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Debatte um CCS-Technologie: Altmaier gegen CO2-Speicherung

Treibhausgase im Boden entsorgen, um die Klimaerwärmung zu bremsen - das wollte die Bundesregierung in Deutschland erproben. Doch nun erteilt Umweltminister Altmaier dem Vorhaben eine Absage. Zustimmung findet die CO2-Entsorgung in Brandenburg.

Protest gegen CCS-Technologie (März 2011): "Wir müssen realistisch sein" Zur Großansicht
dapd

Protest gegen CCS-Technologie (März 2011): "Wir müssen realistisch sein"

Hamburg/Berlin - Bundesumweltminister Peter Altmaier sieht wegen des Widerstandes in der Bevölkerung keine Chancen für die unterirdische CO2-Speicherung in Deutschland. "Wir müssen realistisch sein: Gegen den Willen der Bevölkerung ist eine Einlagerung von CO2 im Boden nicht durchzusetzen", sagte er der "Saarbrücker Zeitung".

Für Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke mit der sogenannten CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) sehe er derzeit in keinem einzigen Bundesland eine politische Akzeptanz, sagte Altmaier. Allenfalls für Industrieanlagen sei CCS möglicherweise attraktiv.

Der brandenburgische CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen hingegen hat die umstrittene unterirdische Speicherung von Kohlendioxid gegen Kritik verteidigt. "Nach allem möglichen Ermessen ist CCS eine Technologie, die man vertreten kann", sagte er am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Anstatt Ängste zu schüren, müsse über die Technologie aufgeklärt werden, mahnte Koeppen.

Letzte Woche war bekannt geworden, dass die Bundesregierung auch anderen Technologien des sogenannten Geo-Engineerings keine Chancen einräumt. Neben der Speicherung von CO2 waren zunächst auch Schwefelwolken, Sonnenspiegel oder künstliche Algenblüten zur Klimakühlung in Betracht gezogen worden. Die Bundesregierung möchte die Technologien aber nun nicht fördern.

Proteste der Länder

Bei CCS waren die Vorbereitungen am weitesten: Ein soeben in Kraft getretenes Gesetz hatte den Weg für die unterirdische Speicherung von CO2 bereits frei gemacht. Nach langer Debatte zwischen Bund und Ländern wurde als Kompromiss festgelegt, die verpresste CO2-Menge auf 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr und Speicher zu begrenzen; zunächst waren 3 Millionen Tonnen geplant gewesen.

Die Länder hatten zudem eine Klausel durchgesetzt, die es ihnen ermöglicht, Speicher zu verhindern. Schleswig-Holstein zum Beispiel will die unterirdische CO2-Speicherung verbieten.

Die Bundesregierung und selbst Umweltverbände sahen die Abscheidung von Kohlendioxid (CO2) bei der Kohleverbrennung und in der Industrie als Beitrag zum Klimaschutz. Viele Bürger sind gegen die Technologie, weil sie Gefahren für die Umwelt befürchten.

Zuletzt wollte nur noch der Energiekonzern Vattenfall die CCS-Technologie anwenden, um Braunkohlekraftwerke in Brandenburg klimafreundlicher zu machen. Doch nach dem mehrjährigen Gezerre um ein Gesetz wurden Ende 2011 Pläne für ein CCS-Demonstrationskraftwerk auf Eis gelegt.

