Von Angelika Franz
Da waren die Archäologen überrascht: Die römische Gründung Interamna Lirenas im Tal der Liri in Latium war gar kein verschlafenes, hinterwäldlerisches Nest, wie sie bisher angenommen hatten. Die Stadt, die römische Siedler im vierten Jahrhundert vor Christus rund 80 Kilometer südlich von Rom gründeten, war ganz im Gegenteil eine reiche, lebendige Stadt.
Das entdeckten sie, als sie mit Bodenradarmessungen die genaue Ausdehnung von Interamna Lirenas untersuchen wollten. Die geophysikalischen Messungen zeigten ganz deutlich das Theater, den Marktplatz und weitere öffentliche Gebäude der Stadt.
Die gewaltige Größe dieser Anlagen lässt Rückschlüsse auf die Bedeutung der Stadt zu: Sie muss zu römischer Zeit ein reges urbanes Zentrum gewesen sein. Untersuchungen des Umlandes bestätigen dieses Bild. Den Höfen und Dörfern der Umgebung ging es ebenfalls gut, sie wurden reich durch die Nahrungsmittelproduktion für die hungrigen Städter.
Um das Jahr 500 wurde Interamna Lirenas dann aufgegeben, die Gebäude dienten noch einige Zeit als Steinbruch für neue Bauprojekte in der Region. Heute ist an der Stelle, wo einst einige tausend Menschen lebten, nur noch flaches Farmland zu sehen.
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