Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Archäologen finden Opfer von Statuen-Massaker

Poker-Kartenspiele können US-Soldaten Respekt vor alten Kulturstätten lehren, eine Mini-Drohne erkundet die Landschaft für Archäologen. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Luxus in Britannien lange vor der Ankunft der Römer und die Reste eines Statuen-Massakers der Assyrer.

Von


Fotostrecke

4  Bilder
Hethitisches Königsreich: Statuenmassaker
Als die Assyrer 738 v. Chr. Kunulua, die Hauptstadt des späthethitischen Königreichs Patina eroberten, wollten sie demonstrieren, dass die Zeit der alten Herrscher vorbei war: Sie zerschlugen zwei monumentale Statuen und vergruben die Reste in der Erde. Jetzt haben Archäologen die Bruchstücke auf dem Gebiet der heutigen Türkei wiederentdeckt.

Von einer der beiden Statuen sind noch der Torso und der Kopf erhalten. Die ausdrucksstarken Augen sind mit Steinen eingelegt, die Haare liegen in sorgfältigen Locken gedreht wie eine Kappe um den Kopf. Bei dem anderen Stück handelt es sich um die Statuenbasis, auf der ein sorgfältig ausgearbeiteter geflügelter Stier und eine Sphinx zu sehen sind. "Diese neu entdeckten Skulpturen von Tayinat sind das Produkt einer lebendigen lokalen neohethitischen Bildhauertradition", freut sich Grabungsleiter Tim Harris von der University of Toronto. Der Torso mit Kopf ist jetzt noch rund 1,50 Meter hoch.

Insgesamt hatte die Statue damit wahrscheinlich eine Höhe von dreieinhalb bis vier Metern. Sie streckte beide Arme nach vorne aus, geschmückt mit Armreifen mit Löwenköpfen. In einer Hand hielt sie einen Speer, in der anderen eine Kornähre. Die lange luwische Hieroglyphen-Inschrift auf der Rückseite der Skulptur verrät auch, wer hier dargestellt ist. Es handelt sich um König Suppiluliuma, der wahrscheinlich um 858 v. Chr. herrschte. Die Inschrift berichtet von seinen Kriegszügen und Heldentaten.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.