boj/dpa/dapd

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1. Experten
Andreas-Schindler 23.07.2012
Die Gefahren sind schlicht zu Groß. Es gibt keine Einheitliche Meinung von den Geologen zu diesen Thema. Bestes Beispiel Tunnelbau, trotz Probebohrungen weiß man nicht was einen Erwartet.
2.
Reg Schuh 23.07.2012
Testen, prüfen, beobachten. LAAANGE beobachten! Alles im kleinen Maßstab. Da besteht nicht die Gefahr, daß abartig große Mengen auf einmal freigesetzt werden. Von vornherein es gar nicht zu versuchen wäre falsch. Es gibt dabei keinen solchen "Super-GAU".
3. Schön, wenn Sie das wissen...
sappelkopp 23.07.2012
Zitat von Reg SchuhTesten, prüfen, beobachten. LAAANGE beobachten! Alles im kleinen Maßstab. Da besteht nicht die Gefahr, daß abartig große Mengen auf einmal freigesetzt werden. Von vornherein es gar nicht zu versuchen wäre falsch. Es gibt dabei keinen solchen "Super-GAU".
...nur, warum wollen Sie dann noch lange beobachten? Nein, der Grund für diese Technik und nicht die Vermeidung ist doch a) die Bequemlichkeit von uns allen und b) es gibt Firmen, die in diese Technik investiert haben und nun die Früche ernten wollen. Nur wie bei der Atomkraft wurde nicht zu Ende gedacht.
4. Groteske
Zitrone! 23.07.2012
Zitat von sysopdapdTreibhausgase im Boden entsorgen, um die Klimaerwärmung zu bremsen - das wollte die Bundesregierung in Deutschland erproben. Doch nun erteilt Umweltminister Altmaier dem Vorhaben eine Absage. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,845868,00.html
Die Gefahren würde ich mal nicht überbewerten. Aber schon gesamtwirtschaftlich (*) und ökologisch ist CCS einfach Unfug - ein kleiner Blick auf Wikipedia zeigt schon, wo die Probleme liegen: https://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Abscheidung_und_-Speicherung#Nutzbarkeit_der_Technik " ... Effizienzverlust von Kraftwerken um ca. 10 Prozentpunkte.[29] Dies entspricht einem um ca. 30 Prozent erhöhten Ressourceneinsatz ...". Im Klartext: Für den gleichen Strom, den wir heute mit 100 t Kohle erzeugen, bräuchten wir dann 130 t! Dazu kommen dann noch höherer Platzbedarf der Kraftwerke, CO2-Transportverluste, Überwachung der Lagerstätten und weitere noch gar nicht genau bekannte Umweltfolgen der Lagerung. "Insofern stellt sich die Frage, ob die Energiebilanz von CCS-Kraftwerken überhaupt positiv ausfällt." Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Wir bauen dann diese CCS-Kraftwerke nur aus Jux und Dollerei, für NICHTS (außer Rohstoff- und Geldverbrennung)! Jedwede Energie, die erzeugt wird, wird auch gleich wieder auf den Kopp gehauen. Und als wäre das alles noch nicht schlimm genug, ist nicht mal sicher, ob das CO2 denn auch da bleibt, wo wir es versenken: "Bei manchen Arten der Lagerung, insbesondere bei der Einleitung ins Meer, könnte das gelagerte CO2 im Laufe von einigen 100 bis 1000 Jahren wieder in die Atmosphäre gelangen, ... Auch bei einigen unterirdischen Lagern ... ist die Dichtigkeit des Endlagers schwer einzuschätzen." Möchte mal wissen, wer so eine hirnverbrannte Idee überhaupt aufgebracht hat - aber eigentlich ist das klar: (*) Einzelne Unternehmen können sich natürlich trotzdem ne goldene Nase verdienen ...
5. CCS? CO2-"Speicherung"??? Geht's noch?
alex300 23.07.2012
Zitat von sysopdapdTreibhausgase im Boden entsorgen, um die Klimaerwärmung zu bremsen - das wollte die Bundesregierung in Deutschland erproben. Doch nun erteilt Umweltminister Altmaier dem Vorhaben eine Absage. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,845868,00.html
CO2 ist DIE Grundlage für alles lebende. In welchem Gehirn ist die Idee entstanden den lebendigen Organismen die Nahrung zu entziehen? CO2 gehört zurück in die Natur. Die Pflanzen und Tiere werden uns danken.
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Geo-Engineering
Pro und Contra
Wenn der Klimawandel dramatische Ausnahmen anzunehmen droht, bleibt als letzte Option wohl nur Geo-Engineering, sagen viele Forscher. Entweder man verringert die Sonneneinstrahlung auf der Erde, etwa durch Wolken oder Aerosole. Oder man filtert massenhaft CO2 aus der Atmosphäre und lässt es unter der Erde oder im Meer verschwinden. Doch so gut das auch klingt, Geo-Engineering ist umstritten.

