugs von 200 Sekunden. Zuvor habe die Bestmarke bei nur zwölf Sekunden gelegen. Im April war dagegen der Test einer Hyperschall-Drohne, des "Hypersonic Technology Vehicle 2" (HTV-2), gescheitert: Die Air Force verlor kurz nach dem Start den Kontakt mit dem unbemannten Flieger.

Derartige Systeme spielen in Barack Obamas Vision einer atomwaffenfreien Welt nicht nur eine wichtige Rolle - sie machen die Vision des US-Präsidenten erst denkbar. Sie basiert auf einer einfachen Erkenntnis: Die atomare Abschreckung der USA hat seit dem Ende des Kalten Krieges ihre Wirkung weitgehend verloren.

Mit ihrer nuklearen Keule könnten die Amerikaner zwar theoretisch jeden Feind binnen Minuten vollständig vernichten. Allerdings: Dass die USA als Antwort auf einen Terroranschlag Teheran auslöschen, erscheint ebenso wenig denkbar wie die nukleare Vernichtung Pekings, sollte China in Taiwan einmarschieren. Das unvorstellbare Vernichtungspotential moderner Atomwaffen, so spotten Militärfachleute, führe längst zur "nuklearen Selbstabschreckung".

Auch die nicht-nuklearen Waffen im US-Arsenal sind für die modernen asymmetrischen Konflikte nicht besonders gut geeignet. Mit Grausen erinnern sich Militärs an den 20. August 1998, als man glaubte, Osama Bin Laden in einem Trainingscamp seines Terrornetzwerks al-Qaida aufgespürt zu haben. US-Kriegsschiffe im Persischen Golf feuerten "Tomahawk"-Marschflugkörper ab. Als die knapp 900 km/h schnellen Geschosse zwei Stunden später endlich im Ziel einschlugen, war der Terrorpate längst verschwunden. Man hatte Bin Laden um eine Stunde verpasst, räumte der damalige amerikanische Anti-Terror-Chef Richard Clarke ein.

Die Suche nach dem Atomraketenersatz

Es muss also eine neue Waffe her - eine, die wie eine Interkontinentalrakete jedes Ziel auf dem Globus binnen Minuten erreichen kann, ohne aber die ungeheure Zerstörungskraft einer Atomwaffe zu entfalten. Dieses Ziel hatte schon US-Präsident George W. Bush vor Augen, als er zum Entsetzen der restlichen Welt die Entwicklung "einsetzbarer" Atomwaffen von geringer Sprengkraft forderte. Die Pläne wurden wieder verworfen, doch der Bedarf blieb bestehen.

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Die neuesten Beiträge:
31.05.2010 von Willie: -

Es ist ja auch falsch, was sie da behaupten. Schade, dass sie das nicht wissen. Eine Frage der Bildung. Auch wieder daneben. Es ging auch nicht um Bewertungsstufen von Sklaverei. Sie haetten es vielleicht gerne so, [...] mehr...

31.05.2010 von Willie: -

Ah, ein ganz Schlauer, der relativieren moechte.;-) Zu ihrer Information: 1. Ich bin Deutsch gebuertig und BW gedient. Mein Vater meine Onkel kaempften in der Wehrmacht. Mein Vater sogar bis zum 10. Mai 45. Sogar gegen die [...] mehr...

31.05.2010 von ratbag: .

Ich denke nun haben die Medien und die gesamte Weltöffentlichkeit das vorgehen der Israelis bemerkt! mehr...

30.05.2010 von tystie: Hyperschwachsinn

"Dass die USA als Antwort auf einen Terroranschlag Teheran auslöschen, erscheint ebenso wenig denkbar wie die nukleare Vernichtung Pekings, sollte China in Taiwan einmarschieren." Warum nicht? Was sollte Massenmörder, [...] mehr...

30.05.2010 von ratbag: .

Hier sind sie im Irrtum. Die TAZ hat das schon am 26.05, die ND am 28. "mitbekommen" http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/800-helfer-nach-gaza-aufgebrochen/ [...] mehr...

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