Von Gregor Peter Schmitz, Washington
Das US-Militär setzt immer öfter auf leise Killer. Rund 20 "Predator"-Drohnen fliegen derzeit ständig über das bergige Gelände Afghanistans - doppelt so viele wie vor einem Jahr. Sie können bis zu 40 Stunden in der Luft bleiben und ihre Ziele mit "Hellfire"-Präzisionsraketen bekämpfen, zum Beispiel wenn westliche Truppen in Feuergefechte verwickelt werden. Oder wenn Aufständische Straßenbomben platzieren wollen.
Auch die Modelle MQ-9 "Reaper" und die riesige "Global Hawk" mit ihren 40 Metern Flügelspannweite kreisen beständig über dem Land. Insgesamt 185.000 Flugstunden waren Drohnen im vergangenen Jahr im Irak und in Afghanistan im Einsatz - dreimal so lange wie 2006. Bald sollen es schon 300.000 Flugstunden pro Jahr sein.
Doch die Superwaffen sind störanfällig. Unfallberichte des US-Verteidigungsministeriums zeigen: Systemstörungen, Computerfehler und menschliches Versagen kommen beim Drohneneinsatz häufig vor.
38 "Predator"- und "Reaper"-Drohnen sind im Kampfeinsatz in Afghanistan und im Irak schon abgestürzt, neun weitere bei Testflügen auf Militärbasen in den USA. Jeder Absturz kostet zwischen 3,7 und 5 Millionen Dollar. Insgesamt gibt die US-Luftwaffe 79 Drohnen-Unglücke zu, die jeweils mindestens eine Million kosteten.
Mindestens drei "Predator" sind allein im Jahr 2010 in Afghanistan vom Himmel gefallen. In den über WikiLeaks veröffentlichten Afghanistan-Protokollen taucht auch ein Bericht darüber auf, dass im September 2009 eine "Reaper"-Drohne über einer menschenleeren Gegend im Norden Afghanistans zerstört werden musste - weil die Satellitenverbindung zum Kommandozentrum abgebrochen war. Ein "Reaper" kostet rund 13 Millionen Dollar.
Offenbar wurden bei ihrem Einsatz ernste Probleme ignoriert, weil alles so schnell gehen musste. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und dem hastigen Beginn des Afghanistan-Feldzugs war die neue Waffe sofort gefragt: "Die Drohnen waren damals gar nicht fertig für den Kriegseinsatz", sagt Travis Burdine, Manager der Air Force Unmanned Aircraft Systems Task Force. "Wir hatten keine Zeit, Probleme auszubügeln."
"Fußpatrouille, um den Vogel zu retten"
Pannenflüge, die Sorge um das wertvolle Fluggerät, die Gefahren beim Bergungsversuch - all dies sind die dunklen Seiten des Drohnenkampfes, den US-Militärs sonst nur in höchsten Tönen preisen.
Der ehemalige Oberbefehlshaber Stanley McChrystal hat die Drohnen "außerordentlich effektiv" genannt. CIA-Direktor Leon Panetta sagte gar, sie seien das wichtigste Mittel im Kampf gegen al-Qaida. Präsident Barack Obama hat ihren Einsatz massiv ausgebaut.
Die US-Geheimdienste haben für den Krieg per Fernsteuerung fast freie Hand erhalten - der Präsident muss nicht mehr jeden Angriff abnicken. Die Grundlage bildet ein Erlass, den schon George W. Bush unterzeichnet hat und der die rasche Tötung vermeintlicher Terroristen erlaubt.
Ein geheimer Lagebericht aus dem Regionalkommando Ost belegt, wie problematisch sich manche Drohnen-Missionen entwickeln: "17. Oktober 2009: Um etwa 1300 erhielt die afghanische Nationalarmee Informationen, dass ungefähr 20 Aufständische sich von ihrer Position in einem ausgetrockneten Flussbett nach Süden bewegten. Um etwa 14.00 Uhr wurde (die Aufklärungsdrohne) 'Raven' gestartet und flog direkt bis zu unserem Stützpunkt. Wir sahen keinen Feind im Flussbett." Doch dann gibt es offenbar Schwierigkeiten beim Flug des Spähers: "Während der 'Raven' ungefähr 300 Meter vom Stützpunkt entfernt umkehren wollte, verlor er plötzlich an Höhe und stürzte ab."
