Von Angelika Franz
Mysteriöser gallischer Friedhof
Südöstlich von Paris sind Archäologen auf einen Friedhof möglicher Vorfahren von Asterix und Obelix gestoßen. Auf dem Baugelände einer Lagerhalle in einem Vorort der Stadt Troyes fanden sie die Gräber von fünf gallischen Kriegern und weiteren Stammesmitgliedern. Im Comic trägt Asterix stets sein Schwert umgegürtet. Auch einer der Krieger wurde mit seinem Schwert begraben. Es ist 70 Zentimeter lang und steckt noch in der Scheide. Die kostbare Waffe und der Schild mit Metallrahmen sprechen dafür, dass er zu den Anführern seines Stammes zählte.
Unmittelbar daneben fanden die Archäologen Frauengräber. Die Frauen trugen keine Waffen, dafür aber wertvollen Schmuck. Um die Hälse hatte man ihnen sogenannte Torques gelegt - gedrehte Metallringe mit offenen Enden, der typische Gallierschmuck jener Zeit. Außerdem trugen sie Broschen, die mit Korallenstücken verziert waren. Die Gallier starben während der La-Tène-Zeit, zwischen 325 und 260 vor Christus - also deutlich vor Asterix, dessen Comic-Wirken sich um 50 vor Christus entfaltet. Während der La-Tène-Zeit begaben sich die Kelten - nur von den Römern "Gallier" genannt - auf Wanderschaft und begannen, ihr Reich auszudehnen. Am Ende erstreckte es sich von Schottland im Norden bis zur spanischen Atlantikküste im Süden.
Seltsamerweise ist in der Gegend des Friedhofs keine Siedlung bekannt, nicht einmal ein "kleines gallisches Dorf". Auch fanden die Ausgräber weder Keramik noch Essensreste in den Gräbern, wie es sonst üblich war. Allerdings standen ganz in der Nähe bronzezeitliche Grabhügel, die in der La-Tène-Zeit noch weithin sichtbar gewesen sein müssen.
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