Britische Atomanlage Sellafield wegen Schlechtwetter geschlossen

Auch Großbritannien kämpft mit dem Wintereinbruch im März. Nun wurde die Atomanlage Sellafield wegen des schlechten Wetters abgeschaltet. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, beteuert der Betreiber.

Blick auf Sellafield (Foto vom Februar): Abschaltung wegen ungünstiger Wetterbedingungen
Getty Images

Blick auf Sellafield (Foto vom Februar): Abschaltung wegen ungünstiger Wetterbedingungen


London - In Deutschland drehen die aus Süden kommenden Zugvögel wieder um und fliegen zurück in wärmere Gefilde. In Großbritannien führt der Wintereinbruch sogar zum Abschalten einer Atomanlage.

Wegen Sturmböen und Schnee ist am Freitag der Betrieb der Atomanlage Sellafield im Nordwesten Englands vorübergehend ausgesetzt worden, teilte die Betreiberfirma Sellafield Ltd mit. "Angesichts der derzeitigen und vorhergesagten ungünstigen Wetterbedingungen in und um die Anlage Sellafield" sei diese "als Vorsichtsmaßnahme sicher in einen kontrollierten Abschaltungszustand versetzt worden", hieß es.

Die Beschäftigten der Wiederaufbereitungsanlage und Einrichtungen zur Lagerung von Atommüll seien nach Hause geschickt worden. Es bestehe aber keine Gefahr für die Sicherheit der Anlage.

"Sellafield besteht aus mehr als 1300 Gebäuden, und wenn die Anlage in Betrieb ist, gleicht sie einer kleinen Stadt - mit mehr als 10.000 Leuten, die dort arbeiten und sich auf dem Gelände bewegen", erklärt der Betreiber. Wegen der Sturmböen, des starken Schneefalls und der Tatsache, dass viele Straßen bereits gesperrt seien, sei es für die Arbeiter schlicht nicht sicher genug.

Heftiger Wind, Schnee- und Regenfälle hatten in zahlreichen Teilen Großbritanniens für schwere Behinderungen gesorgt. In Cornwall stürzte ein Haus bei einem Erdrutsch ein, eine Frau galt zunächst als vermisst. Tausende Schulen blieben geschlossen. In Nordirland waren mehr als 30.000 Häuser ohne Strom. Über das Wochenende soll das Wetter anhalten.

Größte Atomanlage Großbritanniens

Sellafield ist die größte Atomanlage Großbritanniens und liegt an der Küste der Irischen See in der Grafschaft Cumbria. Das Gelände beherbergt neben dem 2003 stillgelegten Atomkraftwerk Calder Hall eine Wiederaufbereitungsanlage. In dem Komplex lagert heute der Großteil des britischen Plutoniums.

In Sellafield ereignete sich im Oktober 1957 ein Reaktorbrand, der als "ernster Unfall" der Stufe fünf gemäß der weltweit gültigen Bewertungsskala Ines eingeordnet wird.

Außerdem war Sellafield der Ort eines Wissenschaftskandals: Britische Forscher hatten jahrelang Organe und Körperteile von verstorbenen Atomanlagen-Arbeitern ohne Zustimmung der Angehörigen eingesammelt und zu Forschungszwecken untersucht.

wbr/AFP/dpa



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insgesamt 73 Beiträge
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Seite 1
soulbrother 22.03.2013
1.
Zitat von sysopGetty ImagesAuch Großbritannien kämpft mit dem Wintereinbruch im März. Nun wurde die Atomanlage Sellafield wegen des schlechten Wetters abgeschaltet. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, beteuert der Betreiber. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/britische-atomanlage-sellafield-wegen-schlechtwetter-geschlossen-a-890437.html
Bisher warf man lediglich Wind- und Sonnenkraftnutzung vor, nur nach Wetterlage zu funktionieren. Bei AKWs scheint dies ebenfalls der Fall zu sein. Eine volatile Einspeisung sozusagen.
ludwig49 22.03.2013
2. Wenig plausibel...
...ist die Erklärung der Betreiber. Eine Fürsorglichkeit gegenüber den Arbeitern kommt natürlich besser in der Öffentlichkeit an, als eine Schadensmeldung am AKW.
magnetodingens 22.03.2013
3.
Eventuell sollten soulbrother und ludwig49 den Artikel noch mal lesen. In Sellafield gibt es derzeit kein aktives AKW. Aber Hauptsache man hat gegen die böse Atomkraft gewettert, was?
querulant1892 22.03.2013
4.
Zitat von soulbrotherBisher warf man lediglich Wind- und Sonnenkraftnutzung vor, nur nach Wetterlage zu funktionieren. Bei AKWs scheint dies ebenfalls der Fall zu sein. Eine volatile Einspeisung sozusagen.
Hier sehen sie die aktuelle EE-Einspeisung in Deutschland: Stromerzeugung und -verbrauch - Agora Energiewende (http://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdaten/stromerzeugung-und-verbrauch/?tx_agoragraphs_agoragraphs) Bzw. Transparency in Energy Markets - Gesetzliche Veröffentlichungspflichten der Übertragungsnetzbetreiber (http://www.transparency.eex.com/de/) Ohne hier die Risiken der Atomkraft klein zu reden: Quantitativ gibt es da schon einen Unterschied bei der Versorgungszuverlässigkeit.
m a x l i 22.03.2013
5.
Zitat von querulant1892Hier sehen sie die aktuelle EE-Einspeisung in Deutschland: Stromerzeugung und -verbrauch - Agora Energiewende (http://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdaten/stromerzeugung-und-verbrauch/?tx_agoragraphs_agoragraphs) Bzw. Transparency in Energy Markets - Gesetzliche Veröffentlichungspflichten der Übertragungsnetzbetreiber (http://www.transparency.eex.com/de/) Ohne hier die Risiken der Atomkraft klein zu reden: Quantitativ gibt es da schon einen Unterschied bei der Versorgungszuverlässigkeit.
Kernenergie kommt in den Grafiken in Ihren Links überhaupt nicht vor, sondern versteckt sich verschämt unter "Konv. Kraftwerke" bzw. "konventionell". Daraus kann man also keine Aussage über die Versorgungszuverlässigkeit von Kernenergie ableiten. Aber ich habe Nachrichten für Sie, die etwas über die Versorgungssicherheit von Kernenergie aussagen: In Japan sind seit einem Jahr nur 2 von 54 Kernreaktoren in Betrieb (falls nicht schon wieder wegen Revision abgeschaltet). Der Rest ist Schrott oder steht sinnlos rum und kostet Geld. Falls das nicht den Namen Zufallsstrom verdient hat... Was man bei den Grafiken in Ihren Links schön sieht, ist dass Solarenergie immer dann geliefert wird, wenn der Bedarf im Tagesverlauf am höchsten ist.
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