RWE-Beschluss Atomkraftwerk Biblis soll abgerissen werden

Das Atomkraftwerk Biblis soll verschwinden: Der Energiekonzern RWE will den Abbau der stillgelegten Reaktoren beantragen. Damit scheint eine Versiegelung des AKW vom Tisch.

AKW Biblis (Mai 2011): RWE favorisiert Abriss
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AKW Biblis (Mai 2011): RWE favorisiert Abriss


Biblis - Das stillgelegte Atomkraftwerk im südhessischen Biblis soll abgerissen werden. Vorprüfungen hätten ergeben, dass dieser Schritt einem sicheren Einschluss, auch Versiegelung genannt, vorzuziehen sei, teilte der Betreiber RWE am Freitag mit. Das Unternehmen kündigte an, bei der hessischen Genehmigungsbehörde den Abbau der Anlage zu beantragen. Die beiden Atomreaktoren Biblis A und B, 1974 und 1976 errichtet, waren im vergangenen Jahr nach dem Beschluss zum Atomausstieg endgültig vom Netz gegangen.

Der Antrag soll in der zweiten Jahreshälfte eingereicht werden. Eine abschließende Entscheidung über die tatsächliche Stilllegung könne es allerdings erst nach der Genehmigung geben, die "mehrere Jahre" in Anspruch nehmen werde. Unabhängig von dem Antrag will RWE aber weiterhin die Rechtmäßigkeit der gesetzlich angeordneten Stilllegung des Atomkraftwerks prüfen lassen.

Nach früheren Prognosen könnte der von allen Landtagsparteien geforderte Rückbau 2016 beginnen. Das hessische Umweltministerium begrüßte die Ankündigung des Betreibers. "Dass RWE dem direkten Abbau den Vorzug gegenüber dem sicheren Einschluss gibt, ist ein wichtiges Signal", erklärte Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU). Das Genehmigungsverfahren für den Rückbau des Atomkraftwerks werde voraussichtlich mehrere Jahre dauern.

Das AKW Biblis, das über zwei Reaktorblöcke verfügt, galt als eines der unsichersten Atomkraftwerke Deutschlands. In einem im Mai 2011 veröffentlichten Bericht der Reaktorsicherheitskommission hieß es etwa, Biblis A und B hätten keinen "nachgewiesenen baulichen Schutz" vor Flugzeugabstürzen. Auch in der Pannenstatistik des Bundesumweltministeriums tauchten die Biblis-Reaktoren weit vorn auf. Zuvor hatte ein ehemals in dem AKW beschäftigter Techniker über teils chaotische Zustände berichtet.

mbe/dpa/dapd

insgesamt 3 Beiträge
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crocodil 11.05.2012
1. Jetzt
kann sich ja wieder die Bundesregierung mit ein paar Millionen -oder Milliarden - daran beteiligen. Besser hier investiziert als Griechenland noch weitere Millionen zu geben.
jeykey2000 12.05.2012
2. Verursacherprinzip
Atomkraftwerke sollten grundsätzlich abgebaut werden und nicht etwa versiegelt werden. Dies sollte auch grundsätzlich nach dem Verursacherprinzip geschehen und zu vollen Lasten des Betreibers gehen, schließlich haben die damit Milliarden verdient! Wer was riskantes baut, muß auch mit abgesichertem Risiko dafür haften und notfalls den Rückbau finanzieren können, ansonsten dürften keinerlei Baugenehmigungen erteilt werden.
m a x l i 12.05.2012
3. Verschwinden?
Zitat von sysopDPADas Atomkraftwerk Biblis soll verschwinden: Der Energiekonzern RWE will den Abbau der stillgelegten Reaktoren beantragen. Damit scheint eine Versiegelung des AKW vom Tisch. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,832701,00.html
Wer ein Atomkraftwerk in der Nähe hat, sollte eventuell bald mal ein paar Fotos davon machen. Lange wird dazu nicht mehr Gelegenheit sein. Vielleicht sind die Fotos mal was wert. Und wer weiß...? Nach allem, was man hier so zu lesen bekommt, und mit ein klein wenig Lebenserfahrung wäre ich nicht extrem überrascht, wenn dann in ein paar Jahren (dann wenn wir etwas klarer sehen, welche Folgen und Kosten die paar Jahre Kernenergienutzung uns hinterlassen haben und wir anfangen uns zu fragen, wer uns das alles eingebrockt hat) Hannoververdruss und wie sie alle heißen hier in den Foren immer noch aktiv sein werden und Stein und Bein schwören, dass es Atomkraftwerke nie gegeben hat und alle andersartigen Behauptungen nur eine linksgrüne Verschwörung sind. In so einem Falle könnten sich ein paar Beweisfotos sehr nützlich machen.
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