Absturz führt fast immer zu gefährlichen Bergungsaktionen
Nicht nur der Verlust der wertvollen Hardware macht US-Militärs Sorgen. Gerade die kleineren Aufklärungsdrohnen sind vollgepackt mit hochkomplexer Computerelektronik. Sie sind eine Art fliegende Datenbank, die dem Feind nicht in die Hände fallen soll. Mehrere Typen, auch der "Predator", verfügen über eine sogenannte Zero-out-Funktion, mit der sich alle Daten per Fernsteuerung löschen lassen. Doch das Sicherungssystem versagt, wenn die Verbindung zwischen Kommandozentrum und Drohne unterbrochen ist. Um dem Feind keine wertvollen Informationen zu überlassen, mündet deshalb beinahe jeder Drohnenabsturz in eine aufwendige Bergungsaktion.
Nicht immer gelingen die Bergungsversuche so gut. Als am 22. August 2008 eine kanadische Drohne drei Kilometer entfernt vom Militärstützpunkt Masum Ghar abstürzte, versuchten die Soldaten, einen Bergungstrupp zusammenzustellen. Doch der brauchte gar nicht erst auszurücken. Innerhalb von 22 Minuten war die Absturzstelle komplett abgeräumt, alle Überreste waren von Einheimischen beiseite geschafft.
Selbst wenn die Drohnen keine Pannen haben, können sie Verwirrung auslösen. Sie liefern schon jetzt Hunderte Stunden Video jeden Tag aus Afghanistan - doch die Militärs verfügen gar nicht über die Software, um die Bilder sinnvoll zu sichten. Schon im kommenden Jahr sollen die Drohnen mit 30 Kameras gleichzeitig filmen können. David Deptula, für diese Fragen bei der US-Luftwaffe zuständig, sagt: "Wir könnten schon bald in Daten ertrinken."
Außerdem fliegt die Angst vor Hackern immer mit. Im Dezember 2008 entdeckten US-Militärs Kopien von "Predator"-Videos auf dem Laptop eines schiitischen Militanten im Irak. Er hatte sich in Live-Aufnahmen aus der Drohne eingehackt. Der Preis der Software, die er dafür benötigte: 26 Dollar.
Auf anderen Social Networks posten:
Man baut eine Drohne - weil Drohnen ja angeblich billiger als bemannte Flugzeuge sind - deren Gewicht und Abmessungen in MiG-29sche Bereiche vordringen. Auf der anderen Seite sieht man ja bei allen 5th-Gen-Vögeln recht schnell wie [...] mehr...
[QUOTE=Hemul;5944601] Vielleicht hätten sie aufmerksamer lesen sollen, denn ich schrieb: "Sofern wir weiter in Afghanistan kämpfen wollen, sollte auch die Bundeswehr den Einsatz von Drohnen massiv ausweiten. Das spart kosten [...] mehr...
Und was hat das jetzt mit dem Thema Drohnen zu tun? Ich verstehe den Zusammenhang nicht. mehr...
...der "Krieg" nach Deutschland kommen würde ? entweder in schlimmster Form durch Selbstmordattentate oder in "gemilderter" Form durch Bomben legen z.B. an einer Autobahnbrücke oder Eisenbahngleisen, mal [...] mehr...
[QUOTE=KilianKlaiber;5943254] ... und spart Kosten!? Sagen Sie mal, geht´s noch? Ich habe noch eine bessere Sparmöglichkeit gefunden... nämlich, diesen Blödsinn ganz zu lassen. Das spart wirklich Leben und Geld. Wir [...] mehr...
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