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Britisches Schiffswrack: Schatzsucher melden Millionenfund im Atlantik

Im Jahr 1941 torpedierte ein deutsches U-Boot ein britisches Handelsschiff vor der irischen Küste. An Bord: 240 Tonnen Silber. Jetzt will die US-Bergungsfirma Odyssey Marine Exploration den Millionenschatz aufgespürt haben. Im Frühjahr soll er gehoben werden.

Hamburg - Die vergangene Woche lief nicht gut für die Schatzsucher der US-Firma Odyssey Marine Exploration. Im Jahr 2007 hatten die Bergungsexperten in einem Schiffswrack im Atlantik 17 Tonnen Gold aufgespürt und geborgen. Die Firma beanspruchte den größten Schatz, der jemals aus einem Wrack geborgen wurde, für sich.

Doch am Mittwoch entschied ein US-Berufungsgericht in Atlanta, dass das Gold aus dem Wrack des spanischen Kriegsschiffs "Nuestra Señora de las Mercedes" rechtmäßig Spanien gehört. Das Gericht bestätigte damit ein Urteil von 2009 zu dem vor rund 200 Jahren gesunkenen Schiff.

Nur wenige Tage nach diesem Urteil vermeldet das börsennotierte Unternehmen nun einen neuen Schatzfund: 300 Seemeilen vor der Küste Irlands hat es demnach das Wrack des britischen Handelsschiffs SS "Gairsoppa" aufgespürt. Der 125 Meter lange Frachter war im Februar 1941 von einem deutschen U-Boot versenkt worden. An Bord befanden sich Tee, Roheisen - und geschätzte 240 Tonnen Silber. Heutiger Marktwert: knapp 200 Millionen Euro.

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S.S. Gairsoppa: Millionenfund im Atlantik
"Wir haben Glück, dass das Schiff mit der Deckseite nach oben auf dem Meeresboden liegt", sagte Greg Stemm, CEO von Odyssey, der "New York Times". Die aufrechte Lage dürfte die Bergung der Silberbarren erleichtern, man könne sie von oben durch die Ladeklappen herausholen, wie man es auch im Hafen tun würde.

Ausgeschert aus schützendem Konvoi

Einen Streit vor Gericht um die Ladung dürfte es diesmal nicht geben, denn Odyssey hatte vorab einen Vertrag mit der britischen Regierung abgeschlossen. Sollte das Unternehmen den Silberschatz ausfindig machen und bergen, darf es demnach 80 Prozent behalten, Großbritannien erhält die verbleibenden 20 Prozent.

Als die SS "Gairsoppa" am 17. Februar 1941 von einem deutschen Torpedo getroffen wurde, befanden sich 85 Personen an Bord. Nach 20 Minuten war das Schiff gesunken, nur wenige Besatzungsmitglieder konnten eines der drei Rettungsboote erreichen. Letztlich überlebte nur ein einziger Mann den Angriff: der zweite Offizier.

Die SS "Gairsoppa" war aus Kalkutta gekommen und in einem Konvoi auf dem Weg nach Liverpool. Weil die Kohle in der stürmischen See knapp wurde, entschied der Kapitän jedoch, den schützenden Konvoi zu verlassen und Galway in Irland anzusteuern.

Zunächst suchte Odyssey mit einem gecharterten russischen Schiff nach dem Wrack, im September schickte die Firma dann das eigene Boot "Odyssey Explorer" zur Fundstelle, um das Wrack mit einem Tiefseeroboter untersuchen zu können. Man habe das Wrack zweifelsfrei identifiziert, teilte das Unternehmen mit, unter anderem anhand der typischen Lackierung, des Anker und der Anzahl der Luken. Im Frühjahr 2012, wenn die See wieder ruhiger wird, soll der Schatz aus 4700 Metern Tiefe gehoben werden.

