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Erdgas: In den Wind geblasen

Von "natur"-Autorin Susanne Donner

Beim Fördern von Öl wird Erdgas frei, das die Ölbohrunternehmen abfackeln. Sie nehmen in Kauf, dass Menschen krank werden, Mangrovenwälder und Tiere sterben. Dabei gibt es längst Mittel gegen den Irrsinn.

Nigeria: In die Luft geblasen Fotos
AFP

Schwarze Rußwolken verdunkeln den Himmel über dem Nigerdelta. Riesige grelle Feuer schießen aus dem Boden, bis zu 30 Meter hoch. Manche brennen seit 40 Jahren. Kilometerweit sind sie zu sehen. Hier steht Erdgas in Flammen. Tag und Nacht. Die Abgase machen den Regen so sauer, dass er die Wellblechdächer der Hütten zerfrisst. In den verschmutzten Gewässern schwimmen immer weniger Fische.

"Wenn wir Regenwasser in Kanistern sammeln, ist es schwarz vom Ruß und den Kohlenwasserstoffen. Man kann sich nicht einmal damit waschen, sonst juckt die Haut und schält sich", klagt Emem Okon, die Mitte 40 ist und immer im Nigerdelta gelebt hat. Seit die Ölindustrie im Land boomt, tragen auch die Pflanzen weniger Früchte, weiß Okon. Hunger und Armut haben zugenommen. Der Regen bleibt aus, wohl durch die enorme Rußbelastung, vermuten die Bewohner. Der Staub bildet eine schmutzige Glocke. Darunter staut sich die Sonnenwärme. Darüber hinaus fließt Hunderte Male im Jahr Öl aus Pipelines und an Förderstellen in den Boden und in die Gewässer. Das Wasser enthält krebserregendes Benzol, wie eine Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen ergab. Sauberes Trinkwasser gibt es kaum.

Weltweit werden jedes Jahr 150 Milliarden Kubikmeter Erdgas abgefackelt. Das ist so viel, wie die EU in vier Monaten braucht. Rohstoff im Wert von 40 Milliarden US-Dollar. Und das, obwohl die bekannten Vorräte in spätestens 200 Jahren erschöpft sein werden und Konzerne deshalb bereits in immer entlegeneren Gebieten gierig nach dem kostbaren Gas suchen. Doch beim Ölfördern ist den Unternehmen der flüchtige Rohstoff nur lästig. Sobald sie bohren, steigt unweigerlich auch Gas auf.

Auf 1000 Liter schwarzes Gold kommen 800 Kubikmeter Erdgas. Es abzutrennen und aufzubereiten würde Zeit und Geld für Anlagen und Personal kosten. Preiswerter lässt es sich an reinen Erdgaslagerstätten gewinnen. Um das Gas an den Ölquellen loszuwerden, blasen die Ölmultis es deshalb einfach in die Luft - oder fackeln es ab. Wird es verbrannt, werden Kohlendioxid, Schwermetalle, Ruß, Schwefel- und Stickoxide frei. Darunter leiden Anwohner und Natur. Das Ablassen des Erdgases ist dagegen noch schädlicher für das Erdklima als das Abfackeln. Denn der Hauptbestandteil des Gases, das Methan, ist ein 23 Mal stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid.

Ein Umweltdesaster unvorstellbaren Ausmaßes

Die Gasverschwendung verursacht ein Umweltdesaster unvorstellbaren Ausmaßes: Sie alleine macht zwei Prozent des energiebedingten Ausstoßes von Treibhausgas weltweit aus. Das ist so viel wie 77 Millionen Autos in einem Jahr freisetzen - so viele Automobile wurden weltweit 2010 gebaut.

Im Nigerdelta sind die Folgen besonders schlimm. Hier wachsen die größten Mangrovenwälder Afrikas. Ein undurchdringliches Labyrinth brauner, zum Teil überirdisch verlaufender Wurzeln durchzieht den sumpfigen Grund Hunderte Kilometer weit. Bis in die 50er Jahre war die Region nahezu unberührt, denn das Dickicht der 20 bis 30 Meter hohen Mangroven hielt die Menschen fern. Doch dann kamen die Ölförderer, bauten Kanäle und planierten Straßen in die Sumpflandschaft. Seither schillert das Wasser an vielen Stellen giftig-bunt vom ausgelaufenen Öl. Die Blätter der Mangroven verwelken. Kahl wie Gerippe ragen Wurzeln und Äste aus dem braunen Schlamm. Seit den 80er Jahren wurde ein Viertel der Wälder vernichtet. Das Niger-Zwergflusspferd, einst heimisch im Delta, ist vermutlich ausgestorben, viele seltene Affenarten sind bedroht: Schimpansen, die Nigeria-Blaumaulmeerkatze, die Rotbauchmeerkatze und der Rote Stummelaffe.

