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Brand im belgischen AKW Tihange: "Endlich für immer stilllegen"

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DPA

AKW Tihange: erneuter Zwischenfall

Das Feuer im belgischen Atomkraftwerk Tihange war rasch unter Kontrolle, die Reaktionen sind dennoch scharf: Grünen-Politiker und Umweltverbände verlangen, dass die umstrittene Anlage endgültig abgeschaltet wird.

"Schrottreaktor", "sofortige Stilllegung", "fahrlässiges Spiel mit Atomrisiko": Nach dem erneuten Zwischenfall in dem umstrittenen belgischen Atomkraftwerk Tihange haben Umweltverbände und die Grünen am Samstag vehement gefordert, den Reaktor abzuschalten.

Nach einem Feuer in einem nicht-nuklearen Bereich der Anlage war der Reaktor 1 des Atomkraftwerks Tihange am Freitagabend automatisch heruntergefahren worden. Der Brand sei rasch durch die Feuerwehr gelöscht worden, teilte das Betreiberunternehmen Electrabel am Samstag mit. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf Beschäftigte, Bevölkerung und Umwelt.

Die Anlage rund 70 Kilometer westlich von Aachen steht seit Längerem in der Kritik. "Brände im Monats-Rhythmus, Risse im Reaktordruckbehälter, Funde von Weltkriegsbomben, ungeschultes Sicherheitspersonal, undichte Kühlwasserbehälter", empörte sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer. "Der Weiterbetrieb dieser Schrottreaktoren ist russisches Roulette."

Tihange bedrohe Millionen Menschen in Belgien, den Niederlanden und Deutschland, sagte Krischer. Er forderte die Bundesregierung auf, bei der belgischen Regierung auf eine sofortige Abschaltung zu drängen.

Laufzeit bis 2025 verlängert

Der 1975 in Betrieb genommene Tihange 1 ist der älteste der drei Reaktoren des Atomkraftwerks und sollte eigentlich in diesem Jahr vom Netz gehen. Im Jahr 2012 wurde jedoch entschieden, die Laufzeit bis 2025 zu verlängern.

Der Brand in der Anlage sei ein "drastischer Beweis, dass die Laufzeitverlängerung für diesen klapprigen Uraltmeiler eine miserable, gefährliche Idee ist", erklärte die atompolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Sylvia Kotting-Uhl. "Der Reaktor muss endlich für immer stillgelegt werden." Den Weiterbetrieb nannte sie ein "fahrlässiges Spiel mit dem Atomrisiko". Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) forderte "die sofortige und endgültige Stilllegung aller Reaktorblöcke".

Der wegen Materialfehlern lange abgeschaltete Reaktorblock 2 von Tihange war erst zu Beginn dieser Woche trotz Protesten aus Deutschland nach 21 Monaten wieder ans Netz gegangen.

wbr/AFP/dpa

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