Französisches AKW Zehn Arbeiter in Cattenom verstrahlt

Reaktor Nummer zwei im französischen AKW Cattenom ist seit Mitte April außer Betrieb - doch genau dort sind jetzt bei einem Zwischenfall zehn Arbeiter radioaktiv belastet worden. Laut Betreiber sei das jedoch "ohne Folgen" für die Gesundheit.

AKW Cattenom (im Februar 2012): 750 Störfälle seit 1986
REUTERS

AKW Cattenom (im Februar 2012): 750 Störfälle seit 1986


Bei einem Zwischenfall im französischen Atomkraftwerk Cattenom sind diese Woche zehn Mitarbeiter leicht verstrahlt worden. Das nahe der Grenze zu Deutschland und Luxemburg gelegene Kraftwerk teilte am Freitag im seinem wöchentlichen Rundschreiben mit, es handle sich um Mitarbeiter einer externen Firma. Diese seien an einer Baustelle am Reaktor Nummer zwei eingesetzt gewesen. Bei den Männern sei eine leicht erhöhte Belastung mit Radioaktivität gemessen worden. Diese, so Betreiber EDF, sei jedoch "ohne Folgen" für die Gesundheit der Betroffenen. Der betroffene Reaktor ist seit Mitte April außer Betrieb.

Es seien zwar über den Mund radioaktiv belastete Partikel in den Körper der Mitarbeiter gelangt, doch liege die Belastung unterhalb der zulässigen Grenzwerte, versicherte EDF. Es werde nun untersucht, woher die radioaktiven Partikel stammten. Die zuständige Atomsicherheitsbehörde ASN sei informiert worden. Ein ASN-Vertreter hatte Ende April gesagt, der Schutz vor Radioaktivität sei "ein Schwachpunkt" in Cattenom. Das Kraftwerk müsse Verbesserungen vornehmen, um den Vorgaben der ASN zu entsprechen.

Diskussion über Laufzeit

In der Vergangenheit hatte es wiederholt Zwischenfälle in dem AKW gegeben, das wegen seiner Lage nahe der Grenze auch in Deutschland für Besorgnis sorgt. So hatte im vergangenen Sommer ein Transformator gebrannt. Die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) bezeichnete Cattenom vergangenes Jahr als "Pannen-AKW" und erklärte, wegen der wiederholten Zwischenfälle sei es "höchste Zeit", das Kraftwerk vom Netz zu nehmen.

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Simulation: So könnte eine Nuklearkatastrophe aussehen
Luxemburg und die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland hatten auch zuvor die Abschaltung gefordert - weil das AKW aus ihrer Sicht durch den EU-Stresstest gefallen war. Der Saarländische Umweltminister Reinhold Jost rechnete vor, Cattenom habe seit 1986 750 Störfälle gemeldet.

Andererseits hat Cattenom im vergangenen Jahr mehr Strom produziert als in den Vorjahren - laut Jahresbericht des Betreibers EDF insgesamt 31 Milliarden Kilowattstunden. Das "Luxemburger Tageblatt" hatte im März berichtet, AKW-Direktor Guy Catrix könne sich vorstellen, dass die Reaktoren noch weitere 32 Jahre laufen. Das wären dann insgesamt 60 Jahre.

chs/AFP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 89 Beiträge
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der_durden 10.05.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSReaktor Nummer zwei im französischen AKW Cattenom ist seit Mitte April außer Betrieb - doch genau dort sind jetzt bei einem Zwischenfall zehn Arbeiter radioaktiv belastet worden. Laut Betreiber sei das jedoch "ohne Folgen" für die Gesundheit. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/akw-cattenom-arbeiter-bei-zwischenfall-in-atomkraftwerk-verstrahlt-a-968656.html
Das ist wirklich interessant. "Keine Folgen für die Gesundheit"? Das ist ein Witz oder? Man weiß über die Wirkung der Radioaktivität vor allem, dass man bei Exposition eben nicht vorhersagen kann, wer, wann und ob man krank wird.
ir² 10.05.2014
2.
Zitat von sysopREUTERSReaktor Nummer zwei im französischen AKW Cattenom ist seit Mitte April außer Betrieb - doch genau dort sind jetzt bei einem Zwischenfall zehn Arbeiter radioaktiv belastet worden. Laut Betreiber sei das jedoch "ohne Folgen" für die Gesundheit. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/akw-cattenom-arbeiter-bei-zwischenfall-in-atomkraftwerk-verstrahlt-a-968656.html
Ohne die Äquivalentdosis zu nennen, ist der Beitrag Sinn frei. Wie üblich bei SPON wenn es um Strahlungsexposition in Nuklearanlagen geht. Genauso gut kann man schreiben „10 Kinder nach Verzehr von Bananen und Mineralwasser radioaktiv verstrahlt....“
onlinematter 10.05.2014
3. mehr AKWs bauen
Zitat von sysopREUTERSReaktor Nummer zwei im französischen AKW Cattenom ist seit Mitte April außer Betrieb - doch genau dort sind jetzt bei einem Zwischenfall zehn Arbeiter radioaktiv belastet worden. Laut Betreiber sei das jedoch "ohne Folgen" für die Gesundheit. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/akw-cattenom-arbeiter-bei-zwischenfall-in-atomkraftwerk-verstrahlt-a-968656.html
AKWs stellen einen der Höhepunkte menschlicher Schaffenskraft dar. Man kann mit ihnen großflächig und für sehr lange Zeit die Umgebung verseuchen und man kann aus den Abfallstoffen die Mutter aller Bomben bauen, um damit Dritte zu bedrohen. Wie ärmlich dagegen eine dezentrale Energieversorgung über erneuerbare Energien. Da gibt's doch nur eins: mehr AKWs bauen.
felisconcolor 10.05.2014
4. Welche Werte
hatten denn die Arbeiter? Ohne diese Werte und den Hinweis auf die Grenzwerte ist dieser Artikel leider nicht die virtuelle Druckerschwärze wert. Seriöse Artikel würden die Belastung in Becquerel, die festgestellten Nuklide, die zu erwartende Jahresdosis (evtl. Lebenszeitdosis) und die gesetzlichen Grenzwerte beinhalten. Nur zur Information: Der normale Bürger hat einen Jahresgrenzwert von 1 mSv. In der Bundesrepublik arbeitendes Personal ist registriert und unterliegt in der Kategorie B 6 mSv und in der Kategorie A 20 mSv Jahresgrenzwert. usw usw. lässt sich alles bequem im Netz nachlesen.
ammoniak 10.05.2014
5. Die böse Kernenergie
Fakten und Wertung passen nicht zusammen. Sämtliche aufgeführten Probleme sind weitestgehend harmlos und bedeuten kein unangemessenes Risiko für die Bevölkerung oder die Arbeiter dort, die korrekte Schlussfolgerung müsste also lauten: Alles im normalen Bereich und sicher, jedenfalls so sicher wie Kernkraftwerke eben sind. Stattdessen wird eine apokalyptische Fotostrecke eingebaut.
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