Batterietechnik Forscher entwickeln biegsamen Akku

Verschwinden Akkus künftig in Schmuckstücken oder in der Kleidung? Koreanische Forscher haben eine kabelförmige Lithium-Ionen-Batterie entwickelt, die sich biegen und sogar knoten lässt. Die Erfindung könnte das Design elektrischer Geräte verändern.

Herkömmlicher Akku: "Biegsame Batterien gelten als vielversprechende Lösung"
Matthias Kremp

Herkömmlicher Akku: "Biegsame Batterien gelten als vielversprechende Lösung"


Wer schöne, kleine Gadgets bauen will, muss immer daran denken, dass die Batterie Platz benötigt. Zwar sind Lithium-Ionen-Akkus in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden, aber bei manchen Geräten beanspruchen sie immer noch viel Raum.

Eine Erfindung koreanischer Wissenschaftler könnte das Design elektronischer Geräte künftig in einigen Fällen erleichtern. Die Forscher, die größtenteils beim Elektronikkonzern LG arbeiten, aber auch an Universitäten des Landes, haben eine flexible Batterie entwickelt, die man beispielsweise in einem Armreif unterbringen könnte.

"Biegsame Batterien gelten als vielversprechende Lösung", schreiben Yo Han Kwon und seine Kollegen im Fachblatt "Advanced Materials". Sie könnten auch bei der Konstruktion biegsamer elektronischer Geräte hilfreich sein - etwa aufrollbarer Displays.

Die nun vorgestellte Batterie passt in ein dünnes Kabel von nicht einmal einem halben Zentimeter und ist nach Aussagen der Forscher extrem flexibel. Man könne das Kabel sogar verknoten, ohne das die Batterie ausfalle. Anstatt den Akku - wie bislang üblich -, direkt im Gerät unterzubringen, könne man ihn in Kleidung oder Schmuckstücke integrieren.

Der Aufbau des Batteriekabels ist vergleichsweise simpel: Die Anode in der Mitte gleicht einem spiralförmig gewickelten Draht. Sie ist umgeben von einer röhrenförmigen Kathode. Die Wissenschaftler haben ihren Prototypen mit einer roten LED-Anzeige und mit einem iPod nano der vierten Generation getestet. In beiden Fällen habe die Batterie gut funktioniert, auch wenn man sie kräftig verdreht und verbogen habe.

Nach der starken mechanischen Beanspruchung maßen die Forscher allerdings einen leichten Rückgang der Kapazität. Diese Veränderung müsse man noch genauer untersuchen, schreiben sie, ebenso wie die Frage der Sicherheit flexibler Batterien. "Nach weiteren Verbesserungen der Komponenten wird die Kabel-Batterie ohne Zweifel künftig einen großen Einfluss haben auf tragbare, flexible Elektronik", glauben die Wissenschaftler.

hda

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