Paris - Im französischen Atomkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze sind bei einer Dampfexplosion zwei Angestellte leicht verletzt worden. Die beiden Männer hätten leichte Verbrennungen an den Händen erlitten, teilte der Betreiber EDF mit. Der Zwischenfall habe sich in einem Nebengebäude und nicht im Reaktorgebäude ereignet. Radioaktivität ist nach Angaben des Stromkonzerns nicht ausgetreten, auch einen Brand habe es nicht gegeben.
Durch den Austritt des Dampfes sei vermutlich die Löschanlage aktiviert worden, erklärte EDF. Die beiden Angestellten seien "durch ihre Handschuhe hindurch" an den Händen verletzt worden.
Auch die Präfektur erklärte, es handle sich nicht um einen Brand. Vielmehr sei es zu einem Austritt von Wasserstoffperoxid-Dampf gekommen, als Wasserstoffperoxid in ein Reservoir eingeleitet worden sei und mit Wasser reagiert habe. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit rund 50 Einsatzkräften vor Ort.
Das rund 30 Kilometer südwestlich von Freiburg gelegene AKW Fessenheim ist seit rund 35 Jahren in Betrieb und damit das älteste noch laufende französische Atomkraftwerk. Die Anlage musste in den vergangenen Monaten immer wieder wegen Pannen abgeschaltet werden. Präsident François Hollande hatte die Stilllegung innerhalb der nächsten fünf Jahre versprochen.
Atomkraftgegner auf beiden Seiten des Rheins machen zunehmend Druck, um eine rasche Stilllegung des als besonders störanfällig geltenden Kraftwerks zu erreichen. Sie verweisen vor allem auf das Erdbebenrisiko im Rheingraben und die Gefahr einer Überschwemmung bei einem Bruch des Deichs, der das AKW vom Rheinkanal trennt.
mbe/dapd/AFP
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