Die Fackeln und ihre Rauchschwaden an den Ölquellen sind so gigantisch, dass sie sogar vom All aus zu sehen sind: Bilder von Wettersatelliten zeigen einen Planeten, gespickt mit Brandherden. Aus diesen Aufnahmen errechnen Forscher im Auftrag der Weltbank regelmäßig die Menge an vernichtetem Gas, brisante Daten, die die meisten Länder nicht veröffentlichen. Bis 2011 stagnierte die abgefackelte Gasmenge, während die Ölfördermenge stieg. Denn Unternehmen in den Industrieländern begannen, das Gas an jenen Ölquellen zu nutzen, an denen es sich leicht abfangen und aufbereiten ließ. Übrig blieben die schwierigen Fälle, und gerade diese werden immer zahlreicher.

Ölkonzerne wie Shell, Chevron, Exxon Mobil und Total bohren an immer exotischeren Orten und in über tausend Metern Meerestiefe nach Öl, wo die Aufbereitung des Gases schwerer fällt. Deshalb wird nun seit 2011 wieder mehr Erdgas als in den Vorjahren abgefackelt.

Als Emem Okon als junge Frau in den 90er Jahren im Nigerdelta von Dorf zu Dorf zog, um die Bewohner gegen das Militärregime zu mobilisieren, klagten sie ihr Leid über die Gasfackeln. Ruß, Schwermetalle, Schwefeloxide und giftige Kohlenwasserstoffe - "Frauen verlieren ihre Kinder oder bekommen missgebildete Babys", berichtet Okon. "Viele werden vorzeitig unfruchtbar." In den Krankenhäusern liegen sie mit chronischen Atemwegserkrankungen, mit Asthma und Atemnot. Etliche bekommen schlecht Luft und kaum einen Ton heraus, Haut und Augen sind entzündet. Manche haben Krebs.

Gerade die Frauen leiden besonders. Seit Generationen bestellen sie die Felder, fischen und atmen dabei die Abgase ein. Die Lebenserwartung der Menschen im Nigerdelta schrumpfte in den vergangenen Jahren, während sie in den übrigen Landesteilen stieg, berichtet Sofiri Joab-Peterside vom Center for Advanced Social Science in Port Harcourt.

Okon organisierte den Protest - und wurde zu einer Führungsfigur der nigerianischen Frauen- und Menschenrechtsbewegung. Heute leitet sie das Kebetkache Women's Development and Resource Centre in Port-Harcourt im Nigerdelta. Sie trägt ihr schwarzes Haar schulterlang geflochten, wirkt stolz und stark. Aus rund 5000 Bohrlöchern pumpen die Konzerne das Öl. Zu jeder Quelle gehören die berüchtigten Fackeln. Jeden Tag holen Lastwagenkolonnen mehr als 318 Millionen Liter Öl aus dem Land. Nigeria ist der achtgrößte Exporteur der Welt.

"Lasst das Öl in der Erde"

"Lasst das Öl in der Erde" fordert Okon von Shell, Chevron, Exxon Mobil und Total, "beseitigt alle Umweltschäden und entschädigt die Menschen." Sie erzählt, dass es noch einige Dutzend Meter von einer Gasfackel entfernt unerträglich heiß sei. Das gigantische Feuer röhre wie der Motor eines Flugzeugs, und die Anwohner können kaum schlafen, auch weil die Fackeln die Nacht für viele der 30 Millionen Nigerianer im Delta zum Tag machen. Nur ein paar Meter neben ihren Behausungen verbrennt einer der wichtigsten Brennstoffe der modernen Zivilisationen - und doch müssen die Nigerianerinnen früh morgens Brennholz aus den angrenzenden Wäldern zum Kochen holen. Die wenigsten Menschen hier haben Strom in ihren Hütten und Baracken.

