Absicherung durch Atomkonzerne SPD fordert Milliardenfonds für Endlagersuche

Wer soll die Suche nach einem Endlager für Atommüll und dessen Bau bezahlen, wenn ein Atomkonzern pleitegeht? Die SPD will vorbauen: Sie dringt auf einen zehn Milliarden Euro schweren Fonds der Atomkonzerne - um die neue Endlagersuche finanziell abzusichern.

Besucher in Gorleben (im Dezember 2011): Geldsorgen
dapd

Besucher in Gorleben (im Dezember 2011): Geldsorgen


Berlin/Hamburg - Die SPD fordert einen einen zehn Milliarden Euro umfassenden Fonds der Atomkonzerne. Der Fonds soll verhindern, dass bei einer möglichen Zahlungsunfähigkeit eines Energieversorgers finanzielle Entsorgungsverpflichtungen für hoch radioaktiven Atommüll nicht mehr geleistet werden können, heißt es in einem Eckpunktepapier der SPD-Bundestagsfraktion, das der Deutschen Presse-Agentur nach eigenen Angaben vorliegt.

Für die Endlagersuche, die in diesem Jahr beginnen soll, wird einschließlich der untertägigen Erkundungen ein Zeitraum von 20 Jahren veranschlagt. Hinzu kämen 15 bis 20 Jahre für ein Planfeststellungsverfahren und den Bau des Endlagers. Das würde bedeuten, dass das Endlager nicht vor 2045 zur Verfügung stehen würde.

Bis 2022 will die Regierung den letzten der noch neun deutschen Atommeiler abschalten lassen, bis zur Einlagerung im Endlager wird der Müll in Zwischenlagern deponiert.

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Neustart fürs Endlager: Die Suche nach dem Endlager
Der seit 35 Jahren favorisierte Standort Gorleben in Niedersachsen soll nach dem Willen der SPD-Fraktion ganz ausscheiden, da die Auswahl nicht primär unter Sicherheitsaspekten erfolgt, sondern vor allem politisch motiviert gewesen sei.

Der designierte neue niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP) will hingegen, dass Gorleben weiter erkundet wird. Bis heute gebe es keine Erkenntnisse, die gegen die Eignung sprächen, sagte er am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Er tue sich schwer damit, "einfach einen Standort, den man angefangen hat zu erkunden, jetzt auszuschließen". Auch Bund und Länder wollen bei dem Neustart Gorleben bisher im Rennen lassen. Hier wurden seit 1977 bereits 1,6 Milliarden Euro investiert.

Die SPD dringt zudem auf eine Einlagerung in tiefe geologische Schichten, da der stark strahlende Atommüll für eine Million Jahre sicher abgeschirmt werden müsse. Eine rückholbare Lagerung, wie sie mache Experten fordern, scheide aus: "Das Risiko des Missbrauchs der hochaktiven atomaren Abfälle muss in die unberechenbare gesellschaftliche Zukunft hinein so klein wie möglich gehalten werden." Eine umfassende Bürgerbeteiligung sei zwingend erforderlich für den Erfolg der Suche.

Bund und Länder wollen bis zum Sommer ein Endlager-Suchgesetz erarbeiten. Bis 2014 sollen mehrere Standorte festgelegt werden, die in einem mehrjährigen Prozess erkundet werden. Die SPD schlägt vor, fünf Standorte in die engere Auswahl zu nehmen und anschließend die beiden besten Optionen untertägig zu erkunden. Allerdings steht aktuell kein Geld für die Suche zur Verfügung.

boj/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
Gebetsmühle 03.01.2012
1. überfällig!!!
Zitat von sysopWer soll die Suche nach einem Endlager für Atommüll und dessen Bau bezahlen, wenn ein Atomkonzern pleitegeht? Die SPD will vorbauen: Sie dringt auf einen zehn Milliarden Euro schweren Fonds der Atomkonzerne -*um die neue Endlagersuche finanziell abzusichern. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,806937,00.html
diese "idee" ist eine forderung, die hier in diesem forum schon seit jahren gestellt wird. schön dass es die spd auch endlich merkt. es wird zeit, dass es diesen fonds endlich gibt. die atomkonzerne sollten dort 90% ihrer gewinne einzahlen und trotzdem wirds nicht reichen, die kosten der endlagerung für die näxten 1 mill. jahre auch nur ansatzweise abzumdecken.
kabelfritze 03.01.2012
2. Huch!
Zitat von sysopWer soll die Suche nach einem Endlager für Atommüll und dessen Bau bezahlen, wenn ein Atomkonzern pleitegeht? Die SPD will vorbauen: Sie dringt auf einen zehn Milliarden Euro schweren Fonds der Atomkonzerne -*um die neue Endlagersuche finanziell abzusichern. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,806937,00.html
Wenn das man was wird. die Atomkonzerne haben sich die letzten Jahrzehnte fest darauf verlassen, dass diese Kosten vom Steuerzahler getragen werden.
mitbestimmender wähler 03.01.2012
3. Endlager gehören an die Seidenstrasse oder nach Afrika
Zitat von sysopWer soll die Suche nach einem Endlager für Atommüll und dessen Bau bezahlen, wenn ein Atomkonzern pleitegeht? Die SPD will vorbauen: Sie dringt auf einen zehn Milliarden Euro schweren Fonds der Atomkonzerne -*um die neue Endlagersuche finanziell abzusichern. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,806937,00.html
Es gibt genug unbewohnte Gebiete auf der Welt wo es sichere Lagerstätte gäbe (An der Seidenstrasse oder in Afrika), da braucht es keine Milliarden Suche in Europa. Nur die Förderung dieser Neuen Branche mit modernster Technik in diesen Ländern und damit Förderung ihrer Wirtschaft.
uran-235 03.01.2012
4. Nö nö
Zitat von kabelfritzeWenn das man was wird. die Atomkonzerne haben sich die letzten Jahrzehnte fest darauf verlassen, dass diese Kosten vom Steuerzahler getragen werden.
Auch wenn das in Ihre Ideologie nicht hineinpasst, die EVU haben die Endlagersuche in Gorleben zu ca. 95 % bezahlt. Nachzulesen auf der Seite des BMU.
m a x l i 03.01.2012
5. Milde Gabe
Zitat von kabelfritzeWenn das man was wird. die Atomkonzerne haben sich die letzten Jahrzehnte fest darauf verlassen, dass diese Kosten vom Steuerzahler getragen werden.
Ich will Sie nicht gern enttäuschen, aber es bleibt dabei, dass die Kosten vom Steuerzahler getragen werden. Die 10 Milliarden Euro wären nur ein symbolischer Beitrag. Teilen Sie mal 10 Milliarden Euro durch eine Million Jahre (für eine einfache und optimistische Rechnung) und dann durch 365 Tage! Das reicht nicht mal, um einem mutterseelenalleinen, einzigen Wachmann ein ordentliches Gehalt zu zahlen - höchstens für eine warme Mahlzeit pro Tag, damit der arme Mann nicht verhungern muss. Wenn nach ein paar Jahren die ersten Fässer anfangen durchzurosten und umgefüllt werden müssen, muss der Wachmann seine Verwandten um Geld anpumpen oder herumfragen, ob nicht jemand ein paar ausrangierte Gurkenfässer übrig hat. Laut Artikel wurden bereits 1,6 Milliarden Euro in die Endlagerung investiert. Das hat ausgereicht, um genau Null Gramm Atommüll für Null Sekunden endzulagern. Das sollte uns einen Eindruck geben, wieweit wir mit 10 Milliarden Euro kommen.
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