Endlager nahe deutscher Grenze Wenn Nachbarn sich über Atommüll streiten

Endlagerung von hochradioaktivem Abfall: Nur 125 Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt wollen die Franzosen bald ihren Atommüll vergraben. Das Saarland kündigt Widerstand an. Von Susanne Götze


Bisher steht in Bure nur eine Testanlage sowie ein Besucher- und Technologiezentrum - bald will Frankreich hier ein echtes Endlager errichten
AFP/ Jean-Christophe Verhaegen

Bisher steht in Bure nur eine Testanlage sowie ein Besucher- und Technologiezentrum - bald will Frankreich hier ein echtes Endlager errichten

Reinhold Jost fühlt sich bedroht. Der saarländische Umweltminister ist von Atomkraftwerken und nuklearen Zwischenlagern quasi umzingelt. Keine 60 Kilometer von Saarbrücken entfernt liegt das Pannen-AKW Cattenom, nur 200 Kilometer südlich der Uraltmeiler Fessenheim. Den wollte selbst die französische Regierung schon mehrfach abschalten.

"Diese Massierung an Atomanlagen in der Region ist für die Bürger nicht zumutbar", findet Jost. Auch die Lager in Morvilliers und Soulaines für schwach- bis mittelradioaktiven Abfall sind nicht weit entfernt.

Wahrscheinlich wird noch eine neue große Atommüllkippe dazukommen.

Es soll das erste französische Endlager für hochradioaktiven Abfall werden, rund 125 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt im abgelegenen Örtchen Bure, in Lothringen. Das französische Parlament hat kurz vor der Sommerpause für das Projekt gestimmt. Nun muss die Regierung den Bau nur noch in Auftrag geben.

Bis 2025 könnte das geplante, 500 Meter tiefe Tunnelsystem fertig sein, das rund 80.000 Kubikmeter Atommüll aufnehmen soll. Ausschließlich ferngesteuerte Roboter werden die hochradioaktiven Abfälle in die unterirdischen Schächte fahren. Doch wie sicher ist die Hightech-Anlage wirklich? Und reichen die Sicherheitstests der Franzosen aus?

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Streit um Atommüll: Sicher für die Ewigkeit?

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insgesamt 46 Beiträge
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Seite 1
teita60 09.08.2016
1. Ganz schön teuer...
... die Atomenergie. 40 Milliarden Endlagerungskosten für nur 3% des Atommülls.eijeiejei. Wird Zeit, komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Koste es, was es wolle.
decathlone 09.08.2016
2. An der deutschen Grenze zu bauen....
... hat den Vorteil, dass die Hälfte der Betroffenen einen dann nicht abwählen können, weil sie in Frankreich nicht wählen dürfen. Wenn das mal nicht für den Standort spricht!
danduin 09.08.2016
3. Franzosen lieben Atom an dt. Grenzen
Die Franzosen lieben es doch Ihre atomaren Risiken neben der deutschen Grenze abzuladen. bspw. die vielen Reaktoren. Bei meist Westwind fliegt dann alles zu uns. Andererseits sind 125km auch nicht wirklich direkt an der Grenze. Entweder Europa beschließt als Ganzes was mit atomaren Müll oder Neubau von Reaktoren geschieht oder man läßt es sein. Am liebsten Reaktoren im Gebirge oder in der Wüste bauen, wo keiner hingeht, und nicht bspw. neben Stuttgart wie es Realität ist.
decathlone 09.08.2016
4. An der deutschen Grenze zu bauen....
... hat den Vorteil, dass die Hälfte der Betroffenen einen dann nicht abwählen können, weil sie in Frankreich nicht wählen dürfen. Wenn das mal nicht für den Standort spricht!
tatsache2011 09.08.2016
5. Strompreiserhöhung in Frankreich
Zitat von teita60... die Atomenergie. 40 Milliarden Endlagerungskosten für nur 3% des Atommülls.eijeiejei. Wird Zeit, komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Koste es, was es wolle.
Wegen dieser Atommüll-Kosten und den neuen superteuren AKW Flamanville wurden in Frankreich schon zweimal in diesem Jahr die Strompreise erhöht.
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