Von Markus Becker
Was passiert ist:
"Ein Lichtblitz und weißer Rauch würden damit in Einklang stehen", sagt Dietrich Eckhardt, Leiter der Abteilung Explosivstoffe bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Auch der ehemalige FBI-Bombenfachmann Kevin Miles tippt auf einen im Handel verfügbaren Sprengstoff wie etwa rauchschwaches Schießpulver. In Form einer Rohrbombe könne der Stoff ähnliche Explosionsgeschwindigkeiten erreichen wie TNT, sagte Miles dem "Boston Herald". Dem allerdings widerspricht Eckhardt. "Selbst bei maximaler Verdämmung explodiert Schießpulver mit maximal 600 Metern pro Sekunde", so der Fachmann. "TNT erreicht die zehnfache Geschwindigkeit."
Sollte tatsächlich Schießpulver zum Einsatz gekommen sein, könnte das die Ermittlungen erschweren - denn der Stoff ist in den USA leicht erhältlich. Schießpulver wird etwa zum Wiederbeladen von Munition für Schrotflinten, Gewehre und Pistolen verkauft. In Internetshops kann man den Vier-Kilo-Kanister für Preise von 120 bis 150 Dollar bestellen.
Zahlreiche Schrapnellverletzungen
Die Bostoner Bomben sollen nach bisherigen Erkenntnissen mit Metallteilen wie etwa Kugellagern gefüllt gewesen sein, um möglichst starke Verletzungen zu verursachen. "Wir behandeln viele Schrapnell-Verletzungen von kleinen Metallteilen", sagte Peter Fagenholz, Chirurg am Massachusetts General Hospital in Boston. In den kommenden Tagen werde man eine Reihe von Opfern operieren müssen.
Die Anschläge könnten deshalb durchaus das Werk eines Einzeltäters gewesen sein, meint Ex-FBI-Mann Miles. "Es würde einige Koordination, etwas Know-how und Aufklärungsarbeit erfordern, aber in der Vergangenheit wurden viele Bombenanschläge von einer Person durchgeführt." Bei Großveranstaltungen mit Tausenden Menschen sei es ein Leichtes, kleinere Bomben einzuschmuggeln. "Man kann nicht jeden Rucksack durchsuchen", sagte Miles. "So ist das eben in einem freien Land. Die USA sind nicht Russland oder Kuba."
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Mit Material von Reuters
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