München - Ein Defekt an einem wichtigen Versorgungskabel hat dazu geführt, dass weite Teile Münchens ab 7 Uhr keinen Strom hatten. Das teilten die Münchner Stadtwerke auf einer Pressekonferenz sowie über Twitter (@SWM_Muenchen) mit. Die fehlerhafte Leitung läuft zwischen dem nördlich von München gelegenen Moosburg und der bayerischen Hauptstadt.
Die Leitungen, die vom Norden her in die Stadt führten, seien mit dem Netz von E.on Bayern verbunden. "Wir sind mit E.on in Kontakt, aber wir haben noch kein Ergebnis", sagte der Geschäftsführer der Münchner Stadtwerke für Versorgung und Technik, Stephan Schwarz. "Es wird vermutlich eine Stromspitze gewesen sein, die durchgelaufen ist." Aus Sicherheitsgründen schalte das Netz in solchen Fällen automatisch ab. Die Stromversorgung sei inzwischen wieder stabil. Der Vorfall solle nun schnellstmöglich analysiert werden. Nach Angaben der Stadtwerke war es der schwerste Stromausfall seit 1992.
Laut SWM kam es in der Folge der technischen Störung unter anderem zu einer Explosion im Umspannwerk Bogenhausen. Schwarz betonte, der Vorfall "hatte mit der Energiewende und der ganzen Diskussion um sichere Netze nichts zu tun". Was heute passiert sei, "hätte auch vor 20 Jahren passieren können".
Von etwa 7 Uhr an war für rund eine halbe Stunde die Beleuchtung an den Tunnelbahnhöfen ausgefallen. Nach knapp einer halben Stunde fuhren die S-Bahnen wieder, allerdings fielen Taktverstärker-Züge aus. Nach Einschätzung der Sprecherin sollte sich der Verkehr bis zum Mittag wieder normalisieren.
Die Feuerwehr musste laut einem Sprecher zu etwa 50 Einsätzen im ganzen Stadtgebiet ausrücken. In der Hälfte der Fälle musste sie Menschen aus Aufzügen befreien. Zudem seien fälschlicherweise viele Feuermeldeanlagen ausgelöst worden. Die Berufsfeuerwehr bekam Unterstützung von zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren.
Gegen halb acht funktionierte der Strom zumindest in einigen Stadtteilen wieder. Um kurz nach neun Uhr twitterten die Münchner Stadtwerke: "Inzwischen sind die meisten Haushalte wieder am Netz. Wir arbeiten am Netzaufbau und daran, alle Haushalte wieder zu versorgen."
wbr/dapd
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