04. Januar 2013, 18:53 Uhr

Burma

Engländer startet Bergung von mehr als 100 Weltkriegsfliegern

In Burma sollen mehr als hundert "Spitfire"-Kampfflieger aus dem Zweiten Weltkrieg vergraben liegen. Ein englischer Hobbyforscher will den ungewöhnlichen Schatz heben - und mit den Maschinen abheben.

Hamburg - Montag soll eines der spektakulärsten Bergungsprojekte der vergangenen Jahre beginnen. Ein englischer Hobbyarchäologe will in Burma mehr als hundert Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg ausgraben. Die "Spitfire"-Kampfflieger sollen dort neben einem alten Flughafen in riesigen Kisten verpackt und angeblich perfekt erhalten sein.

Im August 1945 nach Ende des Krieges sollen die kostbaren Flieger in einem 100 mal 180 Meter großen Loch vergraben worden sein. Auf Balken haben Amerikaner angeblich das damals fabrikneue Kriegsgerät in tonnenschweren Kisten verbuddelt. Teer sollte die Kisten gegen Feuchtigkeit schützen.

17 Jahre hat sich David Cundall nun vorbereitet. "Nun ist die Zeit reif, wir sind bereit", sagte der besessene Flugzeugfan aus England dem "Telegraph". Historische Berichte hat er gesammelt, zahlreiche Reisen unternommen, Augenzeugen gesprochen. "Unabhängig voneinander haben sie mir alle dieselbe Geschichte erzählt", erzählte Cundall kürzlich einestages.

Elektromagnetische Messungen hätten schließlich den Beweis gebracht: Im Boden der betreffenden Stelle liege Metall. Eine Probebohrung stieß auf Holzkisten mit dicken Wänden.

37 Flieger gehören ihm

Samstag will Cundall dem "Telegraph" zufolge mit einem Team von Archäologen, Geoforschern und anderen Experten nach Burma aufbrechen. Auch Zeugen der Vergrabung vor 68 Jahren sollen die Expedition begleiten; einer sei 91 Jahre alt. Die Bergung solle nach etwa zehn Tagen beginnen, sobald weitere Erkundungen abgeschlossen seien.

"Spitfire"-Maschinen flogen während des Zweiten Weltkriegs für die Alliierten. Und auch heute sind noch etwa drei Dutzend der Flieger Einsatz. Kaum ein royaler Festtag in Großbritannien vergeht, ohne dass nicht eine "Spitfire" über den Buckingham Palace donnert.

Geht Cundalls Plan auf, würde sich die Zahl der Flieger deutlich erhöhen. 124 vergrabene "Spitfires" glaubt der Engländer in Burma geortet zu haben. 37 davon würden ihm gehören, diesen Anteil habe er sich vertraglich zusichern lassen. In gut einem Jahr wolle er sie nach England bringen, dort restaurieren - und schließlich mit ihnen zum Himmel steigen.

boj


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