Im dicht besiedelten Nigeria leiden die Menschen am meisten; der größte Gasverschwender weltweit aber ist Russland. Alleine 50 Milliarden Kubikmeter waren es im vergangenen Jahr, Deutschlands Gasbedarf für vier Monate. Dabei besitzt Russland die nötige Technik, um Erdgas zu verflüssigen und es so in Tankern nach Europa und die USA zu transportieren. Der Rohstoff kann aber auch ins Pipelinenetz eingespeist werden. Und Kraftwerke können das Gas in Strom umwandeln. Ebenso gut ließe es sich aber auch in den Untergrund zurückpressen. Dann würde die Luft nicht verschmutzt, und zudem stiege der Druck im Bohrloch, sodass mehr Öl emporquillt. Trotzdem lassen die Konzerne das Gas entweichen oder in Flammen aufgehen.

"Die Bemühungen der russischen Unternehmen sind dürftig", urteilt Steinar Njå, der sich bei der staatlichen Ölbehörde in Norwegen gegen das Abfackeln engagiert und vor allem russische Partner berät. Und der Energieexperte Donald Hertzmark vom US-Beratungsunternehmen Petroleum Equities erklärt: "Das Monopol von Gazprom ist das Haupthemmnis." Denn Gazprom bezahlt den Ölkonzernen zu wenig für das Gas oder gestattet nur kurzfristig das Einspeisen in die Pipelines - dadurch wird das Geschäft unrentabel. So torpediert der Monopolist viele Bestrebungen, das Gas zu nutzen.

Dabei standen die Zeichen dafür zunächst günstig. 2008 brachte Wladimir Putin ein Gesetz auf den Weg, wonach ab 2012 höchstens fünf Prozent des aufsteigenden Gases ungenutzt bleiben dürfen. "Aber wir haben noch immer kein System dafür, wie wir das Gesetz umsetzen", sagt der russische Ölexperte Anatoly Zolotukhin von der staatlichen Universität für Öl und Gas in Moskau. Wer gegen die Fünf-Prozent-Klausel verstößt, wird so gering bestraft, dass die Ölkonzerne das Bußgeld ohne Weiteres zahlen. Gegen höhere Geldstrafen haben sich die Mineralöl-Lobbyisten bisher erfolgreich gewehrt.

Ein neuer Trend gibt jedoch Anlass zur Hoffnung: Neuerdings können Industrieländer in Russland Klimaschutzprojekte finanzieren. Rund ein Dutzend solcher Vorhaben wurden seit 2010 genehmigt, das jüngste im April 2012. Es soll das Abfackeln von Erdgas im Khasyrey-Ölfeld des russischen Ölkonzerns Rosneft unterbinden. Dieses Ölfeld liegt 2300 Kilometer nördlich von Moskau, in einer schneebedeckten Ebene, wo das Thermometer nur an wenigen Tagen im Jahr über Null Grad steigt und wo Eisbären und Rentiere leben. Noch sticht dort die Öl- und Gasindustrie Hitzeschwerter ins Eis. Eine Rußschicht überzieht Pflanzen und Schnee im Umkreis von Dutzenden von Metern mit einem grauen Film. Selbst 15 Kilometer entfernt misst man Schadstoffe wie Ammoniak und Kohlenmonoxid. Die Menschen ringsum erkranken an Lungen- und Bronchialkrebs; Nervenleiden brechen aus und das Augenlicht leidet, heißt es bei der russischen WWF-Niederlassung.

"Die Fackeln werden in Sibirien als normaler Bestandteil des Landschaftsbildes angesehen. Ich hoffe, das wird sich bald ändern", sagt Zolotukhin. Zwar haben zwei wichtige Ölunternehmen in der Region, Rosneft und Lukoil, selbst eine Strategie gegen das Abfackeln entwickelt. Aus dem Gas soll unter anderem Strom erzeugt werden. Von 2008 bis 2012 will Rosneft alleine am Khasyrey-Ölfeld den Ausstoß von 711 Megatonnen Kohlendioxid vermeiden, indem der Strom nicht mehr aus Dieselgeneratoren stammt. Zum genauen Stand des Projekts indes erteilte Rosneft bis Redaktionsschluss keine Auskunft. Laut der zuständigen niederländischen Investmentbank Carbon Trade and Finance, sind die Anlagen einsatzbereit - ob sie in Betrieb genommen wurden, bleibt offen. Nach Meldungen vom März 2012 hat das Ölunternehmen aber schon die ersten Emissionszertifikate erhalten. Mit ähnlichen Klimaschutzprojekten habe man bereits 30 Millionen Euro verdient, brüstet sich Rosnefts Präsident Eduard Khudaynatov gegenüber der russischen Presse. Gerne wüsste man, was die Gegenleistung war.

