Alternativer Kraftstoff Mais-Gen steigert Ausbeute von Biosprit

Ein Gen aus der Maispflanze könnte die Gewinnung von Biosprit deutlich effizienter machen: Es soll die Verarbeitung erleichtern und verhindern, dass die manipulierten Pflanzen ihr Erbgut in der Umwelt verbreiten. Das Hauptproblem des vermeintlichen Öko-Kraftstoffs besteht allerdings weiter.

Zuckerrohr-Ernte in Brasilien: Mais-Gen könnte Biosprit-Produktion effizienter machen
AFP

Zuckerrohr-Ernte in Brasilien: Mais-Gen könnte Biosprit-Produktion effizienter machen


Washington - Nach dem Einbau eines Gens aus der Maispflanze können Pflanzen womöglich besser zur Herstellung von Biokraftstoffen genutzt werden. Wie US-Forscher zeigten, lassen sich aus derart gentechnisch veränderten Pflanzen jene Zucker leichter entfernen, die zur Kraftstoffproduktion nötig sind. Außerdem speichern die Pflanzen erheblich mehr Stärke, schreiben die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Ein weiterer Vorteil: Die Pflanzen blühen nicht und bilden damit auch keine Samen oder Pollen, mit denen das Fremdgen womöglich auf Wildpflanzen übertragen werden könnte.

Biokraftstoffe werden hergestellt, indem die verschiedenen Zucker in der pflanzlichen Biomasse mit Hilfe von Bakterien vergoren werden. Der Abbau der Zuckerstoffe wird derzeit häufig dadurch erschwert, dass diese in die pflanzlichen Zellwände eingelagert und eng mit sogenannten Ligninfasern verbunden sind, welche die Pflanzenwände festigen.

George Chuck von der University of California in Berkeley und seine Mitarbeiter suchten nun nach einem Weg, wie sich die Biokraftstoffproduktion vereinfachen und die Effizienz steigern lässt. Sie bauten dazu ein Gen der Maispflanze, genannt Corngrass1 (Cg1), in verschiedene andere Pflanzen ein, unter anderem in die Rutenhirse (Panicum virgatum). Die Rutenhirse ist eine aus Nordamerika stammende Graspflanze, die als erfolgversprechender Rohstoff-Kandidat für die Herstellung von Biokraftstoffen gilt.

Der Einbau des Maisgens hatte nach Angaben der Forscher zur Folge, dass die Pflanzen deutlich mehr Seitenäste und Blätter bildeten. Außerdem verblieben diese Teile der Pflanzen in einem jugendlichen Stadium, so dass die darin enthaltenen Zucker sehr viel einfacher gewonnen werden können.

In den Stämmen der Rutenhirse hätten sich nach dem Gentransfer außerdem bis zu 250 Prozent mehr Stärke abgelagert. Bakterien können Stärke leichter verarbeiten als zum Beispiel Zellulose. Dazu sei lediglich das Enzym Amylase nötig, eine Vorbehandlung der Pflanzen zur Gewinnung der Zuckerstoffe sei überflüssig, so die Forscher.

Dies trage auch dazu bei, Energie zu sparen, da die sonst übliche Vorbehandlung bei hohen Temperaturen erfolge und nach ätzenden Chemikalien verlange. Das Cg1-Gen könne auch auf andere Pflanzen übertragen werden, um ihre Eigenschaften für die Herstellung von Biokraftstoffen zu verbessern.

Das grundsätzliche Problem, das Kritiker in Biotreibstoffen sehen, dürfte damit allerdings nicht behoben sein: Ihre Massenproduktion benötigt gigantische Ackerflächen. Sie entstehen meist durch Umwidmung von Flächen, die zuvor der Nahrungsmittelproduktion dienten, oder durch Abholzung von Regenwäldern. Die Folgen sind drastische Steigerungen bei den Nahrungsmittelpreisen und die Beschleunigung des Klimawandels.

