Atomkraftwerk in den Niederlanden: Angst vor Westwind

In den Niederlanden soll ein neues Kernkraftwerk entstehen, doch dagegen regt sich Widerstand. Weil es nur 180 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegen würde, protestiert jetzt Nordrhein-Westfalen offiziell gegen das Bauvorhaben. 

Kernkraftwerk Borssele I: Die Niederlande planen ein neues AKW Zur Großansicht
REUTERS

Kernkraftwerk Borssele I: Die Niederlande planen ein neues AKW

Düsseldorf - Das nordrhein-westfälische Landeskabinett entscheidet am Dienstag über ein Protestschreiben an die niederländische Regierung. Es geht um das neue Atomkraftwerk Borssele II, dass 180 Kilometer von der nordrhein-westfälischen Landesgrenze entfernt erbaut werden soll. Laut EU-Recht dürfen Nachbarländer zu Bauvorhaben jenseits der Landesgrenze Stellung nehmen.

Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) beklagt "unvertretbare Risiken" bei einem Betrieb des Kernkraftwerks. Im Fall eines gravierenden Unfalls würde eine atomare Wolke bei Westwind das dichtbesiedelte Ruhrgebiet in nur sechs Stunden erreichen. Laut der Stellungnahme des Landesumweltministeriums müsste die vorübergehende Umsiedlung von Menschen geprüft werden, landwirtschaftliche Erzeugnisse dürften nicht mehr in den Handel gelangen. NRW will seinem Nachbarn nun zu einer "intensiven Prüfung von Alternativen" bei der Energiegewinnung raten.

Barbara Schmid

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1. Besserwissi
hardliner1 10.01.2012
Zitat von sysopIn den Niederlanden soll ein neues Kernkraftwerk entstehen, doch dagegen regt sich Widerstand.*Weil es nur 180*Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegen würde,*protestiert jetzt Nordrhein-Westfalen offiziell gegen das Bauvorhaben.* http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,808311,00.html
Wieder einmal will der deutsche Besserwissi anderen vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Fukushima ist bereits Geschichte, nur nicht für die politische Klasse in Deutschland.
2. Ausgerechnet Niederländer sollen ein AKW betreiben
al2510 10.01.2012
Zitat von sysopIn den Niederlanden soll ein neues Kernkraftwerk entstehen, doch dagegen regt sich Widerstand.*Weil es nur 180*Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegen würde,*protestiert jetzt Nordrhein-Westfalen offiziell gegen das Bauvorhaben.* http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,808311,00.html
wer ihren Fahrstil kennt, wer mal mit einem Niederländer auf See war, den packt bei dem Gedanken das kalte grausen.
3. ...
rufus008 10.01.2012
Zitat von sysopIn den Niederlanden soll ein neues Kernkraftwerk entstehen, doch dagegen regt sich Widerstand.*Weil es nur 180*Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegen würde,*protestiert jetzt Nordrhein-Westfalen offiziell gegen das Bauvorhaben.* http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,808311,00.html
Immer wieder ein Schock für den Deutschen wenn er merkt, dass er nicht alleine auf einer abgelegenen Insel lebt.
4. angst vor westwind
juehe0 10.01.2012
Zitat von al2510wer ihren Fahrstil kennt, wer mal mit einem Niederländer auf See war, den packt bei dem Gedanken das kalte grausen.
Ich komme aus NRW.Nach unserer überstürzten Verabschiebung von der Kernernergie und den noch nicht vorhandenen Stromtrassen für die Energie in den Süden, kann man sich nur freuen, dass wir zukünftig Strom aus den Niederlanden beziehen kann. Wir produzieren dafür weiterhin mit den Dreckschleudern Strom aus dem Braunkohlerevier bei Aachen. Ach ja, jede Woche wird in dieser Welt ein Kohlekraftwerk ans Netz gehängt. Erfrischend , diese Aussicht.
5. .
membot 10.01.2012
Zitat von hardliner1Wieder einmal will der deutsche Besserwissi anderen vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Fukushima ist bereits Geschichte, nur nicht für die politische Klasse in Deutschland.
Das ist nun mal EU-Recht. Auch die Niederländer sind nicht allein auf der Welt. Ich hoffe, dass das Bauvorhaben scheitert.
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Atom- und Energiepaket
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Es ist eine historische Entscheidung: Der deutsche Bundestag hat für den Atomausstieg bis 2022 und die Energiewende gestimmt. Ein Überblick über die acht verabschiedeten Gesetze.

