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21. Juli 2011, 10:50 Uhr

Atomkatastrophe

Japan empfiehlt weitere Evakuierungen um Fukushima

Die Atomkatastrophe in Japan könnte weitere Menschen zur Aufgabe ihrer Häuser zwingen. Die Regierung plant weitere Evakuierungen in der Gegend um das havarierte AKW Fukushima. Die Strahlenbelastung droht stellenweise die empfohlenen Höchstgrenzen zu überschreiten.

Tokio - Die japanische Regierung will weiteren Haushalten in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima eine Evakuierung empfehlen. Man werde voraussichtlich in den nächsten Tagen weitere bestimmte Stellen in einem Wohngebiet benennen, bei denen die Strahlenbelastung über eine international empfohlene Höchstgrenze von 20 Millisievert im Jahr zu steigen drohen könnte, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag laut Medien.

Im vergangenen Monat waren erstmals rund 100 Haushalte in der Stadt Date, die außerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone um das AKW liegt, zu sogenannten "Hot Spots" erklärt worden. Evakuierungszonen waren bis dahin prinzipiell für ganze Gemeinden eingerichtet worden.

Im Falle von "Hot Spots", wo die Strahlenwerte sporadisch höher sind als in anderen umliegenden Gebieten, ist es den Betroffenen überlassen, ob sie ihr Haus verlassen wollen. Allerdings wird besonders Kindern und Schwangeren nahegelegt, solche Orte zu meiden. Sofern die Betroffenen es wünschen, ihre Häuser zu verlassen, hat die Regierung Hilfe angeboten. Am Dienstag hatte Tokio mitgeteilt, dass die Kühlung der zerstörten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima jetzt stabilisiert sei.

In den vergangenen Monaten sei die radioaktive Strahlung um die sechs Reaktoren herum nach Angaben des Betreiberkonzerns Tepco "stetig gesunken". Derzeit liege sie bei maximal 1,7 Millisievert pro Jahr. Zurzeit sickerten noch maximal eine Milliarde Becquerel pro Stunde an radioaktiven Substanzen aus der Anlage. Laut Nachrichtenagentur Kyodo war der Wert zum Zeitpunkt des Unfalls am 11. März zwei Millionen Mal höher. Tepco plant, die Reaktoren im Januar 2012 endgültig stillzulegen.

Unterdessen verhängte der Staat nach Bekanntwerden mehrerer Fälle von radioaktiv belastetem Rindfleisch einen Lieferstopp für Rinder aus Fukushima. Die Entscheidung erfolgte, nachdem mit radioaktivem Heu gefütterte Rinder an Schlachthöfe in ganz Japan geliefert worden waren. Nach neusten Informationen von Kyodo soll es sich um mehr als 1300 Rinder handeln. Das Fleisch soll zum Teil auch in den Handel gelangt sein.

mbe/dpa

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