Französisches AKW Atomreaktor nach Störfall abgeschaltet

Diesmal war ein Schieber defekt: Im französischen Atomkraftwerk Cattenom gab es den zweiten Zwischenfall innerhalb weniger Wochen. Wegen der Nähe zur deutschen Grenze sorgt der Zustand des Meilers auch hierzulande für Besorgnis.

AKW Cattenom: Mitarbeiter verstrahlt, Transformator in Brand geraten
AFP

AKW Cattenom: Mitarbeiter verstrahlt, Transformator in Brand geraten


Nach einem neuen Störfall im französischen Atomkraftwerk Cattenom, nahe der deutschen Grenze, ist einer von vier Reaktoren heruntergefahren worden. Grund für die Abschaltung am Dienstag sei ein defekter Schieber im nicht-nuklearen Teil von Block eins des Kraftwerks gewesen, teilte der Betreiber EDF auf seiner Internetseite mit.

Die saarländischen Grünen forderten die Landesregierung auf, Druck auf Paris zu machen, den "Pannenmeiler endlich vom Netz zu nehmen". Der zweite Störfall in nur wenigen Wochen verdeutliche erneut den "maroden Gesamtzustand" des Atommeilers nahe der deutschen Grenze.

Im Mai 2014 waren bei einem Zwischenfall zuletzt sogar zehn Mitarbeiter leicht verstrahlt worden. Es seien zwar über den Mund radioaktiv belastete Partikel in den Körper der Mitarbeiter gelangt, doch liege die Belastung unterhalb der zulässigen Grenzwerte, versicherte EDF damals. Im vergangenen Sommer hatte außerdem ein Transformator gebrannt. In den vergangenen Jahren haben sich im AKW Cattenom mehr als 700 Störfälle ereignet.

Die Regierungen im Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg bemühen sich bisher vergeblich um eine Abschaltung des Atomkraftwerks. Im vergangenen Jahr hatte auch die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke, ebenfalls von den Grünen, Cattenom als "Pannen-AKW" bezeichnet und erklärt, wegen der wiederholten Zwischenfälle sei es "höchste Zeit", das Kraftwerk vom Netz zu nehmen.

jme/dpa/AFP

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Checkker 23.07.2014
1. Wie jetzt?
Wir haben doch den Ausstieg beschlossen. Wieso sind wir dann immer noch gefährdet? Weiss die böse Strahlung etwa nicht, dass sie an der Grenze Frankreich- Deutschland umkehren muss? Dann muss man der Strahlung das mal erklären. Das übernimmt am besten unsere Ausstiegskanzlerin. Die ist doch da fachlich besonders qualifiziert. Böse böse Strahlung, pfui.
doc_johnny 23.07.2014
2. Wir geben die nukleare Sicherheit aus der Hand
Statt weiter an Nuklear Technik zu forschen, Generation III oder IV Reaktoren einzusetzen, überlassen wir das Thema anderen: Die Netzagentur verlässt sich auf einen älteren Reaktor in Frankreich, um Grafenrheinfeld still legen zu können (http://tinyurl.com/otk7gzo). Gleichzeitig plant die Bundesregierung schon mit einer Kabeltrasse durch die Ostsee für preiswerten Russenstrom: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/139/1713979.pdf Noch schöner ist ja die heutige Meldung im Spiegel. dass in der Bundesrepublik jährlich 300 Menschen an verschluckten Teilen von Kugelschreibern ersticken. So viel zu Gefahren und deren Wahrnehmung.
Ökofred 23.07.2014
3. falsch und fälscher....
Zitat von doc_johnnyStatt weiter an Nuklear Technik zu forschen, Generation III oder IV Reaktoren einzusetzen, überlassen wir das Thema anderen: Die Netzagentur verlässt sich auf einen älteren Reaktor in Frankreich, um Grafenrheinfeld still legen zu können (http://tinyurl.com/otk7gzo). Gleichzeitig plant die Bundesregierung schon mit einer Kabeltrasse durch die Ostsee für preiswerten Russenstrom: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/139/1713979.pdf Noch schöner ist ja die heutige Meldung im Spiegel. dass in der Bundesrepublik jährlich 300 Menschen an verschluckten Teilen von Kugelschreibern ersticken. So viel zu Gefahren und deren Wahrnehmung.
.. und genau wie diese Meldung falsch ist, (das sind wohl 300 / Jahr WELTWEIT ) ist es natürlich auch falsch zu glauben Atomkraft wird insgesamt sicherer, wenn wir unsere Meiler weiterlaufen lassen.. (so ähnlich ist doch hier der tenor) Aber egal, Hauptsache man hat einen link als "Quelle"
dr.onestone 23.07.2014
4.
Dieser Artikel hat Bildzeitungsniveau Ich habe selber in Cattenom und Philippsburg als Kerningenieur gearbeitet. Mittlerweile habe ich mich beruflich verändert und mein Herz hängt auch nicht an der Atomindustrie, aber... diesem Artikel fehlt es einfach an Tiefgang und Ausgewogenheit. Was für ein Schalter war denn jetzt eigentlich genau kaputt? Auf welcher der 7 Stufen der INES Skala lag denn dieser Störfall? Wenn ich mir auf Basis dieses Artikels schon keine Meinung über diese Ereignis machen kann, wie soll das dann ein Aussenstehender mit seinem Laienwissen.
Sicht aus Frankreich 23.07.2014
5. Nein , so ist der Tenor
Zitat von Ökofred.. und genau wie diese Meldung falsch ist, (das sind wohl 300 / Jahr WELTWEIT ) ist es natürlich auch falsch zu glauben Atomkraft wird insgesamt sicherer, wenn wir unsere Meiler weiterlaufen lassen.. (so ähnlich ist doch hier der tenor) Aber egal, Hauptsache man hat einen link als "Quelle"
hier nicht. Die Meiler einfach weiterlaufen lassen wäre nur fahrlässig. Es muss nach besseren, sicheren Meilern geforscht werden, denn das ist nun einmal die sauberste Energie wenn nichts passiert; und es darf nichts passieren, es muss geforscht werden, das Problem der Endlagerung muss gelöst werden. Meiler sind nach etwa 40 Jahren abzuschalten und neusten Anforderungen anzupassen. Das sind die Aufgaben der Atomlobby und nichts anderes. Die Politik muss sich hier raushalten, denn was die gegenwärtig Alles in Gang setzen ist viel gefährlicher für uns alle als die Atomenergie. N.B. Warum niemand auf die Strasse geht wegen der Dreckschleudern-Stromerzeugern ist mir ein Rätsel.
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