hda

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insgesamt 35 Beiträge
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1. moderne Schatzsucher
shatreng 26.09.2011
Ich weiß nicht, was ich von solchen Firmen halten soll. Einerseits werden sie vielleicht Entdeckungen machen, die aufgrund des chronischen Geldmangels in der Forschung unentdeckt bleiben würden, andererseits hat diese AG wohl nur wirtschaftliche Interessen, wodurch möglicherweise Zerstörungen verursacht werden, um an "wertvolle" Gegenstände zu kommen. Ich stelle mir auch die Frage, wem diese "Kulturschätze" gehören (sollten) bzw. wer von diesen Fünden profitieren sollte?
2. Meeresausbeuter
marvinw 26.09.2011
Odyssey Marine Exploration vertickt dann den ganzen Fund und macht ihre dicke Kohle damit. An den hystorischen Wert denken die Amis nie. Amerikaner haben oft an ihrer Halskette sehr wertvolle alte Münzen. Odyssey Marine Exploration hat in der Nähe von Spanien 240 Tonnen Silbermünzen geborgen und damit ein ganzes Flugzeug gefüllt. Geschafft haben sie es durch Bestechung der spanischen Politiker. Schrecklich so etwas: nur noch Gier und kein bischen Anstand.
3. Fragwürdig
dennis4132 26.09.2011
Zitat von marvinwOdyssey Marine Exploration vertickt dann den ganzen Fund und macht ihre dicke Kohle damit. An den hystorischen Wert denken die Amis nie. Amerikaner haben oft an ihrer Halskette sehr wertvolle alte Münzen. Odyssey Marine Exploration hat in der Nähe von Spanien 240 Tonnen Silbermünzen geborgen und damit ein ganzes Flugzeug gefüllt. Geschafft haben sie es durch Bestechung der spanischen Politiker. Schrecklich so etwas: nur noch Gier und kein bischen Anstand.
Mal ganz ehrlich, würden Sie noch anständig sein wenn es um 200+ Millionen geht? Ich für meinen Teil kann die Amerikaner verstehen.
4. Dass es keine Russen sind...
marvinw 26.09.2011
die die Weltschätze ausbeuten und sich daran bereichern, sieht man an vollständig fehlender Kritik hier. Wären es Russen gewesen, wäre der Aufschrei hier groß. Aber die Amerikaner dürfen Kriege führen, auch ganz ohne Begründung. Auch Mitmachen bei den amerikanischen Kriegen hält der durchschnittlich verdummte Michel für akzeptabel. Schrecklich wie verblödet unser Land ist.
5. Das kann ich Ihnen auch ganz ehrlich sagen
marvinw 26.09.2011
Zitat von dennis4132Mal ganz ehrlich, würden Sie noch anständig sein wenn es um 200+ Millionen geht? Ich für meinen Teil kann die Amerikaner verstehen.
Es gibt Werte, die kann man nicht mit Geld kaufen. Z.B. eine stabile Gesellschaft auf Verantwortung, Ehrlichkeit und Wertschätzung baut. Es tut mir für Sie leid dass Geld für sie so hohe Priorität hat: ich war in einer Welt erzogen wo man andere Werte erfahren hat. Verstehen Sie mich nicht falsch: ich urteile nicht über Sie. Sie sollten sich tatsächlich vor Augen führen dass es Menschen gibt die anders als Amerikaner handeln würden, auch wenn es sich um 200+ Millionen handelt. Dank dieser Einstellung "Gier zuerst, nach mir die Sinnflut" müssen viele Mexikaner heute in einer von Quecksilber vergifteten Lanschaft leben weil Amerikaner dort Gold nach der billigsten Methode abgebaut haben. Sie haben dortige Politiker bestochen und mit ihnen ihre Ausbeute geteilt. Ging wahrscheinlich auch um "200+ Millionen". Dank dieser unendlichen Dummheit reihen sich die Finanzkrisen ohne Ende an weil Politiker genau so denken wie Sie "Bei der Kohle sage ich doch nicht nein und lasse die Banknarren regieren".
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Entdecker: Der Millionenschatz aus dem Atlantik

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