Defekter Brennstab Zwischenfall in Atomkraftwerk in Südchina

Wochenlang wurde darüber nichts bekannt, doch jetzt kommen zumindest einige Informationen ans Licht: Im südchinesischen Atomkraftwerk Daya Bay hat es offenbar Ende Mai einen Zwischenfall gegeben. Eine Gefahr für die Bevölkerung schließen die Behörden vor Ort aus.


Hongkong - Seit Mitte der neunziger Jahre arbeiten die beiden Druckwasserreaktoren des Kraftwerks Daya Bay in der südchinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen. Nun hat es offenbar einen Zwischenfall in der Anlage gegeben. Chinesische Behörden teilten zunächst nichts über das Problem mit, das sich bereits Ende Mai ereignet haben soll. Jetzt informierte die Verwaltung in Hongkong aber doch die Öffentlichkeit.

In der vom Hongkonger Energiekonzern CLP Power mitbetriebenen Anlage sei ein leichter Anstieg an Radioaktivität festzustellen gewesen, hieß es. Nach ersten Erkenntnissen sei daran ein "sehr kleines Leck" in einem Brennstab Schuld. Dadurch sei das Kühlwasser leicht radioaktiv belastet worden. Eine Gefahr für die Menschen in der Umgebung der Reaktoren habe allerdings nicht bestanden.

Der US-Sender Radio Free Asia mit Sitz in Washington hatte unter Berufung auf nicht näher zitierte Hongkonger Experten von einem Anstieg an Radioaktivität berichtet. Demnach soll am 23. Mai auch radioaktives Jod freigesetzt worden sein. CLP habe den Vorfall zunächst verheimlicht.

Der größte Hongkonger Energieversorger wies die Vorwürfe zurück. Die betroffene Anlage befindet sich etwa 50 Kilometer nördlich von Hongkong in der chinesischen Provinz Guandong. Die internationalen Grenzwerte seien bei dem Vorfall nicht überschritten worden, erklärte das Unternehmen. Die chinesischen Behörden seien zudem in Kenntnis gesetzt worden.

chs/afp

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