In Norwegen erlaubt die Regierung das Abfackeln nur noch in Notfällen

Eines der wenigen Länder, in dem heute tatsächlich deutlich weniger Erdgas verbrannt wird als einst, ist Norwegen. Dort erlaubte die Regierung schon in den 70er Jahren das Abfackeln nur noch in Notfällen. Zudem mussten die Unternehmen die vernichteten Mengen jeden Tag melden. Außerdem kostet seit 1991 jeder Kubikmeter vergeudetes Gas eine Krone an Strafsteuer. "Das hat einen wichtigen Schub gebracht", sagt Steinar Njå. Das Erdgas wird heute entweder ins Netz eingespeist oder in das Bohrloch zurückgepresst. 0,3 Prozent des Gases verbrennen die rund 50 Plattformen in der Nordsee allerdings immer noch. "Wir können das noch mehr reduzieren. Daran arbeiten wir jeden Tag", sagt Njå.

Emem Okon kämpft derweil weiter für den Erhalt ihrer Heimat. Im Mai reiste sie zur Chevron-Aktionärsversammlung nach San Francisco und übergab den Bericht "Chevrons wahre Kosten", wonach der Konzern 2008 über 64 Prozent des bei der Ölförderung aufsteigenden Erdgases in Nigeria abfackelte. Das Unternehmen ließ sie zwei Minuten lang reden. "Nichts ist besser geworden", schimpft Okon. Die Satellitendaten geben ihr recht: Die Menge abgefackelten Gases stagniert seit 2008 bei rund 15 Milliarden Kubikmeter.

Chevron wehrt sich gegen die Vorwürfe: Man habe im vergangenen Jahr 50 Millionen US-Dollar für Entwicklungshilfe in Nigeria bereitgestellt, heißt es in einer Stellungnahme. Das Ziel sei, "Frieden und Stabilität in die Region zu bringen, in der Chevron arbeitet". Und nicht zum ersten Mal erklärte Chevron 2011 das Abfackeln zum Auslaufmodell, wie andere Ölunternehmen auch. Doch das sind Lippenbekenntnisse, auf die bislang kaum Taten folgten. Tatsache ist: Es wird weiterhin Erdgas verbrannt. Zwar ist dies in Nigeria schon seit 1984 verboten, aber gegen Gebühren können Unternehmen von einer Ausnahmeregelung profitieren. Verbote, die munter erlassen und anschließend für diejenigen aufgehoben werden, denen sie eigentlich gelten sollten - solcherlei Zugeständnisse an die Ölbohrunternehmen sind es, die Okon aufschreien lassen.

Zwar forderte das Parlament immer wieder einen Stopp, aber der wurde stets vertagt - die Grenze zwischen Kumpanei und Korruption ist fließend. "Die multinationalen Konzerne sind viel mächtiger als die nigerianische Regierung", sagt Okon.

Trotzdem gibt sie die Hoffnung nicht auf. Tausende Nigerianer stehen hinter ihr. Auf Plakaten fordern sie "Schützt uns vor den Flammen von Shell und Co", "Stoppt das Gasabfackeln jetzt" und "Gasabfackeln ist Völkermord". Seit Beginn des Jahrtausends kommt es auch zu gewalttätigen Ausschreitungen. Militante Ölgegner entführen Mitarbeiter der Förderkonzerne, öffnen Pipelines und stecken den Rohstoff in Brand oder stehlen ihn. So entlädt sich die angestaute Wut. Die eigentlichen Ziele, eine bessere Versorgungslage, Umwelt- und Ressourcenschutz, drohen mit der Eskalation der Gewalt aus dem Blick zu geraten.

