"Ady Gil" Hightech-Boot von Walfanggegnern gesunken

Nach der Kollision mit einem japanischen Walfangschiff glaubten die Aktivisten der Tierschutzorganisation Sea Shepherd, ihr Hightech-Boot noch retten zu können. Doch weil immer mehr Wasser die "Ady Gil" durchflutete, mussten sie die Hoffnung aufgeben - das Boot ist jetzt gesunken.

Hightech-Boot "Ady Gil": Rettung nicht mehr möglich
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Hightech-Boot "Ady Gil": Rettung nicht mehr möglich


Von dem futuristischen Trimaran "Ady Gil", der angeblich zwei Millionen Euro kostete, war nach der Kollision mit einem japanischen Walfänger am Mittwochkaum mehr als Schrott übrig. Der Bug des Wasserfahrzeugs, das einst unter dem Namen "Earthrace" so schnell wie kein anderes Wasserfahrzeug die Erde umrundete, wurde bei dem Crash abgerissen, und die "Ady Gil" war so nicht mehr seetauglich.

Jetzt, zwei Tage später, liegt das Hightech-Boot auf dem Boden des südlichen Ozeans". Es war nicht mehr zu retten, weil immer mehr Wasser eingedrungen war. Die Aktivisten hatten versucht, den Trimaran zu einer französischen Forschungsstation in der Antarktis zu schleppen. Bevor das Boot unterging, konnte die Besatzung offenbar Öl und Treibstoff immerhin noch abpumpen.

Nach dem Zwischenfall sagte Peter Hammarstedt, der Erste Offizier des Schiffs "Bob Barker", das ebenfalls der Tierschutzorganisation Sea Shepherd gehört: "Wir werden niemals aufgeben. Wir haben keine andere Wahl, als die Verfolgung der Walfangflotten wieder aufzunehmen."

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Sea Shepherd gegen Walfänger: Walkrieg in der Antarktis
Die "Bob Barker" hat inzwischen mit einem zweiten Schiff der Meeresschutzbewegung Sea Shepherd namens "Steve Irwin" die Verfolgung der Walfänger fortgesetzt.

Das Schnellboot war am Mittwoch rund 2500 Kilometer südlich der australischen Insel Tasmanien mit dem japanischen Walfangbegleitschiff "Shonan Maru 2" zusammengestoßen. Dabei wurde der Bug des Bootes, das 2008 den Weltrekord für die schnellste Weltumrundung eingefahren hatte, abgetrennt. Walfänger und Tierschützer machten sich gegenseitig für die Kollision verantwortlich.

Die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd ist für ihre rüden Methoden bekannt - allerdings bestreitet der Gründer und Präsident der Organisation, Paul Watson, dass bei den Einsätzen seiner Aktivisten jemals Menschen mutwillig verletzt wurden.

cib/dpa/AFP/APD



insgesamt 18 Beiträge
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Jordan Sokoł 08.01.2010
1. Alternative Angriffsstrategien?
Zitat von sysopNach der Kollision mit einem japanischen Walfangschiff glaubten die Aktivisten der Tierschutzorganisation Sea Shepherd, ihr Hightec-Boot noch retten zu können. Doch weil immer mehr Wasser die "Ady Gil" durchflutete, mussten sie die Hoffnung aufgeben - das Boot ist jetzt gesunken. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,670741,00.html
Jetzt haben sie mit ihrer von Emotionen beherrschten An- griffslust leider auch noch zur Verseuchung der Tiefsee beigetragen. Ist es wirklich nicht möglich eine besonnene Angriffs- strategie so vorzubereiten, daß derartige Havarien ver- mieden werden können?
Rainer Girbig 08.01.2010
2. Zum Dritten
Zitat von sysopNach der Kollision mit einem japanischen Walfangschiff glaubten die Aktivisten der Tierschutzorganisation Sea Shepherd, ihr Hightec-Boot noch retten zu können. Doch weil immer mehr Wasser die "Ady Gil" durchflutete, mussten sie die Hoffnung aufgeben - das Boot ist jetzt gesunken. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,670741,00.html
Ich weiß nicht wozu man hier noch einen dritten Diskussionsstrang benötigt, wo doch in den ersten beiden noch wild herumdiskutiert wird. Gleichwohl: Nun werden sie einen Gang zurückschalten müssen bevor die erhöhten Spendengelder die Anschaffung eine weiteren Renners ermöglichen, den sie dann wieder zu Schrott fahren können.
norbertr 08.01.2010
3. Ich spende!
Sea Shepherd handelt völlig legitim, wenn sich die internationale Staatengemeinschaft nicht dazu aufraffen kann, das illegale Wildern der Japaner in einem Walschutzgebiet zu unterbinden. Dieses Engagement muss unterstützt werden. Deswegen werde ich Sea Shpeherd finanziell unterstützen!
Jordan Sokoł 08.01.2010
4. Fangbereitschaft lahmlegen
Zitat von Rainer GirbigIch weiß nicht wozu man hier noch einen dritten Diskussionsstrang benötigt, wo doch in den ersten beiden noch wild herumdiskutiert wird. Gleichwohl: Nun werden sie einen Gang zurückschalten müssen bevor die erhöhten Spendengelder die Anschaffung eine weiteren Renners ermöglichen, den sie dann wieder zu Schrott fahren können.
Hallo Rainer Girbig, klassische Wahlfänger hätten die Fangbereitschaft des Dick- schiffs mit ihrer aus heutiger Sicht überholt erscheinenden Ausrüstung wirksamer unterbinden können!
Kleptomane 08.01.2010
5. Es ist gar keine Anschaffung weg
Zitat von Rainer GirbigIch weiß nicht wozu man hier noch einen dritten Diskussionsstrang benötigt, wo doch in den ersten beiden noch wild herumdiskutiert wird. Gleichwohl: Nun werden sie einen Gang zurückschalten müssen bevor die erhöhten Spendengelder die Anschaffung eine weiteren Renners ermöglichen, den sie dann wieder zu Schrott fahren können.
In der Fotogalerie ist zu lesen, dass der Trimaran von einem Gönner aus Hollywood zur Verfügung gestellt wurde. Aber wie auch immer: ich finde es sehr schade um den Trimaran und der damit einhergehende Beeinträchtigung der Möglichkeiten weiter gegen die Walfänger vorzugehen
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