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Endlager-Debatte: Strahlenschutz-Chef fordert Alternativen zu Gorleben

Ist der Salzstock Gorleben geeignet als atomares Endlager? Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, will seine Hand dafür nicht ins Feuer legen: Der Standort sei nach "unbekannten Kriterien" ausgesucht worden. Alternativen müssten offen diskutiert werden.

Zwischenlager Gorleben: "Unbekannte Kriterien" Zur Großansicht
dapd

Zwischenlager Gorleben: "Unbekannte Kriterien"

Köln - Der Chef des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram König, will bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll auch Alternativen zum Standort Gorleben prüfen. "Wir brauchen ein systematisches Verfahren, das nach den Sicherheitsanforderungen aufgestellt ist", sagte König im Deutschlandfunk.

Gorleben sei vor mehr als 30 Jahren nach "bis heute unbekannten Kriterien" ausgesucht worden, sagte der Behördenchef. Es sei bis zum Schluss nicht geklärt worden, wie sich eigentlich der Standort Gorleben bei dem Vergleich herauskristallisiert habe.

Ob Gorleben geeignet sei, lasse sich noch nicht abschließend beurteilen. Diese Einschätzung begründet König so: "Gorleben hat aber nicht nur ein fachliches Problem eventuell, es gibt dort durchaus Schwachpunkte, die man untersuchen muss, wie zum Beispiel ein fehlendes zweites Deckgebirge über dem Salzstock."

König zog eine Parallele zwischen dem geplanten Endlager und dem Streit um das Bauprojekt "Stuttgart 21". In beiden Fällen müsse die Planung transparent gemacht werden. Bei der Endlager-Suche müsse offen kommuniziert werden, nach welchen Kriterien ein Standort ausgewählt wurde, wie man die Ergebnisse bewertet habe. König kritisiert: "Das ist im Fall Gorleben leider nicht passiert. Dort hat man, bewusst übrigens, die Öffentlichkeit bisher nicht beteiligt in einem formalisierten Verfahren."

Einige Forscher schlagen als Alternative Kurzzeit-Endlager für hochradioaktiven Müll vor - so sei der Atommüll sicher untergebracht, bis man Lösungen für die Ewigkeit finde.

lis/AFP

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insgesamt 53 Beiträge
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1. Unbekannte Kriterien
rodelaax 22.05.2011
Die Kriterien waren rein politisch. Welchen Politiker interessiert es, wenn es in Jahrzehnten zu einer Verstrahlung der Bevölkerung kommt. "Nach mir die Sinflut" ist das Kriterium.
2. xx
Dramidoc 22.05.2011
Zitat von sysopIst der Salzstock Gorleben geeignet *als atomares Endlager? Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz will seine Hand dafür nicht ins Feuer legen: Der Standort sei nach "unbekannten Kriterien" ausgesucht worden. Alternativen müssten*offen diskutiert werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,764119,00.html
Ich kann Herrn König nur zustimmen.
3. Gorleben? Die Antwort ist einfach.
festuca 22.05.2011
Auch wenn es heute niemand mehr zugeben mag: Ein Blick auf die geographische Lage des Wendlandes und die politischen Grenzen vor 1989 sagt alles. Wenn was schiefgeht, trifft es vorrangig ehemaliges DDR-Territorium. Ich bin mir sicher, dass solche Überlegungen seinerzeit eine Rolle spielten, an Zufall mag ich nicht glauben.
4. Nein, sach
stanisraus 22.05.2011
Ich war immer dafür, das Zeugs in Sibierien zu verbuddeln. 1000 km rundherum nur unwirtliche Eiswüste. Kommen die Grünen: aber die Eisbären. Und die Eisstelzvögel. Und die extremophilen fakultativen Anaerobier.
5. Tonstein
t.h.wolff 22.05.2011
Tonstein ist ja neuerdings der Renner in der Entsorgungsfrage. Zwischen München und Stuttgart gibt es da eine hoch interessante Formation... http://www.bgr.bund.de/nn_333322/DE/Themen/Geotechnik/Bilder/BGR__Ber__Wirtsgest__karte__g.html Ich freue mich auf den Tag, an dem der Seehofer Horst mit dem Endlagerprojekt BAYWÜ21 an die Öffentlichkeit tritt. Gerade wenn die Union im Nachbarländle 2015 zurück an die Macht drängt.
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