Shell forderte kürzlich schärfere Sanktionen gegen "dreiste Öldiebe". Die Beschuldigten drehen den Spieß um und werfen den Großkonzernen vor, sie seien es, die das Öl stehlen. Im Frühjahr gingen Millionen Nigerianer auf die Straße, weil die Regierung zuvor die Subventionen für Öl gekappt und der Preis für Benzin sich dadurch verdoppelt hatte - in einem der ölreichsten Länder der Erde ist dieser Rohstoff für die meisten zu teuer.

Okon steht für den friedlichen Widerstand. Sie baut auf einen langfristigen Wandel: "Wir Frauen machen weiter und protestieren, bis zumindest das Abfackeln von Gas aufhört."

Dieser Text ist erschienen im Magazin "natur", Ausgabe 09/2012

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insgesamt 42 Beiträge
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1. Wirtschaften zum Zweck des Profits...
TerryBlake 22.09.2012
ist so super! Ich liebe den Kapitalismus, er ist die beste und fortschrtlichste Wirtschaftsform die ich mir Vorstellen kann. Und jetzt: WEITERMACHEN!
2. Denkt dran
Stelzi 22.09.2012
Jeder der ein Auto mit Verbrennungsmotor fährt, vorallem aber jene die dies auf unnötigen Wegen tun, sollte beim anlassen seiner Karre an diesen Artikel denken. Ihr seid nämlich alle genau so verantwortlich dafür wie die Ölkonzerne. Es sind nicht immer nur "die anderen" und euer Sprit ist nicht grüner als anderswo.
3. Gazprom-Gerd an die Front!
odysseus33 22.09.2012
Sicher übernimmt bald Gazprom-Gerd den Fall, und sorgt für eine Trendwende. Er zeiht sein hautenges blaues Trikot mit dem großen G auf der Brust an, und fliegt mit wehendem Umhang nach Sibirien um dort die Fackeln zu löschen. Sobald er sich nicht mehr damit beschäftigen muss Sein Lebenswerk zu vertiedigen, die Einführung von HartzIV . Das dazu führte dass es nun1 Million nutzlose Arbeitslose weniger, gibt aber dafür 2 Millionen mehr die "unsere" Wirtschaft mit sensationell günstiger Leiharbeit und Niedriglohn unterstützen. Und somit dazu beitragen dass "wir" prächtig dastehen und die anderen Looser in der EU so erbärmlich. Was "uns" erlaubt auch dort so prächtige "Reformen" einzuführen. Mit solchen Helden kann nichts schief gehen im Lande.
4. Damit liesse sich TRINKWASSER destilieren
theogott 22.09.2012
Mit dem Gas könnte man - statt es zu verbrennen - aus Meerwasser Trinkwasser destillieren. Und damit auch nochmal Geld verdienen. Meerwasser entsalzen! Gerade in Nigeria fehlt gutes Trinkwasser.
5. Und warum passiert nichts????
goldi-rt 22.09.2012
das Problem ist seit Jahren bekannt. Ändern wird es sich erst, wenn das Gas alle ist. Die Menschheit wird definitiv nicht erkennen, dass ihre Zukunft im Erhalt des Planeten liegt. Und auch von unserem EU-Energiekommissar Oettinger gab es zu dem Thema bisher nur hohle Phrasen, wobei er dafür ja bekannt ist...
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Energieträger Erdgas
Erdgas ist nach Mineralöl der zweitwichtigste Bestandteil des deutschen Energiemix. Fast jede zweite Wohnung in Deutschland wird nach Angaben des BDEW inzwischen damit beheizt. Insgesamt sind es mehr als 18 Millionen Haushalte - Tendenz steigend. Zudem wird mit Erdgas Strom erzeugt, und umweltfreundliche Autos werden mit Erdgas angetrieben. Die Erdgas-Lagerstätten sind auf wenige Regionen begrenzt - mehr als die Hälfte der globalen Vorkommen befinden sich in den Ländern Russland, Iran und Katar.

Erdgas ist der am wenigsten klimaschädliche aller fossilen Brennstoffe. Bei seiner Verbrennung werden etwa 200 Gramm CO2 pro Kilowattstunde freigesetzt. Dies ist im Vergleich zu Erdöl (270 g/kWh) und Kohle (je nach Qualität 330 bis 400 g/kWh) gering.
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Nigerdelta: Schmutzige Suche nach Öl

Vor-/Nachteile der Energieträger
Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.
Erdöl
Plus: Erdöl ist der Schmierstoff industrieller Volkswirtschaften. In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs - so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es momentan kaum Alternativen zu Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet, die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.

