Entdeckung des Higgs-Bosons: Physikstar Hawking verliert Wette

Die Entdeckung des Higgs-Bosons kostet den berühmten Physiker Stephen Hawking eine stolze Prämie: Er hatte mit einem Kollegen gewettet, dass das Teilchen nie gefunden werde. Den Findern wünscht er eine besondere Auszeichnung.

Stephen Hawking: Weltbekannter Wissenschaftler mit Lob für die Kollegen Zur Großansicht
AP/ NASA

Stephen Hawking: Weltbekannter Wissenschaftler mit Lob für die Kollegen

Hamburg - Physiker weltweit sind euphorisch: Sie feiern die Entdeckung eines neues Elementarteilchens, des lang gesuchten Higgs-Bosons. Sein Feld verleiht anderen Teilchen ihre Masse. Ein Star der Wissenschaftsgemeinde indes muss einen Dämpfer hinnehmen: Stephen Hawking.

Der berühmte Astrophysiker hat eine Wette verloren. Er habe vor ein paar Jahren mit einem Kollegen in den USA gewettet, dass das Teilchen nie gefunden werde, sagte Hawking am Mittwoch in einem Interview mit dem Sender BBC. "Mir scheint, ich habe gerade 100 Dollar verloren", erklärte der im Rollstuhl sitzende Wissenschaftler und Autor des Bestsellers "Eine kurze Geschichte der Zeit", der nur über einen Sprachcomputer kommunizieren kann. Dennoch begrüßte er das "wichtige Ergebnis" und sagte, die Forscher hätten den Nobelpreis verdient.

Wissenschaftler am Forschungszentrum Cern in Genf hatten am Mittwoch bekanntgegeben, sehr wahrscheinlich das Higgs-Boson entdeckt zu haben. Jetzt schüren Forscher die Hoffnung auf eine neue Physik, die sogar die rätselhafte Dunkle Materie erklären könnte.

Es ist nicht das erste Mal, das Hawking bei einer Wette mit Fachkollegen unterlag: Im Februar 1997 wettete er, dass Schwarze Löcher alle Informationen über die Materie vernichten, die ihnen zum Opfer fällt. 2004 jedoch wurde der Wetteinsatz fällig: eine Enzyklopädie nach Wahl des Gewinners.

