Rettungstechnik Dubais Feuerwehrmänner heben ab

Sie sehen futuristisch aus - und sollen doch einen ganz handfesten Nutzen haben: Dubai hat 20 Jetpacks für seine Brandbekämpfer geordert. Damit sollen sie sich auf Hochhäuser katapultieren können.

Martin Aircraft

Das höchste Gebäude von Dubai ist auch das höchste Gebäude der Welt. Ganze 828 Meter hoch ragt der Burj Khalifa in den meist wolkenlosen Himmel des Emirats. Neben dem Giganten wirken andere Hochhäuser klein - dabei gibt es in Dubai mehr als 30 Gebäude über 250 Meter.

Für die Feuerwehr bringt das große Herausforderungen. Das war auch zu sehen, als im Februar dieses Jahres der 352 Meter hohe Wohnwolkenkratzer "The Torch" in Flammen stand - oder als im November 2012 der - deutlich niedrigere - Tamweel Tower im Stadtteil Jumeirah Lake Towers ausbrannte.

Nun sollen Brandbekämpfer futuristische Ausstattung bekommen, um besser auf zukünftige Brände in Hochhäusern vorbereitet zu sein: Auf der Luftfahrtmesse in Dubai haben die Behörden bis zu 20 Jetpacks bei einem neuseeländischen Hersteller geordnet. Der Vorvertrag umfasst außerdem zwei Simulatoren sowie Flugtraining für die Einsatzkräfte.

Technisch gesehen ist der "Martin Jetpack" ein Ultraleichtflugzeug. Man könnte auch von einer Art persönlichem Hubschrauber sprechen. Auf Fotos von der Luftfahrtmesse ist ein gelb-rot lackiertes Exemplar zu sehen. Ausgestattet ist es mit zwei sogenannten Mantelpropellern - und nicht mit Strahltriebwerken, wie der Name "Jetpack" nahelegen könnte.

Bis in 1000 Metern Höhe einsetzbar

Das Gerät mit einem Listenpreis von 250.000 Dollar erlaubt Flüge von gut einer halben Stunde in bis zu 1000 Metern Höhe. Der Pilot kann etwa 120 Kilogramm Ausrüstung mitnehmen. Die Feuerwehrleute von Dubai werden also nicht etwa Löschwasser aus der Luft versprühen, sondern die Jetpacks vor allem dazu nutzen, bei einem Brand an schwer erreichbare Gebäudeteile wie das Dach zu kommen. Vor ihrem Einsatz sollen die Geräte unter anderem mit Wärmebildkameras ausgerüstet werden.

Der Jetpack galt lange Zeit als klassisches Symbol für die Zukunft des Verkehrs - zumindest so, wie ihn sich Schriftsteller und Filmemacher vorstellten. Auch Comicautoren nicht zu vergessen, Stichwort: "The Rocketeer". James Bond flog im Jahr 1965 in "Feuerball" schon mit solch einem Gerät durch die Lüfte - und vor seinen Verfolgern in Sicherheit. Später war die Technik auch in "Minority Report" oder "Sky Captain and the World of Tomorrow" zu sehen.

Doch in der realen Welt kamen Jetpacks kaum über den Status einer Kuriosität hinaus, mit dem Abenteurer um Sehenswürdigkeiten wie zuletzt die Freiheitsstatue in New York düsten. Ob der Verkauf der Technik nun für einen Boom der Fluggeräte sorgen wird, muss sich zeigen. Klar ist: Der Hersteller möchte sein Fluggerät auch in andere Weltgegenden verkaufen. Ob es Modelle für Individualreisende geben wird, ist bislang noch nicht klar.

Im Video: Mit dem Jetpack um die Freiheitsstatue

Fotostrecke

18  Bilder
Die Erfindung des Jetpack: Als Draufgänger die Düse kriegten

chs



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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
laxness 13.11.2015
1. viel besser....
....wär doch ein "Flyboard" mit Wasserjet-Antrieb. Wasser hat die Feuerwehr doch genug und starke Pumpen auch :-) Hey, da würd ich auch gerne mal mitmachen :-)))
Olaf 13.11.2015
2.
Sieht ja toll aus, aber gibt es irgendwelche Backup oder Sicherungssysteme, falls mit dem Ding etwas schiefgeht? Da ist ja nichts mit gleiten, wenn der Schub nachlässt oder ausfällt, ist man weg. Könnte ein gut ausgerüsteter Hubschrauber nicht auch Menschen und Ausrüstung auf das Dach bringen?
Diwoka1 13.11.2015
3.
Zitat von OlafSieht ja toll aus, aber gibt es irgendwelche Backup oder Sicherungssysteme, falls mit dem Ding etwas schiefgeht? Da ist ja nichts mit gleiten, wenn der Schub nachlässt oder ausfällt, ist man weg. Könnte ein gut ausgerüsteter Hubschrauber nicht auch Menschen und Ausrüstung auf das Dach bringen?
Ich denke mal, daß beim Einsatz von Ex-Pats das Sicherheitsbedenken in den Golfstaaten nicht das Hauptaugenmerk sein dürfte. Siehe Bauunfälle/Todesfälle auf diversen Baustellen der Golfstaaten.
Hupert 13.11.2015
4. Klar gibts das...
Zitat von OlafSieht ja toll aus, aber gibt es irgendwelche Backup oder Sicherungssysteme, falls mit dem Ding etwas schiefgeht? Da ist ja nichts mit gleiten, wenn der Schub nachlässt oder ausfällt, ist man weg. Könnte ein gut ausgerüsteter Hubschrauber nicht auch Menschen und Ausrüstung auf das Dach bringen?
...heißt "In schā'a llāh" Wenn man sich irgendwas einfallen läßt das halbwegs teuer ausschaut, irgendeine fancy Funktion hat und obendrein unverschämt viel Geld kostet kann man sich auf einen Kundenkreis verlassen.
Alkyone 13.11.2015
5. Thema
Die Ölscheichs werden bis zur Bewusstlosigkeit gemolken. Soweit ich weiß, wird in keiner westlichen Metropole Jetpacks zur Brandbekämpfung verwendet. Warum wohl?
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