Geheime Militäranlage: CIA-Dokument erklärt Ufo-Sichtungen über "Area 51"

Von Markus Becker

Die "Area 51" steht seit Jahrzehnten im Zentrum von Verschwörungstheorien. Jetzt hat die US-Luftwaffe erstmals die Existenz der Anlage bestätigt. Von Außerirdischen ist in dem Dokument zwar keine Rede. Dafür aber erklärt es, warum es über dem Gebiet zu zahlreichen Ufo-Sichtungen kam.

"Area 51": Was das US-Militär in der Mojave-Wüste trieb Fotos
Getty Images / Lockheed Martin

Wieder eine Enttäuschung für Ufologen: Erneut ist ein lang geheimgehaltenes Regierungsdokument veröffentlicht worden, und erneut gibt es keinen Hinweis auf die Existenz außerirdischer Besucher. Schon die ehemaligen Geheimdokumente der britischen Regierung enthielten keine Hinweise auf echte Aliens, die neuseeländischen gaben ebenso wenig her. Nun enttäuscht in dieser Hinsicht auch die sagenumwobene US-Militäranlage "Area 51".

Die George Washington University hatte vom US-Geheimdienst CIA die Entwicklungsgeschichten der Spionageflugzeuge U-2 "Dragon Lady" und der A-12 "Oxcart" angefordert. In dem am Donnerstag veröffentlichten Dokument ist zwar detailliert aufgeführt, wie und warum die USA die Maschinen vom Hersteller Lockheed bauen ließen. Von den Leichen Außerirdischer, die nach dem Absturz eines Ufos 1947 nahe der US-Kleinstadt Roswell geborgen und in der "Area 51" versteckt worden sein sollen, ist dagegen keine Rede.

Lediglich eine kleine Neuigkeit enthält das Papier: Nach Angaben von Jeffrey Richelson, der im National Security Archive der George Washington University arbeitet, hat die CIA nun erstmals die namentliche Existenz der "Area 51" eingeräumt. Eine Landkarte zeigt die genaue Lage des Gebiets in der Mojave-Wüste im US-Bundesstaat Nevada. Dass es die "Area 51" tatsächlich gab, dürfte heute allerdings kaum noch jemanden überraschen.

Aufschlussreicher ist eine Passage, die erklärt, warum die Zahl von Ufo-Sichtungen plötzlich in die Höhe schoss. Mitte der fünfziger Jahre flogen Passagierflugzeuge in Höhen zwischen drei und sechs Kilometern, militärische Flugzeuge wie Bomber der Typen B-47 und B-57 blieben unter zwölf Kilometern. Die U-2 dagegen war eigens dafür konstruiert, enorme Höhen zu erreichen. "Als sie begann, höher als 18 Kilometer zu fliegen, bekamen die Fluglotsen steigende Zahlen an Ufo-Meldungen", heißt es in dem CIA-Dokument.

Ufo-Sichtungen in den Abendstunden

Insbesondere in den frühen Abendstunden hätten Piloten merkwürdige Flugobjekte gesichtet. Das, erklärt die CIA, hatte einen einfachen Grund: Wenn die Sonne auf niedrigen Flughöhen schon untergegangen war, wurde die U-2 weiter oben noch von der Sonne angestrahlt. "Ihre silbernen Flügel reflektierten die Sonnenstrahlen und sahen für den Airliner-Piloten sechs Kilometer weiter unten wie feurige Objekte aus", heißt es in dem Papier. Selbst tagsüber sei die U-2 manchmal als hell leuchtendes Objekt am Himmel aufgetaucht. In den fünfziger Jahren habe es aber niemand für möglich gehalten, dass ein Flugzeug derartige Höhen erreichen könnte. Kein Wunder also, dass mancher glaubte, Außerirdische zu sehen.

Die zahlreichen Meldungen führten zur Operation "Blue Book": Die Air Force sammelte die Berichte und versuchte, sie mit natürlichen Phänomenen zu erklären. Den wahren Grund durfte schließlich niemand erfahren. Das wiederum könnte die Ufo-Gläubigen in ihren Spekulationen noch bestärkt haben.

