Mysteriöse Flüge Drohnen über französischer Atomwaffenbasis

In Frankreich sind schon wieder unbekannte Drohnen in gesperrten Luftraum eingedrungen. Nach Kernkraftwerken wurde nun ein Marinestützpunkt überflogen. In der Basis liegen vier Atom-U-Boote.

Atom-U-Boot "Le Vigilant" im Marinestützpunkt Île Longue: Drohnen sind in den Luftraum der Basis eingedrungen
AFP

Atom-U-Boot "Le Vigilant" im Marinestützpunkt Île Longue: Drohnen sind in den Luftraum der Basis eingedrungen


Hamburg - Drohnen unbekannter Herkunft sind nahe einer Atomwaffenbasis der französischen Streitkräfte gesichtet worden. Nach Behördenangaben vom Mittwochabend wurden die Drohnen nahe dem Stützpunkt Île Longue auf der abgelegenen Halbinsel Crozon in der Bretagne ausgemacht, wo die vier Atom-U-Boote der französischen Marine stationiert sind.

Die unbemannten Fluggeräte drangen demnach Montagnacht und am Dienstag in den Sicherheitsbereich um den Stützpunkt im Nordwesten Frankreichs ein. Ein Sprecher der zuständigen Präfektur sagte, es seien "umgehend" Einsatzkräfte von Militär und Gendarmerie mobilisiert worden. Die Präfektur betonte aber, die Flüge hätten keine Gefahr für die Sicherheit der Anlage dargestellt. Gefunden wurden die Drohnen nicht.

Am Stützpunkt Île Longue liegen U-Boote der Triomphant-Klasse, der modernsten französischen Baureihe. Die Boote können jeweils 16 Interkontinentalraketen tragen, die mit je sechs nuklearen Sprengköpfen bewaffnet sind.

In den vergangenen Monaten hatten Drohnen unbekannter Herkunft immer wieder französische Atomkraftwerke und andere Nuklearanlagen überflogen. Das löste auch eine Diskussion über die Sicherheit der AKW in Frankreich aus.

Doch nicht nur in Frankreich gibt es Probleme mit den unbemannten Fluggeräten: Erst vor wenigen Tagen legte eine Hobby-Drohne eine Bruchlandung im Garten des Weißen Hauses in Washington hin. US-Präsident Barack Obama forderte daraufhin strengere Regeln für die ferngesteuerten Fluggeräte.

boj/AFP

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insgesamt 41 Beiträge
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sikasuu 29.01.2015
1. Brieftauben mit Kamera war gestern, Drohen ist heute.....
... bin mal gespannt wann aus "Sicherheitsgrunden" Drohen nur noch mit "Nachschlüssel und Nummernschild" verkauft werden dürfen. . Unseren "Sicherheitspolitikern" müsste doch bei solchen "Ereignissen" der Kamm schwillen.
spon-facebook-1057565516 29.01.2015
2. ufos.. keine drohnen..
sagt ein akw direktor.. ich kenne keine drohnen mit bis zu 9m radius, die 30 minuten lautlos fliegend stehen bleiben und dann 9km weit von der gendarmerie verfolgt werden, um dann zu verschwinden..
sikasuu 29.01.2015
3. Stimmt, das waren die kleinen pelzigen Wesen von....
Zitat von spon-facebook-1057565516sagt ein akw direktor.. ich kenne keine drohnen mit bis zu 9m radius, die 30 minuten lautlos fliegend stehen bleiben und dann 9km weit von der gendarmerie verfolgt werden, um dann zu verschwinden..
... Alpha-Centauri auf Kaffeeausflug, die sich die wenigen "Nukleartankstellen in diesem Teil der Galaxis angeguckt haben:-)) . Da kann ich nur Marvin zitieren(aus dem "Anhalter..."(c) D.Adams): "Ein Gehirn, in der Lage den Weg, das Leben jedes Sandkorns im Universum zu berechnen,... und ich muss mich täglich auf Euer Niveau runterdenken! Macht mir gar keinen Spass!"
Untertan 2.0 29.01.2015
4. Offensichtlich
Nun, da werden mögliche Anschlagsziele ausgespäht, soviel dürfte klar sein.
Karateka 29.01.2015
5. Automatisierung erwünscht
Irgendwann wird auch dieser Bereich stärker automatisiert, so dass die unverantwortlichen Hobbyflieger davor geschützt werden, sich und anderen Schaden zuzufügen. Es gibt durchaus gute und nachvollziehbare Gründe, weshalb es Gebiete mit eingeschränkter Flugerlaubnis gibt, bei der man z.B. die Leitstelle oder den Tower vorab kontaktieren muss. Ein Drohnenhersteller hat zum Beispiel angekündigt, dass seine Drohnen in Washington nicht mehr starten können. Das ist zwar immerhin ein Schritt, aber er geht in die falsche Richtung, denn es gibt durchaus Situationen, in denen der Flug erlaubt ist. Pauschalisierte Verbote bringen hier nichts. Sinnvoller erscheint mir eine Lösung, bei der der Drohnenpilot sich authentifiziert und eine Aufstiegserlaubnis mit einem Radius und einer Flugzeit beim Tower o.ä. anfordert und der Tower dann (halb)-automatisiert einen Freischaltcode an die Drohne schickt.
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