Militärtransporter Bundeswehr zweifelt an Absturzursache des A400M

Bislang galten Softwareprobleme der Triebwerke als Auslöser des fatalen Crashs von Sevilla. Nach SPIEGEL-Informationen zweifeln Experten der Bundeswehr jedoch an dieser These - sie fürchten ein grundsätzlicheres Problem.

REUTERS

Die Zulassungsprüfer der Luftwaffe zweifeln daran, dass die Ursache für den Absturz eines A400M-Militärtransporters am 9. Mai in Sevilla gefunden sei. Der Hersteller Airbus nannte ein Softwareproblem in der Steuereinheit der Triebwerke als mögliche Ursache und bot allen Kunden einen Test zur Identifizierung der fehlerhaften Programmierung an. Beim deutschen A400M und einem Modell der Franzosen zeigte diese Analyse keine Fehler an. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 22/2015
Die fröhliche Fehlbarkeit des Papstes

Bei der Luftwaffe fürchtet man nach Informationen des SPIEGEL trotzdem ein grundsätzlicheres Problem des Flugsteuerungssystems, das noch entdeckt werden müsse. So gehen die Techniker davon aus, dass bei dem von Airbus beschriebenen Programmierfehler, durch den die Triebwerke widersprüchliche Befehle bekommen, die Schubleistung auf der bereits erreichten Stufe bleibt. Bei der Unglücksmaschine von Sevilla aber fielen offenbar mehrere Triebwerke direkt nach dem Start komplett aus.

Auch im Verteidigungsministerium ist man skeptisch, was die Unfallursache angeht: "Der kausale Zusammenhang mit dem Absturz kann derzeit nicht bestätigt werden", heißt es in einem vertraulichen Bericht über das Unglück. Eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs mit dem einzigen deutschen A400M ist damit in weite Ferne gerückt, denn die Luftwaffenführung will auf jeden Fall den offiziellen Untersuchungsbericht der spanischen Behörden abwarten.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Seite 1
chjuma 22.05.2015
1. Skepsis
ist immer gut. Ich hoffe die Fachleute bleiben dran und lassen sich nicht von der Politik dazwischen quatschen.
herjemine 22.05.2015
2. Mein neues Rüstungsprojekt:
Um gleich mehrere Missstände bei der Bundeswehr zu beheben, habe ich mich heute daran gemacht in meinem CAD-Programm Flugtransportpanzer zu entwickeln. Klar, allzu grosse Güter können sie nicht bewegen, aber das grösste Transportgut, Panzer, bewegen sie ja schon, und zumindest dürfte es auf jeden Flug für ein paar BW-Angehörige oder eben neue Sturmgewehre von hier nach Afganistan oder, ja liebe Freunde, auch nach Norwegen zu transportieren, da ich das Ladevolumen um den Platzbedarf sechser Zinksärge zu decken als Grundlage meiner Planungen nehme. Frau Von der Leyen sowie die Herren der DPW ( Deutsche PanzerWerke) dürfen mich gerne kontaktieren, bevor mir die Chinesen, äh Russen, wollte sagen: die USA die Pläne klauen. Sollte weder das eine noch das andere eintreten, verkauf ich anderen Falls an Monaco oder Lichtenstein!
kabian 22.05.2015
3. Ein grundsätzliches Problem des Militärs mit der Wirtschaft
Also haben die Spanier nur geraten? Erstaunlich das die Bundeswehr offiziell widerspricht. Beim G36 wird Korruption oder zumindest Vetternwirtschaft vermutet. Hier geht das wohl auch in die Richtung der Beziehungen zwischen Wirtschaft und Militär.
pussinboots 22.05.2015
4.
"So gehen die Techniker davon aus, dass bei dem von Airbus beschriebenen Programmierfehler, durch den die Triebwerke widersprüchliche Befehle bekommen, die Schubleistung auf der bereits erreichten Stufe bleibt" Das klingt plausibel. Also liegt der Fehler nicht in den FADECS sondern ganz woanders. So wie es ein Forist in einem anderen Thread schon dargelegt hat.
JüZe 22.05.2015
5. Zuverlässigkeit ist möglich!
Ich will meine alte Tante Ju wieder haben. Noch heute fliegen die gemütlich über den Alpen hin und her. Oder eine Weiterentwicklung der Me 323 Gigant, da passt dann auch ein Panzer rein ;-)
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