Minus: Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen - und mit ihm der Spritpreis. Autofahrer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro für Benzin zahlen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert dadurch Milliardenbeträge, denn das Land ist fast völlig von Importen abhängig. Weltweit liegen die meisten Ölvorkommen in politisch heiklen Regionen wie dem Nahen Osten, Russland, Venezuela oder Nigeria. Versorgungskrisen kann man daher nicht ausschließen. Darüber hinaus ist Erdöl ein endlicher Rohstoff: Die bekannten Vorkommen gehen langsam zur Neige. Große neue Felder wurden in den vergangenen Jahren kaum entdeckt - und wenn, dann nur in schwierig zu erschließenden Gebieten wie der Arktis. Hinzu kommt die CO2-Problematik: Wenn Öl verbrannt wird, entsteht das Klimagas Kohlendioxid .
Erdgas
Plus: Erdgas ist der klimafreundlichste fossile Energieträger - bei der Verbrennung entsteht weniger CO2 als bei Kohle oder Öl. Außerdem halten die Vorräte noch eine Weile: Die Reichweite der Gasvorkommen wird auf rund 60 Jahre geschätzt, bei Öl sind es nur 40 Jahre. Verfeinerte Fördertechniken machen zudem den Zugriff auf große neue Gas-Reservoirs möglich. Ein weiterer Vorteil: Gas kann einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Denn Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren - diese Flexibilität hilft, die Schwankungen beim Windstrom auszugleichen.

Minus: Weltweit verfügen nur wenige Länder über Gasvorkommen. Entsprechend groß sind die Abhängigkeiten - Deutschland bezieht rund 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Problematisch ist außerdem die noch immer weit verbreitete Bindung an den Ölpreis: Je teurer Erdöl wird, desto teurer wird auch Gas. Stromkonzerne klagen bereits, dass sich Gaskraftwerke kaum mehr rentieren. Private Haushalte kennen dasselbe Problem beim Heizen - Gas ist kaum günstiger als Öl. Auch beim Autofahren stellt Erdgas keine Alternative dar: Der aktuelle Preisvorteil gegenüber Benzin und Diesel liegt nur an der steuerlichen Begünstigung.
Kohle
Plus: Kohle gibt es fast überall auf der Welt - einseitige Importabhängigkeiten wie beim Gas sind deshalb nicht zu befürchten. Auch Deutschland verfügt über nennenswerte Ressourcen: Braunkohle lässt sich ohne Subventionen fördern, für Steinkohle ist dies bei weiter steigenden Preisen zumindest denkbar. Außerdem reichen die Vorräte so lange wie bei keinem anderen fossilen Energieträger: Schätzungen gehen von rund 200 Jahren aus. Kohle eignet sich vor allem zur Stromerzeugung in der Grundlast - rund 50 Prozent des deutschen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken .

Minus: Kein Energieträger ist so klimaschädlich wie Kohle. Bei der Verbrennung entsteht rund doppelt so viel CO2 wie bei Gas. Problematisch könnte dies vor allem dann werden, wenn man bestehende Atomkraftwerke durch neue Kohlekraftwerke ersetzt - oder wenn Elektroautos künftig in großem Stil Kohlestrom tanken. Bedenklich sind außerdem die Arbeitsbedingungen, unter denen Kohle gefördert wird : Zu den größten Produzenten zählen China, Russland und Südafrika - Länder, in denen immer wieder Bergleute ums Leben kommen.
Atomenergie
Plus: Kernkraftwerke produzieren - wenn sie einmal gebaut sind - günstigen Strom. Der Rohstoff Uran wird nur in geringen Mengen verbraucht, so dass die laufenden Betriebskosten gering sind. Atomstrom kann in der Grundlast eingesetzt werden, also unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen. In Frankreich wird Atomstrom auch zum Heizen verwendet, langfristig könnten so auch Elektroautos betrieben werden. Bei der Kernenergie wird kaum CO2 freigesetzt. Sie ist damit klimafreundlicher als Kohle oder Gas.