mbe/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
mimas101 11.10.2011
1. Was soll das?
Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen werden weniger bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung. Sollen diese also verhungern damit wir weiterhin Autos fahren dürfen die einfach nicht mehr in unsere Zeit passen? Der Individual-Verkehr hat seine Grenzen schon längst überschritten und Neuerungen sind auch nicht in Sicht weil man mit den bisherigen Patenten und Lizenzen einfach zu viel Geld machen kann.
totalmayhem 11.10.2011
2. o^o
Demnaechst exklusiv an ihrer freundlichen Monsanto-Tanke: Godzilla Super - umweltfreundlich gewonnen aus Mutantenmais, fuer duetlich hoehere Effizienz.
Markus Landgraf 11.10.2011
3. Mal wieder zu kurz gedacht
Zitat von sysopEin Gen aus der Maispflanze könnte die Gewinnung von Biosprit deutlich effizienter machen: Es soll die Verarbeitung erleichtern und verhindern, dass die manipulierten Pflanzen*ihr Erbgut in der Umwelt verbreiten. Das Hauptproblem des vermeintlichen Öko-Kraftstoffs besteht allerdings weiter. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,791056,00.html
Den Klimawandel hält man eben nicht mit "Öko" auf, sondern mit Treibhausgas freien Energieträgern. Kernspaltungsenergie ist so einer, aber von dem haben wir uns ja verabschiedet. Ich bin mal gespannt, wie viele Fehlentscheidungen noch aus der "Öko"-Ecke kommen. Es wäre doch tragisch, wenn die Ökologiebewegung das schafft, was Generationen von "Technologiegläubigen" nicht hinbekommen haben - die Erde für Menschen unbewohnbar zu machen.
Lennard Green 11.10.2011
4. Mit ohne Titel
Immer die selbe Leier: wann begreifen die Überschlauen endlich, dass es null bis keinen Sinn macht, Acker umzupflügen (Traktor), Mais zu pflanzen (Traktor), diesen zu düngen (Traktor, Kunstdünger), spritzen (Traktor, Pflanzenschutzmittel) und zu wässern (Pumpen), um dann die Ernte einzubringen (Traktor), diese zu verarbeiten (Industrieanlage) und das Resultat schlussendlich in einen Tank zu füllen, um damit mit ökologisch reinem Gewissen in der Gegend herumkurven zu können... und das basierend auf ausgerechnet genetisch veränderten Pflanzen. Tja, das ist dann wohl unsere Rettung. Auf dem Weg zum BIO-Sprit wird so viel Öl in Form von Diesel, Dünger und Pestiziden vergeudet, dass es sinnvoller wäre, den Mist sofort an die Autofahrer weiterzuleiten. Like it or not: das wird niemals rentabel funktionieren; vom unüberwindlichen Dilemma der Lebensmittelproduktion als Konkurrent zum Sprit gar nicht zu reden. Was Not (gewesen) wäre: bessere Batterien, Autos mit wirklich geringerem Verbrauch, Konzepte für eine generell geringere Nutzung des Privat-PKW (aber bitte so, dass es nicht gleich die Sau graust!) - und von alledem wollen noch zu wenige Leute etwas hören. Na schön, dann warten wir eben (bis der Sprit wieder teurer wird, das Gemecker wieder lauter wird) auf die nächsten Lippenbekenntnisse des Herrn Wissmann... gähn. Manche lernen es nie - die gehen dann in die Politik
gbartkowiak 11.10.2011
5. Titel
Zitat von mimas101Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen werden weniger bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung. Sollen diese also verhungern damit wir weiterhin Autos fahren dürfen die einfach nicht mehr in unsere Zeit passen? Der Individual-Verkehr hat seine Grenzen schon längst überschritten und Neuerungen sind auch nicht in Sicht weil man mit den bisherigen Patenten und Lizenzen einfach zu viel Geld machen kann.
Woher haben Sie denn dieses Ammenmärchen? In den OECD Ländern gibt es vielleicht eine Sättigung des Individual-Verkehres, aber alleine in den BRIC Ländern gibt es Nachfrage für zig Millionen PKW pro Jahr über Jahrzehnte. Alleine durch dieses Wachstum steigt die Nachfrage nach Treibstoffen schneller als das Angebot, selbst wenn man alle unkonventionellen Ressourcen mit einschliesst. Auswirkungen auf Preis und Verfügbarkeit sind in den kommenden Jahren daher unvermeidlich. Auch wenn viele der Meinung sind es beträfe sie selbst nicht, da sie ja Fahrrad fahren oder ÖPNV nutzen, wird doch jeder betroffen sein. Um das Müsli ins Supermarktregal zu stellen braucht man einen Lieferwagen; um den neuen Laptop aus China nach Deutschland zu bringen braucht man Bunker. Dünger, Plastik und andere Komponenten basieren auf Öl.... Der durch steigende Energiepreise Anstieg der Inflation wird jeden betreffen, auch Nicht-Autofahrer.
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