A380-Probleme Haarrisse kosten Airbus hundert Millionen Euro

Die Haarrisse an den Flügeln des Airbus-Großraumflugzeugs A380 werden den Mutterkonzern EADS nach SPIEGEL-Informationen deutlich stärker belasten als bislang vermutet - mit mindestens einer Million Euro pro Maschine. Das Problem soll nun bis Sommer endgültig gelöst werden.

Der Airbus A380 bei der Paris Air Show 2012 am Flughafen Le Bourget
REUTERS

Der Airbus A380 bei der Paris Air Show 2012 am Flughafen Le Bourget


Berlin - Der Vorzeigeflieger von Airbus hat ein Problem: An mehreren A380-Maschinen sind Haarrisse an Klammern festgestellt worden, die die sogenannten Flügelrippen mit der Außenfläche der Flügel verbinden. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat deswegen angeordnet, dass alle Maschinen dieses Typs überprüft werden müssen. Nach SPIEGEL-Informationen, die auf Berechnungen von Branchenkennern und Airbus-Insidern zurückgehen, dürften die Inspektionen dem Unternehmen Zusatzkosten von bis zu hundert Millionen Euro bescheren.

Allein für die 69 bereits ausgelieferten Flugzeuge summiert sich der Aufwand demnach auf rund 70 Millionen Euro - unter anderem für Kontrollen und Reparaturarbeiten an den schadhaften Teilen oder für die Bereitstellung von Ersatzjets für betroffene Airlines. Hinzu kommen Ausgaben für mindestens ein Dutzend weitere Maschinen, die in den nächsten Monaten ausgeliefert werden. Sie werden noch nach derselben Methode produziert wie die bisherigen Modelle.

Für Check und Reparatur müssen die Fluggesellschaften mehrere Tage einrechnen. Die Arbeiten werden von dem Hersteller komplett übernommen. Die betroffenen Klammern helfen, eine aerodynamische Form der Tragfläche zu garantieren. Insgesamt 4000 gibt es davon in einer A380 - gerade mal eine Handvoll pro Maschine weisen laut Airbus im Schnitt feine Risse an der Unterseite auf.

Laut Airbus sind sowohl Material- als auch Fertigungsfehler Ursache der Risse. Vom Sommer an sollen modifizierte Bauteile zur Verfügung stehen, die nicht anreißen können. Die Flügel werden im walisischen Werk Broughton produziert.

Teuer wird vermutlich auch die Modifizierung bereits im Bau befindlicher Tragflächen. Ein Airbus-Sprecher wollte sich zur Höhe der Zusatzkosten nicht äußern, kündigte aber eine "dauerhafte technische Lösung" des Flügelproblems bis zum Sommer an. Bei EADS will sich vor der Bilanzpressekonferenz am 8. März niemand zu dem Thema äußern.

Airbus: Risse sind keine Sicherheitsgefahr

Airbus hatte stets betont, dass die im Januar bekanntgewordenen Risse keine Sicherheitsgefahr darstellten. Ursprünglich sollten nur 20 Maschinen zur Zwangskontrolle, die bereits höheren Belastungen ausgesetzt waren und schon mindestens 1300 Flüge absolviert hatten. Die übrigen der derzeit 68 von den Airlines eingesetzten A380 waren ausgenommen. Dann hatte die EASA den Kreis der zu überprüfenden Maschinen aber doch erweitert.

Betroffen von den Problemen sind die Fluggesellschaften Qantas und Singapore Airlines sowie drei Testflugzeuge von Airbus. Auch die Lufthansa sowie die Fluggesellschaften Emirates, China Southern, Korean Air Lines und Air France-KLM haben die A380 im Einsatz.

Qantas hatte außerdem eine weitere Art von Rissen in A380-Tragflächen entdeckt, die nach Angaben der EASA nichts mit den bisher bekannten zu tun haben. Bei diesen Fehlern handele es sich um unkritische Haarrisse, erklärte ein Airbus-Sprecher. Qantas will das Problem dennoch sofort reparieren lassen und die Maschine bis zum Abschluss der Arbeiten am Boden lassen.

