Zweiter Weltkrieg Deutsches U-Boot-Wrack vor North Carolina entdeckt

Im Sommer 1942 beschossen sich vor der US-Ostküste ein deutsches U-Boot und Schiffe der USA. Jetzt haben Meeresforscher die Wracks aus dem zweiten Weltkrieg am Meeresgrund vor North Carolina entdeckt.

NOAA/ SRI International

Die Wracks eines deutschen U-Boots und eines US-Frachtschiffs, die in einer Seeschlacht im Zweiten Weltkrieg versenkt wurden, sind vor der Ostküste der USA gefunden worden. Die Wracks lägen 48 Kilometer vor der Küste des Bundesstaats North Carolina im Abstand von 240 Metern in einem Gebiet, das als Friedhof des Atlantiks bekannt ist, teilte die US-Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA) am Dienstag mit.

Demnach handelt es sich um das deutsche U-Boot 576 und das Frachtschiff "Bluefields", die am 15. Juli 1942 versenkt wurden. Nach Angaben der Behörde hatte das U-Boot einen von US-Kriegsschiffen begleiteten Handelskonvoi angegriffen und versenkte die "Bluefields" und beschädigte zwei weitere Frachter schwer.

Daraufhin habe jedoch ein US-Marineflugzeug das U-Boot bombardiert, während ein Handelsschiff es mit seiner Bordkanone beschoss, erklärte die NOAA. Während sich die Besatzung der "Bluefields" noch retten konnte, ging das U-Boot mit seiner 45-köpfigen Besatzung unter. Das Wrack gilt daher als Kriegsgrab und steht unter internationalem Schutz.

Das Auswärtige Amt erklärte, Deutschland habe kein Interesse an einer Bergung der sterblichen Überreste in dem U-Boot. Sie sollten nach Möglichkeit an Ort und Stelle bleiben, um den Toten zu erlauben, in Frieden zu ruhen.

khü/AFP

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insgesamt 14 Beiträge
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Gottloser 22.10.2014
1. Muss jetzt die Geschichte des U-Boot-Krieges neu geschrieben werden?
Wohl eher nicht. Jedermann konnte wissen, dass in der Gegend deutsche U-Boote zerstört wurden. Eigentlich ist die Nachricht kalter Kaffee. Jetzt hat man halt den alten Schrott wieder entdeckt, für den sich früher kein Mensch interessierte. Wo ist jetzt der Erkenntnisgewinn, dass man so etwas unter Wissenschaft veröffentlichen muss. Panorama hätte dafür vollkommen gereicht.
Dr. Elmo 22.10.2014
2. Nah auf die Pelle gerückt
Zitat von GottloserWohl eher nicht. Jedermann konnte wissen, dass in der Gegend deutsche U-Boote zerstört wurden. Eigentlich ist die Nachricht kalter Kaffee. Jetzt hat man halt den alten Schrott wieder entdeckt, für den sich früher kein Mensch interessierte. Wo ist jetzt der Erkenntnisgewinn, dass man so etwas unter Wissenschaft veröffentlichen muss. Panorama hätte dafür vollkommen gereicht.
Sicher muß die Geschichte nicht neu geschrieben werden. Aber immerhin kann man einen Haken an die Geschichte von U-576 machen, dessen Mannschaft ja nun auch irgendwie der menschlichen Rasse angehörte. Details zum U-Boot gibt's bei Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/German_submarine_U-576 Abgesehen davon lernt man: Auch fremde U-Boote können der Supermacht USA ziemlich eng auf die Pelle rücken. Glücklicherweise sind die Russen früher und heute zu nichts in dieser Richtung fähig. Aber beängstigend ist das schon.
expendable 22.10.2014
3. Bemerkenswert...
...gut erhalten, das U-Boot, mit intakter Außenhülle, Turm, Periskope und Kanonen an ihrem Platz. Normalerweise ist da nur noch ein rostzerfressenes Gerippe übrig. Das hier sieht aus wie direkt aus dem Museum. Bleibt zu hoffen, das es nicht sofort von "Sport"-Tauchern und Nazi-Devotionaliensammlern vandalisiert und geplündert wird.
diskutant32 22.10.2014
4.
Zitat von expendable...gut erhalten, das U-Boot, mit intakter Außenhülle, Turm, Periskope und Kanonen an ihrem Platz. Normalerweise ist da nur noch ein rostzerfressenes Gerippe übrig. Das hier sieht aus wie direkt aus dem Museum. Bleibt zu hoffen, das es nicht sofort von "Sport"-Tauchern und Nazi-Devotionaliensammlern vandalisiert und geplündert wird.
Der Grund dafür liegt darin, daß U-Boote deren Zerstörung nicht visuell verifiziert werden konnte, weil sie durch Sonar oder ähnliches geortet wurden, immer so stark mit Wasserbomben eingedeckt wurden, daß sie schon kurz nach der Versenkung nur noch ein Gerippe darstellten. Damit wurde verhindert, daß die U-Boote sich auf den Grund sinken lassen und dort "Toter Mann" spielen.
Stephan 22.10.2014
5. Warum nicht bergen?
Bei dem exzellenten Zustand würde sich eine Bergung und anschließende Ausstellung lohnen.
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