Minus: Der größte Nachteil der Atomenergie ist das Risiko eines GAUs. Selbst wenn man dafür eine geringe Wahrscheinlichkeit unterstellt - der Schaden wäre enorm. Die Katastrophe in Tschernobyl war nur ein Vorgeschmack dessen, was im dicht besiedelten Mitteleuropa passieren würde: Tausende Opfer, auf ewig verseuchte Landstriche, Vermögensverluste in zigfacher Milliardenhöhe. Hinzu kommt die ungelöste Frage der Endlagerung : Obwohl die Kernenergie seit rund 50 Jahren genutzt wird, gibt es bis heute keine dauerhafte Deponie für die verstrahlten Abfälle. Ob es überhaupt ein sicheres Endlager geben kann, ist umstritten: Der Atommüll strahlt zum Teil mehr als 100.000 Jahre lang - was in dieser Zeit alles passiert, kann niemand vorhersagen. In jüngster Zeit wird ein weiteres Problem immer häufiger diskutiert: Was geschieht, wenn Terroristen einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben? Oder wenn sie in den Besitz von spaltbarem Material gelangen? Sicherheitsexperten haben auf diese Fragen keine abschließende Antwort.
Wasser
Plus: Die Wasserkraft ist sehr umweltfreundlich - mit geringem Eingriff in die Natur lässt sich günstig Energie gewinnen. Rund fünf Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Außerdem lässt sich in Stauseen sehr gut Energie speichern: Bei einem Überangebot an Strom wird Wasser nach oben gepumpt. Bei Bedarf wird es dann abgelassen, um die Turbinen anzutreiben.

Minus: In Deutschland ist das Potential der Wasserkraft so gut wie ausgeschöpft. Fast jeder Fluss hat ein Kraftwerk, ebenso fast jeder See. Im Ausland wiederum ist die Wasserkraft zum Teil in Verruf geraten: Riesenprojekte wie der Jangtse-Staudamm in China zerstören die Natur in großem Stil.
Wind
Plus: Von allen erneuerbaren Energien ist die Windkraft in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Mittlerweile beziehen die Deutschen deutlich mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraftwerken. Auch in Zukunft hat die Branche großes Wachstumspotential - vor allem offshore, also in Windparks auf dem Meer . Ein weiterer Vorteil: Die Windkraft ist verhältnismäßig günstig. Die Betreiber der Anlagen bekommen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz nur wenig mehr Förderung als der Preis für konventionellen Strom an der Energiebörse hoch ist. Zum Vergleich: Solarstrom wird weit höher vergütet.

Minus: Kritiker halten Windräder für eine Verschandelung der Landschaft. Außerdem weht der Wind sehr unzuverlässig: Bei einer starken Brise wird das deutsche Stromnetz überlastet, bei Flaute muss Strom aus dem Ausland hinzugekauft werden. Praktikable Speicher für Windenergie gibt es bisher nicht. Ein weiterer Nachteil: Starker Wind bläst vor allem in Norddeutschland, die großen Verbrauchszentren liegen aber im Süden und Westen. Um den Strom abzutransportieren, sind zahlreiche neue Leitungen nötig .
Sonne
Plus: Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben eine ewige Energiequelle , und sie scheint für jeden umsonst. Hätten alle Dächer Deutschlands eine Solaranlage, könnte so ein großer Teil des hiesigen Strombedarfs gedeckt werden - klimaschonend und unabhängig von Importen. Darüber hinaus lässt sich das Sonnenlicht auch zur Warmwasserbereitung nutzen: Mit Solarkollektoren kann man herkömmliche Heizungen ergänzen und so die Energiekosten drücken.

Minus: Die Sonne hat den gleichen Nachteil wie der Wind - ihre Energie lässt sich nicht zu jeder Uhrzeit nutzen. Das größte Problem ist jedoch der Preis: Solarstrom kostet viel mehr als konventioneller Strom. Und trotz milliardenschwerer Subventionen leistet Sonnenenergie bislang nur einen geringen Beitrag zur deutschen Stromversorgung: Schätzungen schwanken zwischen einem um zwei Prozent. Damit die Photovoltaik in Mitteleuropa wettbewerbsfähig wird, müsste es eine technische Revolution geben - oder die Preise für konventionelle Energie müssten dramatisch steigen.
Biomasse
Plus: Holz, Stroh, Mais - beim Verbrennen dieser Stoffe wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen haben. Biomasse lässt sich in vielen Bereichen einsetzen: zum Heizen (beispielsweise mit Holzpellets), zum Autofahren (mit Biodiesel oder Bioethanol ) oder zur Stromerzeugung (mit Biogas). Der große Vorteil: Biomasse ist gespeicherte Energie. Man kann also frei entscheiden, wann man sie nutzen möchte - anders als bei Wind- oder Solarkraft. Ein weiterer Pluspunkt: Energiepflanzen, die in Deutschland wachsen, reduzieren die Abhängigkeit von Importen.

