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03. April 2015, 16:45 Uhr

Zwischenfall in Niedersachsen

AKW Emsland vom Netz genommen

Im Lingener Atomkraftwerk Emsland hat es einen Zwischenfall gegeben. Die Betreiber haben das Kraftwerk daher vorerst vom Netz genommen. Radioaktivität soll nicht ausgetreten sein.

Die Energiekonzerne RWE und E.on haben ein Problem in ihrem Kernkraftwerk in Lingen: Nach einem Zwischenfall ist das Atomkraftwerk Emsland vorsorglich vom Netz genommen worden, teilt das niedersächsische Umweltministerium mit. Der Grund sei eine durch Messgeräte bemerkte Kleinstleckage.

Nach Angaben von RWE befinde sich die Leckage vermutlich an einer sogenannten Probenahmeleitung des Primärkreises. "Mit der Vorrichtung wird kontinuierlich der Borgehalt im Reaktorkühlmittel überwacht", heißt es. Die Raumüberwachung habe im betroffenen Bereich des Kraftwerks eine "leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit" angezeigt. Eine endgültige Ursachenklärung könnte nur im abgeschalteten, drucklosen Zustand erfolgen. RWE betont, dass noch nicht feststehe, ob das Vorkommnis überhaupt meldepflichtig ist.

Radioaktivität sei nicht ausgetreten, heißt es vom Umweltministerium. Ein RWE-Sprecher sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dass noch offen sei, wann der Rektor wieder ans Netz geht. Zunächst gelte es, die weiteren Untersuchungen abzuwarten.

Sachverständige im Auftrag des Umweltministeriums seien vor Ort, um den Ursachen der Kleinstleckage nachzugehen. Vom Netz gegangen ist das Kraftwerk der Zeitung zufolge am Freitagmittag gegen 13 Uhr.

Das Atomkraftwerk Emsland ist 1988 ans Netz gegangen. Es wird von RWE und E.on gemeinsam betrieben. Das Kraftwerk soll 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden.

mbö/dpa

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