Satellitenbild der Woche Die neue Brücke über den Bosporus

Es ist die dritte Verbindung über die Meerenge von Istanbul - die Sultan-Selim-Brücke wurde jüngst eingeweiht. Fotos aus dem All dokumentieren, wie schnell sie entstand.


58,5 Meter ist die Brücke breit. Damit ist das nach Sultan Selim I. benannte Bauwerk die breiteste Hängebrücke der Welt. Auf einem Niveau werden dort Züge und Kraftfahrzeuge verkehren. Die Autobahn ist achtspurig, die Eisenbahn zweigleisig.

Die dritte Bosporusbrücke war am Freitag eingeweiht worden. Sie entstand in einer Bauzeit von nur dreieinhalb Jahren und überspannt die Meerenge auf 1,4 Kilometer Länge.

Zwei Satellitenfotos zeigen, wie schnell sich die Bauteams in den vergangenen zwölf Monaten von beiden Ufern Richtung Brückenmitte vorarbeiteten.

Das Foto links (vorher) stammt aus dem August 2015. Damals war die breite Fahrbahndecke auf beiden Seiten zu nicht einmal einem Viertel fertiggestellt. Die zweite Aufnahme rechts (nachher) entstand ein Jahr später - wenige Tage vor der Einweihung.

Das Brückenbauwerk steht, anders als die 1973 und 1988 in Betrieb genommenen Brücken, nicht im Zentrum der Millionenmetropole, sondern am Zugang zum Schwarzen Meer im Norden von Istanbul.

Entworfen wurde das Brückenbauwerk von dem französischen Ingenieur Michel Virlogeux, der bereits Prestigeprojekte wie die zwölf Kilometer lange Vasco-da-Gama-Brücke in Lissabon und das Viadukt von Millau in Südfrankreich vorweisen kann.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Für Virlogeux ist die neue Brücke über den Bosporus der spektakulärste Brückenbau seit Jahren. Die Bauausführung lag bei einem südkoreanischen Gemeinschaftsunternehmen der Konzerne SK Group und Hyundai.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nahm an der Eröffnungsfeier teil - gemeinsam mit Tausenden Anhängern der islamisch-konservativen Regierungspartei APK.

Benannt ist die Brücke nach Sultan Selim I., "dem Gestrengen", der Anfang des 16. Jahrhunderts regierte und den Herrschaftsbereich des Osmanischen Reiches bis zur arabischen Halbinsel ausweitete.

Das Brückenprojekt, dessen Kosten mit umgerechnet 3,5 Milliarden Euro angegeben werden, soll die Stadt vor allem vom Schwerlastverkehr entlasten. Gegner des Projekts kritisierten, dass der Verkehr durch die mit dem Bau einhergehende Verstädterung zu- und nicht abnehmen werde. Umweltschützer beklagten zudem die Zerstörung von Wäldern im Norden Istanbuls.

hda/dpa/AFP



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