boj/dpa

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1. Noch ist gar nichts bewiesen
Grafsteiner 04.07.2012
Es gibt eine Vermutung an der Grenze der Sicherheit. Ehe man dies als gesichertes Wissen betrachten kann, werden noch einige Versuche mit dem gleichen Ergebnis laufen müssen. Hawking ist übrigens einer der wenigen Wissenschaftler, die bereit sind anzuerkennen, wenn sie sich geirrt haben. In seiner Kurzen Geschichte der Zeit empfand ich es als sensationell, als er den sog. Urknall als Ursprung aller Materie bezweifelte. Weil, wenn etwas knallt, Materie vorher vorhanden sein muss. Etwas, was den vielen Verfechtern dieser Idee bis heute noch nicht aufgefallen ist.
2.
total_perspective_vortex 04.07.2012
Zitat von GrafsteinerEs gibt eine Vermutung an der Grenze der Sicherheit. Ehe man dies als gesichertes Wissen betrachten kann, werden noch einige Versuche mit dem gleichen Ergebnis laufen müssen. Hawking ist übrigens einer der wenigen Wissenschaftler, die bereit sind anzuerkennen, wenn sie sich geirrt haben. In seiner Kurzen Geschichte der Zeit empfand ich es als sensationell, als er den sog. Urknall als Ursprung aller Materie bezweifelte. Weil, wenn etwas knallt, Materie vorher vorhanden sein muss. Etwas, was den vielen Verfechtern dieser Idee bis heute noch nicht aufgefallen ist.
Außerdem, wenn da wirklich was geknallt hätte hätte das doch jemand hören müssen.
3. Nö.
Mimimat 04.07.2012
Zitat von GrafsteinerEs gibt eine Vermutung an der Grenze der Sicherheit. Ehe man dies als gesichertes Wissen betrachten kann, werden noch einige Versuche mit dem gleichen Ergebnis laufen müssen. Hawking ist übrigens einer der wenigen Wissenschaftler, die bereit sind anzuerkennen, wenn sie sich geirrt haben. In seiner Kurzen Geschichte der Zeit empfand ich es als sensationell, als er den sog. Urknall als Ursprung aller Materie bezweifelte. Weil, wenn etwas knallt, Materie vorher vorhanden sein muss. Etwas, was den vielen Verfechtern dieser Idee bis heute noch nicht aufgefallen ist.
Oh, das ist diesen durchaus aufgefallen. Nur ist ihr Argument einfach zu widerlegen: Materie ist nämlich nur eine Erscheinungsform der Energie. Und wie ich das verstehe, war beim Urknall (geknallt hat da eigentlich nichts) lediglich unendlich komprimierte, reine Energie vorhanden. Und erst nachdem diese sich etwas verteilt hat und "abkühlte", bildete sich Materie und übrigens auch Antimaterie. Diese war nicht zu gleichen Teilen vorhanden, so dass die Materie gewann. ;-) Also: nicht Materie, sondern Energie muss vorhanden gewesen sein. Ich finde übrigens die Variante mit dem pulsierenden Weltall immer noch plausibler. Aber irren ist bekanntlich menschlich.... ;-)
4.
ewspapst 04.07.2012
Zitat von GrafsteinerEs gibt eine Vermutung an der Grenze der Sicherheit. Ehe man dies als gesichertes Wissen betrachten kann, werden noch einige Versuche mit dem gleichen Ergebnis laufen müssen. Hawking ist übrigens einer der wenigen Wissenschaftler, die bereit sind anzuerkennen, wenn sie sich geirrt haben. In seiner Kurzen Geschichte der Zeit empfand ich es als sensationell, als er den sog. Urknall als Ursprung aller Materie bezweifelte. Weil, wenn etwas knallt, Materie vorher vorhanden sein muss. Etwas, was den vielen Verfechtern dieser Idee bis heute noch nicht aufgefallen ist.
Mal eine kleine Frage: Ist Ihnen denn auch aufgefallen, dass hier gar nicht unbedingt von "Materie" gesprochen werden muss, sondern von der gleichwertigen "Energie", da im Urkanll Anfang der sich bildende Raum "strahlungsdominiert" war.
5.
0914 04.07.2012
Zitat von GrafsteinerEs gibt eine Vermutung an der Grenze der Sicherheit. Ehe man dies als gesichertes Wissen betrachten kann, werden noch einige Versuche mit dem gleichen Ergebnis laufen müssen. Hawking ist übrigens einer der wenigen Wissenschaftler, die bereit sind anzuerkennen, wenn sie sich geirrt haben. In seiner Kurzen Geschichte der Zeit empfand ich es als sensationell, als er den sog. Urknall als Ursprung aller Materie bezweifelte. Weil, wenn etwas knallt, Materie vorher vorhanden sein muss. Etwas, was den vielen Verfechtern dieser Idee bis heute noch nicht aufgefallen ist.