Auch Airbus-Konkurrent Boeing hatte zuletzt weitere Probleme mit seinem Vorzeigemodell "Dreamliner" gemeldet: Das Skelett, dass den Rumpf Festigkeit verleiht, war an einigen Stellen nicht richtig montiert worden. Es bestehe jedoch kein Grund zur Sorge, beteuerte Marketingchef Randy Tinseth: "Die Reparaturen werden nur einige Tage dauern, nicht Monate."

chs/dpa



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insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
workingclassloser 12.02.2012
1. oh wie schade
Zitat von sysopREUTERSDie Haarrisse an den Flügeln des Airbus-Großraumflugzeugs A380 werden den Mutterkonzern EADS nach SPIEGEL-Informationen deutlich stärker belasten als bislang vermutet - mit mindestens einer Million Euro pro Maschine. Das Problem soll nun bis Sommer endgültig gelöst werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,814771,00.html
hätten die mal die russen gefragt, die bereits vor 70 jahren haltbare großraumflugzeuge entwickelt hatten. naja, dank eu-subventionen werden die spezialschlaumeier das kind schon schaukelt. ach, von wem bekommt die eu eigentlich das geld... *kopfkratz
ronald1952 12.02.2012
2. ein Ingenieur lernt schon während
Zitat von sysopREUTERSDie Haarrisse an den Flügeln des Airbus-Großraumflugzeugs A380 werden den Mutterkonzern EADS nach SPIEGEL-Informationen deutlich stärker belasten als bislang vermutet - mit mindestens einer Million Euro pro Maschine. Das Problem soll nun bis Sommer endgültig gelöst werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,814771,00.html
seines Studiums,falls er aufpasst eines,die Pysikalischen Gesetzte also die Gesetzte der Mechanik kann man nicht überlisten.Irgendwann ist einfacht schluß mit Gigantismus.Es geht hier nicht um einspaarung von Sprit,hier geht es darum Kasse zu machen.Spätestens wenn der erste 380 runtergefallen ist ,wir das aus kommen.Aber dann ist es zuspät und zwar für die Menschen die dabei zu Schaden gekommen sind.Aber im Grunde, wenn intressieren schon ein paarhundert Menschen gegen den fortschritt der Technik?Legt man eben ein paar Millionen als Schmerzensgeld drauf und fertig. schönen Tag noch,
Michael KaiRo 12.02.2012
3. Risse sind doch normal
Ha, ha, ha! "Risse sind doch normal", tönten einige Foristen vor wenigen Wochen noch hier herum. Merkwürdig, dass es die EASA und selbst Airbus ein wenig anders sehen ;)
wakaba 12.02.2012
4.
Zitat von ronald1952seines Studiums,falls er aufpasst eines,die Pysikalischen Gesetzte also die Gesetzte der Mechanik kann man nicht überlisten.Irgendwann ist einfacht schluß mit Gigantismus.Es geht hier nicht um einspaarung von Sprit,hier geht es darum Kasse zu machen.Spätestens wenn der erste 380 runtergefallen ist ,wir das aus kommen.Aber dann ist es zuspät und zwar für die Menschen die dabei zu Schaden gekommen sind.Aber im Grunde, wenn intressieren schon ein paarhundert Menschen gegen den fortschritt der Technik?Legt man eben ein paar Millionen als Schmerzensgeld drauf und fertig. schönen Tag noch,
Flugerprobung mit zahlenden Gästen. Der 380 wurde sinnlos und zusammenhanglos optimiert. Da hat keiner mehr den Ueberblick ob das Ding in seiner Summe noch sicher ist. Das Teil bröckelt bereits nach 200 Starts und Landungen - Erfahrung sagt das es nicht besser werden wird. Sie die Flieger werden also überdurschnittlich oft runterfallen. Also werd ich mich nicht reinsetzen.
Nordlicht123 12.02.2012
5. kleine note...
Zitat von workingclassloserhätten die mal die russen gefragt, die bereits vor 70 jahren haltbare großraumflugzeuge entwickelt hatten. naja, dank eu-subventionen werden die spezialschlaumeier das kind schon schaukelt. ach, von wem bekommt die eu eigentlich das geld... *kopfkratz
..." super-mega-spezialschlaumeier" bitte, so viel zeit muss sein ;-) überall experten, excel, powerpoint etc. , ganz großes kino...
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