Erfolgreicher Testflug US-Militär feiert Hyperschall-Waffe

3900 Kilometer in weniger als 30 Minuten: Das US-Militär hat erfolgreich eine neue Hyperschall-Waffe getestet. Die "Advanced Hypersonic Weapon" soll ihr Ziel binnen kürzester Zeit unschädlich machen können - an jedem Ort der Welt.

AFP/ DARPA

Es ist eines der ambitioniertesten Projekte des US-Verteidigungsministeriums: der Hyperschall-Flug. Eifrig arbeitet die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), die Forschungsabteilung des US-Militärs, an Flugkörpern, die binnen Minuten die Strecke zwischen New York und Los Angeles bewältigen sollen. Doch bisher schien das Ziel der Darpa noch ein wenig zu hoch gegriffen: Im August dieses Jahres schlug ein Testflug fehl, bei dem das Versuchsobjekt Geschwindigkeiten von mehr als 20.000 Kilometer pro Stunde erreichen sollte. Der Hyperschall-Flugkörper war vermutlich in den Pazifik gestürzt.

Jetzt vermeldet die Darpa einen wichtigen Fortschritt: Erstmals haben die US-Streitkräfte im Pazifik eine mit Hyperschallgeschwindigkeit fliegende Waffe getestet. Die neue "Advanced Hypersonic Weapon" (AHW) wurde am Donnerstag gegen 1:30 Uhr (Ortszeit) vom Raketentestgelände auf der Insel Kauai abgefeuert. Eine dreistufige Rakete beförderte die Waffe auf die vorgesehene Flugbahn innerhalb der Erdatmosphäre und setzte sie anschließend frei. Der Gleiter der Waffe habe in weniger als einer halben Stunde das rund 3900 Kilometer entfernte Kwajalein-Atoll erreicht, erklärte eine Pentagon-Sprecherin.

Die Waffe soll in der Lage sein, ihr Ziel mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit anzusteuern. Das "AHW"-Konzept ist Teil eines Programms zur Entwicklung konventioneller Systeme, die den USA rasche Militärschläge rund um den Globus ermöglichen sollen. Konkret geht es um Waffen, die ihr Ziel auf jedem beliebigen Punkt der Welt in weniger als einer Stunde erreichen können, wie es auf dem Online-Portal space.com nachzulesen ist. Die Tests erfolgen im Rahmen eines Programms mit dem Titel Prompt Global Strike.

Im Vergleich zum vorangehenden Versuch mit dem Hyperschall-Flugkörper war der Test mit der Waffe allerdings auch einfacher: Denn das Ziel des abgestürzten "Hypersonic Technology Vehicle 2" ("HTV 2") lag in etwa 6600 Kilometer Entfernung. Die "AHW" musste nur etwa 60 Prozent der Strecke bewältigen.

Bei den Versuchen geht es grundsätzlich darum, den Flug bei extrem hohen Geschwindigkeiten zu beherrschen. Die Technologien könnten für die Entwicklung von Waffen ebenso genutzt werden wie für die kommerzielle Luftfahrt. Zumindest für letzteren Bereich ist ein Praxiseinsatz aber noch weit entfernt. Die Darpa interessiert sich naturgemäß vor allem für die Nutzung in Waffensystemen.

cib/dpa



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Seite 1
wika 18.11.2011
1. Ja super …
… ich überlegte die ganze Zeit schon was uns jetzt gerade noch fehlte, ich meine in der Krise, wo allen das Geld ausgeht. Nur für so ernsthafte Sachen wie diese hier ist natürlich noch Kohle ohne Ende da. Ob man damit nachher auch punktgenau die Finanzkrisenherde binnen einer Stunde an jedem beliebigen Platz der Welt entschärfen kann? Hmm, da würde ich jetzt nochmal Zweifel anmelden. Oder sollten wir jetzt ob dieser Meisterleistung für globales, punktgenaues Töten mit den Amerikanern in Jubel ausbrechen? Bekommen jetzt alle Diktatoren so ein Teil frei Haus geliefert? Dabei sind wir doch nach dem letzten Bericht des Kriegsforschungsinstituts zur *„Modernen Kriegsführung“* … Link (Vorsicht ganz schwarzer Tarn-Anstrich) (http://qpress.de/2010/07/02/moderne-kriegsfuhrung/) eher gehalten dem Morden wieder einen humaneren Anstrich zu geben, es kostengünstiger zu gestalten und dem traditionellen Handwerk der Schädelspalterei wieder mehr Raum zu geben. Da sehe ich diese Entwicklung aber als völlig kontraproduktiv und eben als Geldverschwendung.
la borsa, 18.11.2011
2. Rasche Schläge
Zitat von sysop3900 Kilometer in*weniger als*30 Minuten: Das US-Militär hat erfolgreich eine neue Hyperschall-Waffe getestet. Die "Advanced Hypersonic Weapon" soll ihr Ziel binnen kürzester Zeit unschädlich machen können - an jedem Ort der Welt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,798667,00.html
haben eine begrenzte Wirkung. Die Waffe soll in der Lage sein, ihr Ziel mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit anzusteuern. Das AHW-Konzept ist Teil eines Programms zur Entwicklung konventioneller Systeme, die den USA rasche Militärschläge rund um den Globus ermöglichen sollen. Soweit damit keine Enthauptungsschläge erzielt werden, wäre der Anfangserfolg zu konsolidieren. Dafür braucht man aber ManPower. Da ManPower besonders in Flächenländern nicht zur Verfügung steht, kann der Waffenerfolg durch Hyperschall-Waffen nicht umgemünzt werden in strategischen Erfolg. Also wieder mal ein Arbeitsbeschaffungsauftrag für die Waffenwirtschaft!
timewalk 18.11.2011
3. Das Ding wird halt gehackt
Jetzt mal angenommen das Ding wäre mit einem nuklearen Sprengkopf bestückt und landet zufällig ganz woanders als vorgesehen. Die Szenario Vorlage dazu liefert der Film "How i stopped worrying and started to love the bomb". Der Unterschied ist, das man nur noch ein paar Minuten Zeit hat um das vom Virus übernommene Geschoss frei zuhacken. Und notfalls organisiert man halt einen Virus und schaltet zufällig ein x belibiges Ziel drauf. Sowas gabs ja quasi der Standard wenn es um Kriegsbegründungen geht. Vorteile ergeben sich wohl bei der Bekämpfung von Ausserirschen Besuchern.
vaclaus 18.11.2011
4. Wozu ist so ein Ding gut?
Eine russische Trägerrakete fliegt in 30 Minuten von Murmansk nach Kamchatka, es sind etwa 10.000 km, mit einem atomaren Kopf natürlich. Ähnlich leistungsfähig sind die Raketen an den russischen U-Boten.
dirk.kunkel.ronnenberg 18.11.2011
5. ....
Es handelt sich bei dieser "Hyperschall"-Waffe allem Anschein nach um einen epigonischen Nachbau der "Fjusan", welche in der Volksrepublik China bereits vor geraumer Zeit erfolgreich getestet wurde. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine Zeitenwende bereits angebrochen ist.
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