Die einen warnen vor den Risiken und Nebenwirkungen menschlicher Eingriffe, die nur wenig erforscht sind. Die anderen fürchten, Geo-Engineering könnte die Menschheit dazu verleiten, andere Maßnahmen zum Klimaschutz gleich ganz bleiben zu lassen. Möglicherweise lässt sich mit den Eingriffen aber Zeit gewinnen. Geo-Engineering könnte für 10 oder 20 Jahre helfen, den Klimawandel zu bremsen. Um die eigentliche Aufgabe, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren, wird die Menschheit jedoch nicht herumkommen.
Mit Aeorosolen das Sonnenlicht dimmen
USGS / Cascades Volcano Observatory
Der Nobelpreisträger Paul Crutzen hat im Jahr 2006 eine Art Giftkur fürs Weltklima vorgeschlagen: Feinste Schwefelpartikel, ausgebracht in 10 bis 50 Kilometer Höhe, sollen das Sonnenlicht dämpfen. Um ein paar Prozent nur, aber das würde reichen, damit die Temperatur auf der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts nur um zwei bis zweieinhalb Grad ansteigt.

Dass das Verfahren funktioniert, zeigte sich 1991 beim Ausbruch des Vulkans Pinatubo auf den Philippinen. Mehr als 20 Kilometer hoch wurde damals die Aschewolke geschleudert. Schwefeldioxide oxidierten zu genau jenen kleinen Schwefelsäure-Tröpfchen, die Crutzen nutzen will. Der Himmel verdunkelte sich ein ganz kleines bisschen, die Temperatur sank weltweit um 0,5 Grad. Atmosphärenforscher wissen inzwischen, dass der Schwefel die Ozonschicht stark schädigen könnte und denken deshalb über andere Aerosole nach. Der Charme der Methode ist aber, dass sie vergleichsweise billig umzusetzen ist. Ein US-Forscher hat ausgerechnet, dass Militärjets die mit Abstand billigste Variante sind, um Schwefelpartikel in den Himmel zu transportieren.
Ozeane mit Eisen düngen
AWI
Seit Wissenschaftler wissen, dass Eisensulfat Plankton dazu bringt, deutlich mehr CO2 zu binden als normalerweise, gilt die Düngung der Ozeane als mögliches Klimaschutzprojekt. Damit das Verfahren tatsächlich klappt, muss das Phytoplankton nach dem Absterben zum Meeresboden sinken - und möglichst lange dort verbleiben. Forscher halten das massenweise Verschütten von Eisen in die Ozeane allerdings auch für ein riskantes Experiment: Es könnte marine Ökosysteme radikal verändern. Zudem ergaben mehrere Experimente, darunter auch von deutschen Forschern im Südmeer, dass durch eine Düngung viel weniger Treibhausgas Kohlendioxid gebunden wird als angenommen.
Sonnenschirme im All
UA Steward Observatory
Wie aus einem Science-Fiction-Roman klingt der Vorschlag, einen gigantischen Spiegel im Weltall zwischen Sonne und Erde zu positionieren, der wie ein Sonnenschirm wirkt. 1992 wurden die Kosten für ein solches Projekt grob geschätzt: Man kam auf über hundert Milliarden Dollar, um die Sonnenstrahlung um ein Prozent zu verringern. In dieser Größenordnung sollen auch die globalen Kosten des Klimawandels pro Jahr liegen. Der Spiegel müsste in etwa die Größe Manhattans haben. Von der Erde aus wäre der Spiegel praktisch nicht erkennbar, höchstens als kleiner dunkler Fleck auf der Sonne.