Kernreaktoren
Thermischer Reaktor
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In einem Kernreaktor kommt die Kettenreaktion durch Neutronen zustande, die bei der Kernspaltung entstehen und ihrerseits weitere Urankerne spalten. Dazu müssen sie allerdings abgebremst werden. Dazu ist ein sogenannter Moderator notwendig, bei dem es sich in den meisten thermischen Reaktoren um gewöhnliches Wasser handelt, manchmal auch um sogenanntes schweres Wasser oder Grafit.
Brutreaktor
In Brutreaktoren wird ein Gemisch von Uran- und Plutoniumoxid, der sogenannte Mox-Brennstoff, verwendet. Natürliches Uranerz besteht nur zu 0,7 Prozent aus dem spaltbaren Isotop Uran-235, den Rest macht das nicht spaltbaren Uran-238 aus. In einem Brutreaktor wird aber Uran-238 zu Plutonium-239 umgewandelt. In Wiederaufbereitungsanlagen kann das Plutonium abgetrennt und dann als Kernbrennstoff wiederverwendet werden. Auf diese Weise gewinnen Brutreaktoren aus dem vorhandenen Uran in etwa 30 Mal mehr Energie als Leichtwasserreaktoren.

Zur Kernspaltung werden nicht abgebremste, sondern schnelle Neutronen verwendet, weshalb auch vom "schnellen Reaktor" die Rede ist. Da sie allerdings mit geringerer Wahrscheinlichkeit neue Kernspaltungen auslösen, muss das Spaltmaterial im Vergleich zum thermischen Reaktor höher konzentriert werden - was wiederum dazu führt, dass es im Inneren von Brutreaktoren heißer wird als etwa in Leichtwasserreaktoren. Deshalb wird als Kühlmittel auch nicht Wasser, sondern in der Regel flüssiges Natrium verwendet.

Dies führt gemeinsam mit der enorm hohen Giftigkeit von Plutonium zu großen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Brutreaktoren. Hinzu kommt das zusätzliche Risiko der Transporte von strahlendem Material zwischen den Schnellen Brütern, Aufbereitungsanlagen und thermischen Reaktoren.
Uran und Plutonium in Atomwaffen
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Bei einer Uranbombe, wie sie die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg über Hiroshima gezündet haben, reichte es bereits, eine Halbkugel des spaltbaren Materials auf einen Dorn zu schießen, die zusammen die kritische Masse für eine Atomexplosion erreichten. Mit Plutonium aber funktioniert dieses sogenannte Kanonenprinzip nicht.

Terroristen müssten stattdessen zum technisch weit anspruchsvolleren Implosionsprinzip greifen: Um eine Kugel aus spaltbarem Material sind mehrere Schichten Sprengstoff angeordnet. Die Explosionsenergie komprimiert das Plutonium so stark, dass die erforderliche Dichte erreicht und die Kettenreaktion eingeleitet wird.

Ob Plutoniumdioxid aus einem Kernreaktor für eine solche Bombe geeignet wäre, hängt von mehreren Faktoren ab. "Für die Qualität für die Waffennutzung ist es zum Beispiel wichtig, wie lange der Brennstoff im Reaktor war", sagt der deutsche Atomexperte Egbert Kankeleit. Im Grunde müssten die Terroristen in der Lage sein, das Pulver in Plutoniummetall umzuwandeln. "Wer die entsprechenden chemischen Kenntnisse hat, kann das schaffen." Die größere technische Hürde sieht Kankeleit in der Konstruktion einer Implosionsbombe. "Aber wenn man Hilfe von der richtigen Seite bekommt, etwa aus Pakistan, wäre auch das kein Problem.