Aus dem Dokument geht auch hervor, dass Deutschland eine wichtige Rolle für die amerikanischen Spionageaktivitäten im Kalten Krieg spielte. Die erste Mission einer U-2 fand demnach am 20. Juni 1956 statt, als eine U-2 Aufklärungsfotos von Polen und Ostdeutschland schoss. Der damalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower sei der Empfehlung von CIA und Außenministerium gefolgt, den deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer vorab zu informieren, wenn eine U-2 zu einem ihrer brisanten Spionageeinsätze über der Sowjetunion aufbrach. Über Missionen in Osteuropa ließen die Amerikaner die Deutschen dagegen im Dunkeln.

Das schmälerte die transatlantische Zusammenarbeit freilich keineswegs, wie das CIA-Dokument besagt: "Von Beginn an leisteten die Verbündeten der USA wertvolle Unterstützung für das Überflugsprojekt." Basen in Deutschland hätten eine "tragende Rolle" gespielt, um die Flüge über die Sowjetunion zu ermöglichen.

Mit Material von AP

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insgesamt 273 Beiträge
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    Seite 1    
1. Ufologen werden diesen Bericht...
cossy 16.08.2013
....auch wieder als Täuschungsmanöver sehen (wollen). Egal womit man kommt, man kann sich alles so drehen und wenden, wie es einem selbst am Besten passt. Seit den 50ern hat sich im Verhältnis USA - Deutschland nichts verändert. Der große Bruder (Big Brother hahaha) bleibt sich treu und informiert nur darüber, was er als sinnvoll hält. Aber so wirklich geschadet hat es uns die letzten 70 Jahre ja auch nicht wirklich. Schaun wir mal, wie es weitergeht, mit dem Friedensnobelpreisträger Obama, de einen solchen Preis erhalten hat, nur weil er vor seiner Verantwortung große Reden hielt. Da müsste ja künftig eigentlich jeder Politiker demnächst einen Nobelpreis erhalten....
2.
mesopotamien00 16.08.2013
Zum x.ten mal area 51 ist eine geheime Militärbasis für fortgeschrittene Waffen ...wo werden sonst Fluggeräte wie intelligente Drohnen entwickelt?? ...an die Gläubigen und Ungläubigen ...Tatsache ist wir sind alleine in diesem Universum (auch andere, falls es sie gibt) ... Hört endlich auf mit euren Theorien und weitere Sachen die durch nicht gesundem Menschenverstand und sci-fi wahnVorstellungen entstanden sind . Hoffe ihr habt jetzt den Knall gehört ...Friede Freude Eierkuchen Willkommen in der Realität :)
3. optional
behr22 16.08.2013
Gut das so etwas endlich öffentlich gemacht wird, auch wenn das mittlerweile wirklich so ziemlich jeder wusste. Diese Geheimhaltung ist einfach Schwachsinn und bringt nicht. Vielleicht mal ein bestimmtes militärischen Projekt geheimzuhalten macht ja noch Sinn, aber die Existenz eines solchen Testgebiets zu leugnen ist Unsinn. Genauso unötig wie die ganze Geheimhaltung der Geheimdienste. So etwas schadet nur der Demokratie
4. Wollen die uns für Dumm verkaufen?
wosenjohn 16.08.2013
Zitat von sysopDie "Area 51" steht seit Jahrzehnten im Zentrum von Verschwörungstheorien. Jetzt hat die US-Luftwaffe erstmals die Existenz der Anlage bestätigt. Von Außerirdischen ist in dem Dokument zwar keine Rede. Dafür aber erklärt es, warum es über dem Gebiet zu zahlreichen Ufo-Sichtungen kam. CIA-Dokument erklärt Ufo-Sichtungen über "Area 51" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/cia-dokument-erklaert-ufo-sichtungen-ueber-area-51-a-916978.html)
Denken die wir sind dämlich? U2 Flieger, wers glaubt. Die können so viele gefälschte Dokumente veröffentlichen wie sie wollen, ich rücke aber keinen Millimeter von meiner Überzeugung ab: Es waren Wetterballons!
5.
hansmaus 16.08.2013
Zitat von cossy.. Schaun wir mal, wie es weitergeht, mit dem Friedensnobelpreisträger Obama, de einen solchen Preis erhalten hat, nur weil er vor seiner Verantwortung große Reden hielt. Da müsste ja künftig eigentlich jeder Politiker demnächst einen Nobelpreis erhalten....
.... aber nicht jeder beherrscht das Marketing so gut wie Obama :) CHANGE!!!! Nix ist eingetreten aber die presse kriegt heute noch scnappatmung wenn man behauptet das Obama exakt die gleiche Politik macht wie Bush nur mit weniger Fettnäpchen (was ich persönlich amüsanter fand)
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