"Hawking ist übrigens einer der wenigen Wissenschaftler, die bereit sind anzuerkennen, wenn sie sich geirrt haben." -Wie kommen Sie denn darauf? " Materie vorher vorhanden sein muss.." - Materie entsteht ja erst durch abkühlung ..kann bei Trillionen Grad gar nicht existieren.. -"Knall" ist ja nur ein Hilfskonstrukt... (von Edington) da "knallt" nichts, man würde auch nichts hören (keine Luft/Gase zum ausbreiten von Schallwellen)-bei dem Unvorstellbaren. -Hawking ist meiner Meinung nach einer der meist überschätzten Physiker. Gewiss, er hat intressante Beiträge über schwarze Löcher in den 70ern geliefert.Aber das wars auch im wesentlichen ...Er hat weder ein Naturgesetz entdeckt (wie zB Heisenberg, Pauli und andere ), noch eine radikal neue Theorie aufstellen können. Berühmt ist nur als Autor & und weil er im Rollstuhl sitzt (dazu synthetische Stimme-cool) -und weil die Medien ihn (eben aus diesen Gründen) gepuscht haben.
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Die Grundkräfte der Natur
Fundamentale Wechselwirkungen
Sie sind buchstäblich das, was die Welt im Innersten zusammenhält: die Grundkräfte der Natur. Sie sind die Basis aller physikalischen Vorgänge, ohne sie wäre unser Universum nicht denkbar. Die Wissenschaft kennt vier dieser Kräfte, die auch fundamentale Wechselwirkungen genannt werden. Seit Jahrzehnten fahnden Wissenschaftler auch nach einer fünften - bisher allerdings ergebnislos.
Die Gravitation
Isaac Newton hat im 17. Jahrhundert die Schwerkraft erstmals mathematisch beschrieben. Sie besitzt eine unendliche Reichweite, lässt sich - anders als andere Grundkräfte - nicht abschirmen und wirkt vor allem auf große Distanzen. Planeten, Sterne und ganze Galaxien werden maßgeblich von ihr gesteuert. Dennoch ist sie die schwächste aller Fundamentalkräfte. Ein Mensch etwa - obwohl im Vergleich zur Erde winzig klein - kann die Schwerkraft zumindest kurzzeitig spielend mit seiner Körperkraft überwinden.
Die elektromagnetische Kraft
Sie ist neben der Gravitation die zweite Kraft, der schon früh der Rang eines allgemeinen Naturgesetzes gegeben wurde. Auf ihr basieren die meisten Alltagsphänomene: Wenn eine Glühbirne dank Strom Licht erzeugt, wenn Magneten sich anziehen, wenn Substanzen chemisch miteinander reagieren ist die elektromagnetische Wechselwirkung die Basis des Geschehens. Die Teilchen, durch die sie vermittelt wird, sind die Photonen.
Die starke Kernkraft
Die Kernkräfte wurden erst im 20. Jahrhundert mit der Entdeckung von Atomkernen und Radioaktivität beschrieben. Nach dem Standardmodell der Elementarphysik besteht ein Atomkern aus Neutronen und Protonen, die sich wiederum aus Quarks zusammensetzen. Die starke Kernkraft, auch starke Wechselwirkung genannt, hält diese Quarks zusammen - und damit auch die Atomkerne. Sie wird durch Gluonen vermittelt.
Die schwache Kernkraft
Die schwache Wechselwirkung ist die Grundlage einiger radioaktiver Zerfallsprozesse und spielt auch eine Rolle bei der Kernfusion, die etwa im Innern von Sternen abläuft. Sie besitzt wie auch die starke Kernkraft nur eine kurze Reichweite.

Die schwache Kernkraft sagt auch die Existenz des sogenannten Higgs-Bosons voraus, das der Theorie zufolge allen anderen Elementarteilchen ihre Masse verleiht. Der Partikel, auch "Gottesteilchen" genannt, wurde bisher aber noch nicht direkt beobachtet. Weltweit fahnden Forscher intensiv nach dem Teilchen. Mit Hilfe großer Teilchenbeschleuniger wie dem Large Hadron Collider (LHC) in Genf könnte es schon bald nachgewiesen werden.
Die fünfte Kraft
Seit Jahrzehnten fahnden Wissenschaftler nach einer fünften Kraft. Sie soll ähnlich schwach sein wie die Gravitation und auf Objekte aller Art wirken. Doch experimentell ließ sich die fünfte Fundamentalkraft - trotz einiger Versuche insbesondere in den späten achtziger Jahren - nicht schlüssig belegen.

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