Tokio - Im März nahm die Katastrophe im AKW Fukushima ihren Lauf, aber noch nie hat die Betreibergesellschaft Tepco auf dem Gelände des Kernkraftwerks stärkere Strahlung gemessen: Mehr als zehn Sievert pro Stunde betrug die Strahlung am Boden eines Abzugsrohrs zwischen den Reaktoren 1 und 2, wie die Agentur Jiji Press am Montag meldete.
Der bisherige Höchstwert war am 3. Juni im Inneren des zerstörten Reaktors 1 gemessen worden, er betrug damals zwischen drei und vier Sievert pro Stunde. Die Ursache für die neue Rekordstrahlung wurde laut einem Tepco-Sprecher am Montag noch geprüft.
In Sievert (Sv) wird die biologische Wirkung radioaktiver Strahlung auf Menschen, Tiere oder Pflanzen angegeben. Entscheidend ist die jeweilige Zeiteinheit, auf die die Angaben bezogen werden.
Die mittlere Strahlungsdosis in Deutschland, verursacht durch die natürliche Radioaktivität in der Umgebung, beträgt rund 2,4 Millisievert im Jahr und gilt als unbedenklich. Bei 1000 Millisievert (gleich 1 Sievert) pro Jahr steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken, um zehn Prozent. Angesichts der Atomkatastrophe hob die japanische Regierung die zugelassene Höchstgrenze für Arbeiter in einem Kernkraftwerk von 100 auf 250 Millisievert pro Jahr an.
Wesentlich gefährlicher wird die Strahlungsdosis, wenn sie in kurzer Zeit aufgenommen wird. Bei einigen Menschen lösen bereits 100 Millisievert körperliche Folgen wie Übelkeit und Erbrechen aus. Als sicher tödliche Dosis gelten sieben Sievert, wenn sie in kurzer Zeit aufgenommen werden. Die jetzt gemessenen zehn Sievert pro Stunde sind deshalb ein extrem hoher Wert - der allerdings nur von Bedeutung wäre, wenn Menschen der Strahlungsquelle ausgesetzt wurden. Ob das geschehen ist, blieb allerdings offen.

mbe/dpa/AFP
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