Aerographit: Forscher entwickeln leichtestes Leichtgewicht

Es besteht aus einem Netzwerk poröser Kohlenstoffröhrchen und ist dennoch äußerst stabil: Deutsche Forscher haben ein ultraleichtes Material entwickelt, das äußerst leitfähig ist - und in Batterien zum Einsatz kommen könnte.

Leichtgewicht Aerographit unter dem Elektronenmikroskop: "Es wiegt fast nichts" Zur Großansicht
DPA/ TUHH/ Karl Schulte

Leichtgewicht Aerographit unter dem Elektronenmikroskop: "Es wiegt fast nichts"

Hamburg/Kiel - Sie nennen es Aerographit: Eine extrem geringe Dichte von 0,2 Milligramm je Kubikzentimeter hat das leichteste Material der Welt, das Wissenschaftler um Rainer Adelung (Universität Kiel) und Karl Schulte (TU Hamburg) entwickelt haben. Über das Leichtgewicht berichten die Forscher im Fachmagazin "Advanced Materials".

Bei Aerographit handelt sich um ein Netzwerk aus porösen Kohlenstoffröhrchen, die dreidimensional auf Nano- und Mikroebene ineinander verwachsen sind. "Es wiegt fast nichts", sagte Rainer Adelung. "Es ist auch leitfähig und lässt sich leicht zusammendrücken."

Das Aerographit könnte beispielsweise für Batterien und Kondensatoren verwendet werden. Eine Feder ist ein schwerer Brocken verglichen mit dem neuen Leichtgewichts-Rekordler.

Andere ultraleichte Materialien

Leicht und zugleich multifunktional - das schaffen immer mehr moderne Materialien. Im vergangenen November etwa präsentierten Wissenschaftler um Tobias Schaedler von der HRL Laboratories Limited Liability Company in Malibu einen ultraleichten Vertreter, der nicht nur zur Wärmeisolierung, zur Schalldämmung oder als Bestandteil von Batterien dienen kann.

Anders als bisher verwendete ultraleichte Materialien - spezielle Metall- oder Polymerschäume und Gele - soll er auch äußerst stabil sein. Nach Angaben der Forscher ist er nicht schwerer als Luft. Als ultraleicht gelten Materialien, deren Dichte unter zehn Milligramm pro Kubikzentimeter liegt.

Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science" berichten, besteht das neue Material aus einem feinen Gitternetz einer Nickel-Phosphor-Verbindung. Es besteht zu 99,99 Prozent aus Luft, so dass es auf einer Pusteblume liegen kann, ohne sie zu zerstören. Finanziert wurde die Entwicklung von Schaedler und seinen Kollegen, für die die Forscher ein Patent eingereicht haben, von der Forschungsabteilung des Pentagon, der Darpa.

nik/dpa

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