Die Idee wurde an der University of Arizona weiterentwickelt: Ein 100.000 Kilometer langen Schweif aus 16 Billionen Scheibchen soll im All schweben. Jedes Scheibchen soll aus transparentem Kunststoff bestehen, 60 Zentimeter groß und nur ein Gramm schwer sein. Der Effekt: Die Sonneneinstrahlung würde um 1,8 Prozent sinken.

Für die Idee eines wie auch immer aufgebauten Sonnenschirms im All spricht, dass er keine chemischen Eingriffe in die Atmosphäre erfordert, deren Folgen schwer abzusehen sind. Theoretisch ließe sich der kosmische Sonnenschutz auch wieder abbauen. Allerdings sind Klimaexperten skeptisch, ob die Idee wegen der enorm hohen Kosten praktikabel ist.
Die Wolken aufhellen
DPA
Hunderte Geisterschiffe sollen auf den Ozeane rund um die Uhr Meerwassertropfen in die Luft blasen, die Kondensationskeime bilden. Erhoffter Effekt: hellere Wolken, die mehr Sonnenstrahlung zurück ins All reflektieren und so abkühlend wirken. Die Idee besticht durch ihre verblüffend niedrigen Kosten: Nicht einmal hundert Millionen Euro pro Jahr soll die Flotte aus Roboterschiffen kosten, die ihre Energie aus dem Wind beziehen. Statt mit Segeln sollen die Boote mit sogenannten Flettner-Rotoren bestückt werden.
Künstliche Bäume (Air Capture)
Institution of Mechanical Engineers
In Kohlekraftwerken der Zukunft soll das klimaschädliche CO2 aufgefangen und unterirdisch gespeichert werden (Carbon Capture and Storage -: kurz CCS). Künstliche Bäume arbeiten im Prinzip genauso, nur dass sie das CO2 nicht aus Abgasen, sondern direkt aus der Atmosphäre herausfiltern (Air Capture). Das ist aufwendiger und auch deutlich teuerer als CCS. Doch mit Air Capture lässt sich auch schon vor Jahren emittiertes CO2 nachträglich wiedereinfangen, was mit CCS nicht möglich ist. Ein künstlicher Baum soll nach Angaben britischer Forscher etwa 20.000 Dollar kosten und könnte zehn Tonnen CO2 pro Tag absorbieren. In ganz Großbritannien müssten 100.000 derartige Bäume aufgestellt werden, um sämtliches CO2 aufzufangen, das vom Verkehr der Insel stammt.
Bäume anpflanzen, verbrennen, CO2 auffangen
DPA
CO2 aus der Luft holen - das beherrschen natürlich nicht nur teure Anlagen, sondern auch Wälder. Man müsste den in Holz einlagerten Kohlenstoff nur noch dauerhaft speichern - fertig wäre das natürliche Geo-Engineering. Forscher haben vorgeschlagen, das Holz nicht mit großem Aufwand zu lagern, sondern einfach zu verbrennen. Das dabei entstehende CO2 wird dann aufgefangen und unterirdisch gespeichert (CCS). Diese Geo-Engineering-Variante würde nicht nur analog zu Air Capture die CO2-Konzentration der Atmosphäre senken, sondern nebenbei auch Energie produzieren. Freilich gibt es auch beim gezielten Holzverbrennen Probleme. So könnten neu angepflanzte Wälder auf der Nordhalbkugel die Erdoberfläche zusätzlich verdunkeln. Folge: Es wird mehr Wärmestrahlung der Sonne absorbiert, die Temperaturen steigen.
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Geo-Engineering: Konzepte zur Rettung des Klimas

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Geo-Engineering: Sprühschiffe gegen den Klimawandel

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