Effizienter Stromspeicher Tesla-Gründer plant Super-Batterie für Selbstversorger

Was wird sie kosten, wie wird sie aussehen? Nur wenig Konkretes ist bekannt über die Super-Batterie von Tesla-Gründer Elon Musk. Er verspricht aber Großes: Jeder soll Solarstrom daheim speichern und auf autonome Versorgung umstellen können.

Von Watson.ch-Autor Daniel Schurter

Tesla-Autobatterie: Der Konzern will seine Stromspeicher nun auch privaten Haushalten anbieten
AP

Tesla-Autobatterie: Der Konzern will seine Stromspeicher nun auch privaten Haushalten anbieten


Bekannt ist Tesla für seine schnittigen und teuren Elektroflitzer und für seinen charismatischen Chef Elon Musk. Der 43-jährige Multimilliardär baut neben Autos auch noch Recycling-Raketen für sein privates Raumfahrtunternehmen SpaceX.

Als Nächstes startet er nicht im Weltraum in ein neues Geschäftsabenteuer, sondern auf dem Heimatplaneten. Der Elektroauto-Pionier nutzt seine Erfahrungen, um eine "Konsumenten-Batterie" zu bauen. Die Details zum geheimnisvollen Akku-Projekt folgen am 30. April, wie ein Sprecher des Unternehmens nun bestätigte.

Tesla arbeitet offenbar schon länger an einer Super-Batterie für den Heimgebrauch. "Sie ist fertig entwickelt und sollte in den nächsten sechs Monaten in Produktion gehen", verriet Musk im Februar. Ende März folgte via Twitter die Ankündigung der Ankündigung. Bilder von der neuen Super-Batterien gibt es bislang aber nicht, und auch die Preise sind nicht bekannt.

Batterien bereits im Test

Zwar sind Energiespeicher für den Heimgebrauch nichts Neues, und es existieren bereits Anbieter. Doch trauen offenbar einige Analysten Tesla zu, sich dank der starken Marke durchzusetzen. Die Börse reagierte mit einem beachtlichen Kurssprung. Der Wert des Unternehmens stieg in zehn Minuten um 900 Millionen Dollar - obwohl noch nicht klar war, was genau Tesla herausbringt.

Große Lithium-Ionen-Batterien können den mit Solarzellen erzeugten elektrische Strom direkt vor Ort speichern und bei Bedarf wieder abgeben. In Kombination mit einer leistungsfähigen Solaranlage würde dies Hausbesitzern ermöglichen, energieautark zu leben, also gänzlich ohne "fremden" Strom aus dem Netz auszukommen.

Neben der "Tesla Home Battery" soll angeblich auch eine leistungsfähigeres Exemplar für größere Läden und Einkaufszentren herauskommen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die neuen Batterien bereits in 300 kalifornischen Haushalten sowie in rund einem Dutzend Wal-Mart-Läden getestet würden. Dies sei ein Teil eines Pilotprogrammes mit der Schwesterfirma SolarCity, die Solaranlagen herstellt. Musk ist daran maßgeblich beteiligt.

Umweltschützer skeptisch

Es gibt natürlich auch kritische Stimmen. Umweltschützer wenden ein, dass Lithium-Ionen-Akkus bei der Herstellung sehr viel Energie verschlängen und die Bilanz alles andere als positiv sei. Auch bezüglich Sicherheit werden Bedenken geäußert. In der Vergangenheit kam es wegen überhitzter Akkumulatoren verschiedentlich zu explosionsartigen Bränden.

Und schließlich stellt sich die Frage nach dem Wirkungsgrad. Wie groß ist die Differenz zwischen dem, was in die Batterie fließt und dem, was später für den täglichen Gebrauch wieder herauskommt?

Sicher ist: Musk ist kein selbstloser Wohltäter, er will wirtschaftlich von dem Projekt profitieren. Zurzeit lässt er in Nevada eine "Gigafactory" bauen. Dort sollen Lithium-Ionen-Batterien massenhaft produziert werden.

Tesla-Großbaustelle in der Wüste Nevadas
REUTERS

Tesla-Großbaustelle in der Wüste Nevadas

Dass Musk die Idee noch wird vorstellen können, war offenbar lange nicht sicher. Offenbar ging Tesla nahe am Konkurs vorbei, wie einer neuen Musk-Biografie zu entnehmen ist. Im März 2013 habe er mit dem Projekt vor der Pleite gestanden und mit Google-Gründer Larry Page einen Übernahmeplan ausgehandelt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf verlässliche Quellen.

Doch dann stieg die Nachfrage nach Elektroautos rasant - mittlerweile hat Tesla einen Börsenwert von rund 26 Milliarden Dollar.

Anm. d. Red: Dies ist eine gekürzte Fassung des Artikels des Schweizer Newsportals watson.ch.

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insgesamt 203 Beiträge
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Seite 1
deepfritz 22.04.2015
1.
Ich bezweifle dass sich so etwas finanziell lohnt. Aber der Markt wird es schon richten.
Cleanthinking 22.04.2015
2. So ist das
Wenn Tesla etwas sagt, macht oder tut, springen die deutschen Medien auf. Deutsche Technologieführer wie E3/DC, die seit Jahren in diesem Markt vertreten sind, haben es da schwerer. Tesla wird das zweite Apple, auch da wird jedes Gerücht zu einem Massenhype. Ich finde die Autos von Tesla klasse, aber über Gerüchte zu berichten, ist immer noch eine seltsame Begebenheit, die wir einem anderen amerikanischen Großkonzern mit sechs Buchstaben zu verdanken haben.
jj2005 22.04.2015
3. Aluminium?
Zuhause spielt Gewicht keine Rolle, dafuer aber der Preis. Sehr wahrscheinlich setzt Musk auf Aluminium-Ionen-Batterien mit halber Leistungsdichte und halbem Preis.
schwaebischehausfrau 22.04.2015
4. Luftnummer...
...Tesla macht auch 12 Jahre nach seiner Gründung noch keinen Cent Profit mit seinen Elektro-Autos, verbrennt stattdessen fast jedes Quartal ca. 100 Mio. US-Dollar Kapital - und das trotz gigantischer Subventionen. Sobald Staaten wie Norwegen (oder in den USA Californien) ihre Subventionen kürzen/einstellen, wird das wacklige Geschäftsmodell vollends einstürzen. Und ob gerade die teure Lithium-/Ionen Batterie-Technologie sich für das Zwischen-Speichern von Strom in Privathaushalten durchsetzen wird, bezweifeln viele Experten.
ClausWunderlich 22.04.2015
5.
Zitat von deepfritzIch bezweifle dass sich so etwas finanziell lohnt. Aber der Markt wird es schon richten.
Wenn die Preise weiter steigen lohnt sich das ganz sicher. Das gibts ja auch schon! RWE Batteriespeicher Sie möchten Solarstrom speichern und Ihren selbsterzeugten Strom optimal nutzen? Unsere Batteriespeicher machen es möglich! http://www.energiewelt.de/web/cms/de/2391704/energieberatung/solarenergie-photovoltaik/rwe-homepower-storage/batteriespeicher-von-rwe/
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