Minus: In jüngster Zeit gerät die Bioenergie massiv in die Kritik. Denn die Pflanzen benötigen enorme Anbauflächen - und treten damit in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Gerade bei Biotreibstoffen wird das zum Problem: Lässt es sich moralisch rechtfertigen, dass die Reichen Mais tanken - während die Armen hungern? Hinzu kommt ein gigantisches Mengenproblem: Wollte Deutschland seinen gesamten Benzin- und Dieselbedarf mit Biokraftstoffen decken, wäre dafür eine Fläche nötig, die größer ist als die gesamte Bundesrepublik. Das Gleiche gilt fürs Heizen: Sollten alle Bundesbürger auf Holzpellets umsteigen, würde der deutsche Wald dafür nicht reichen - erneut wären Energie-Importe nötig.
Erdwärme
Plus: Die Wärme im Erdinneren steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie lässt sich sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzen. Gäbe es keine Probleme mit der Bohrtechnik, könnte die Geothermie den gesamten deutschen Energiebedarf decken.

Minus: In Deutschland muss man Hunderte oder gar Tausende Meter tief bohren, um ein ausreichendes Temperaturniveau zu erreichen. Die Kosten der Geothermie sind deshalb sehr hoch. Mancherorts gibt es außerdem Probleme mit dem Grundwasser. Andere Länder sind hier aus geologischen Gründen in einer besseren Position: Island zum Beispiel deckt seinen Energiebedarf zum Großteil mit der Wärme aus dem Erdinneren.
Weitere Informationen
Wie sauber ist Erdgas?

Erdgas ist weniger umweltschädlich als Erdöl. Das ist einerseits richtig: Eine Gasheizung setzt bei gleicher Leistung im Schnitt zwölf Prozent weniger von dem Treibhausgas CO2 frei als eine Ölheizung. Andererseits ist es falsch. Denn immer mehr Gas wird mit fragwürdigen Methoden gewonnen, etwa durch "Fracking". Dabei wird Flüssigkeit in den Boden gepresst, um in Gestein gebundenes Gas zu gewinnen. Dadurch werden giftige Chemikalien frei. Aber auch das Erdgas selbst kann schwere Schäden etwa an Baumwurzeln anrichten. Erdgas ist deshalb allenfalls eine Zwischenlösung auf dem Weg zu erneuerbaren Energien.

Was kann ich tun?

Die Ölindustrie fackelt das Erdgas Tausende Kilometer von uns entfernt ab. Dennoch sind wir daran beteiligt: als Verbraucher. Doch wir haben keine Chance zu erfahren, woher das Öl stammt, das etwa unsere Wohnungen heizt. Ist bei seiner Gewinnung Gas verschwendet worden? Der Heizöllieferant weiß das nicht, denn er handelt mit Öl, das zuvor raffiniert, also von Rohöl zu Heizöl aufbereitet worden ist. Spätestens ab der Raffinerie, von denen viele in Europa liegen, kann der Verbraucher die Herkunft des Öls nicht mehr zurückverfolgen. Bisher gibt es auch kein Öl, dessen Gewinnung zuverlässig zertifiziert ist. Dabei wäre es nützlich zu erfahren, ob es aus verlässlichen, modern ausgestatteten Ölquellen stammt.

Bis es so weit ist, bleibt uns nur, sparsam mit Öl umzugehen: Also möglichst auf Flugreisen verzichten; Lebensmittel meiden, die einmal um die Welt geflogen wurden, bis sie im Supermarkt landeten; wenig Auto fahren; unsere Häuser gut dämmen, im Idealfall auf alternative Energiequellen wechseln. Und Emem Okons Kampf für das Nigerdelta zu unterstützen: Spenden laufen über die Organisation "Friends of the Earth", die Emem Okon mitfinanziert. (Spendenformular: http://tiny.cc/ememokon). Geben Sie als Verwendungszweck an: "Nur für Friends of the Earth Nigeria".


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