Belgisches AKW Laschet fordert Abschaltung von Tihange

Die störanfälligen Atomkraftwerke Tihange in Belgien liegen nur 70 Kilometer von Aachen entfernt. NRW-Ministerpräsident Laschet dringt bei seiner Reise nach Brüssel erneut auf ihre Abschaltung.

Atomkraftwerk Tihange
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Atomkraftwerk Tihange


Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Belgien erneut aufgefordert, die in der Nähe der Grenze gelegenen störanfälligen Atomkraftwerke Tihange stillzulegen. "Je schneller, desto besser", sagte Laschet der belgischen Tageszeitung "De Standaard".

Vor allem in der Region um das rund 70 Kilometer entfernte Aachen herrscht Sorge, sollte es zu einem Nuklearunfall im Nachbarland kommen. Das Atomkraftwerk wird vom französischen Energiekonzern Engie betrieben. Laschet reist am Dienstag zu eintägigen Gesprächen mit der belgischen Regierung nach Brüssel.

Der Ministerpräsident erneuerte sein Angebot an Belgien, als Ersatz für Atommeiler Strom aus Nordrhein-Westfalen zu liefern. Es handele sich um einen Mix aus Kohle, Braunkohle und erneuerbaren Energien. "Dem Strom sieht man nicht an, aus welcher Quelle er kommt", sagte Laschet mit Blick auf Kritik an der Braunkohle.

Umweltverbände hatten die Offerte Laschets jedoch wegen des Einsatzes der umstrittenen Braunkohle ein "vergiftetes Angebot" genannt. Laschet konterte in dem Interview, Braunkohle sei erschwinglich. Elektrizität "aus dieser breiten Mischung" sei zudem sicherer als Atomkraftwerke, in denen Vorfälle langfristig sehr folgenschwer sein könnten.

Für den Transport großer Mengen Strom nach Belgien gibt es allerdings nicht genügend Leitungen. Bisher sei eine Hochspannungsleitung im Bau, die aber nur ein Gigawatt transportieren werde, sagte Laschet. Er habe der belgischen Seite vorgeschlagen, das Planungsverfahren in Deutschland zu beschleunigen, um eine zweite Leitung zu schaffen.

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als/dpa



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hevopi 20.02.2018
1. Die Stillegung der Atomkraftwerke
war doch, bezogen auf die Umwelt mal wieder eine politische Fehlentscheidung, die Braunkohle und die Folgen sind schlimm. Es muss doch möglich sein, die Sicherheit der Atomkraftwerke auf ein so hohes Niveau zu bringen, dass endlich auch in der Zukunft umweltfreundlicher Strom erzeugt werden kann. Wenn es erst zu einem verstärkten Stromeinsatz im Verkehr kommt, werden wir die Auswirkungen dieser politischen Fehlentscheidung zu spüren bekommen.
moistvonlipwik 20.02.2018
2.
Zitat von hevopiwar doch, bezogen auf die Umwelt mal wieder eine politische Fehlentscheidung, die Braunkohle und die Folgen sind schlimm. Es muss doch möglich sein, die Sicherheit der Atomkraftwerke auf ein so hohes Niveau zu bringen, dass endlich auch in der Zukunft umweltfreundlicher Strom erzeugt werden kann. Wenn es erst zu einem verstärkten Stromeinsatz im Verkehr kommt, werden wir die Auswirkungen dieser politischen Fehlentscheidung zu spüren bekommen.
Nein, das ist nict möglich. Und "umweltfreundlich" sind die Dinger erst Recht nicht.
svennzon 20.02.2018
3.
Neben der Stilllegung dieses AKWs fordere ich des Weiteren unverzüglich auch die Stilllegung von Armin Laschet. Das wär ein Deal.
stiller_denker 20.02.2018
4. Abschaltung des Atomkraftwerke sofor aber ohne Ersatz durch Kohlestrom
Belgien hat sein eigenes Programm zur Schaffung erneuerbarer Energiequellen. Der Bau der Hochspannungsleitung und erst Recht die Planung einer Zweiten dauert viel zu lange. Laschet will nur von den deutschen Überkapazitäten ablenken und vor der Gerichtsentscheidung zum weiteren Abholzen des Hambacher Forsts ab Oktober 2018 neue Tatsachen schaffen. Das es zu wenige Fernleitungen in die Nachbarstaaten gibt ist unbestritten. Obwohl es nach Frankreich 3 Stück gibt, konnten diese bis vor 10 Jahren nicht genügend Ersatz-Strom liefern, wenn dort mal wieder 15 der 58 Atomkraftwerke in Reparatur waren. Erst seitdem Frankreich auch auf erneuerbare Energien setzt, kann es selbst für ausreichende Stromversorgung sorgen.
erzengel1987 20.02.2018
5. Zum 1. Kommentar
Atomkraft / Kernkraft oder wie auch immer ist die teuerste und dreckigste Energiequelle. Mit Einberechnung der Entsorgung des Mülls muss man feststellen, dass die kosten für eine kWh enorm hoch sind und nur durch Subventionen so günstig wird. AKW sind für den Steuerzahler wahre kostenfallen! Ein Unfall noch nicht einberechnet. Daher ist sogar das schmutzigste Braunkohlekraftwerk immer einem AKW vorzuziehen. Weil dank modernster Filtertechnik sind selbst Kohlekraftwerke sehr saubere Stromlieferanten. Kohle hat den einzigen Nachteil, dass es CO2 produziert und, dass durch den Abbau von Kohle große Flächen vernichtet werden. Allerdings siehe die Gewinnung von Yellow Cake. Das ist noch schlimmer. Hier werden ganze Landstriche sogar verstrahlt. AKW nutzen nur etwas, wenn die Regierung auch Atomwaffen besitzen will. Aber für die Bevölkerung sind AKW absolut nicht empfehlenswert! Es war eine riesen Lüge der Politik diese Energieform als günstige Alternative zu verkünden.... Die Entlagersuche wird noch Milliarden kosten und die deutschen Energiekonzerne haben bereits diese Milliardenkosten auf uns Steuerzahler weitergegeben. Also jeder der Atomkraft auch nur ansatzweise befürwortet hat sie nicht mehr alle... Vor allem Altmeiler die älter als 15 20 Jahre sind... sofort ausschalten oder wir haben nen GAU und das wird dann richtig teuer... da sind dann auch die Braunkohle Tagabbaugebiete lächerlich dagegen.
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