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Frankreich: Erneut Drohnen über Atomkraftwerken gesichtet

Atomkraftwerk Penly am Ärmelkanal: Erneut meldet das Wachpersonal mysteriöse Überflüge Zur Großansicht
AFP

Atomkraftwerk Penly am Ärmelkanal: Erneut meldet das Wachpersonal mysteriöse Überflüge

Neuer Alarm in Frankreich: Wieder sind zwei Atomkraftwerke von unbekannten Drohnen überflogen worden. Woher sie kamen, ist unklar.

In Frankreich sind erneut zwei Atomkraftwerke von Drohnen unbekannter Herkunft überflogen worden. Die Atomanlagen Penly am Ärmelkanal und Golfech im Südwesten Frankreichs seien am Donnerstagabend überflogen worden, teilten die Polizei und der AKW-Betreiber EDF am Freitag mit. In den vergangenen Wochen waren bereits sieben französische Atomkraftwerke - teils mehrfach - von Drohnen überflogen worden. Der Stromkonzern EDF erstattete Anzeige.

In Frankreich ist es verboten, Atomkraftwerke in einem Umkreis von fünf Kilometern und einer Höhe unter tausend Metern zu überfliegen. Für die Überwachung dieses Luftraums ist die französische Luftwaffe zuständig, wie es in einer Vereinbarung mit EDF geregelt ist.

Der AKW-Betreiber EDF, das französische Militär sowie die Behörden versichern, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Sicherheit der Atomkraftwerke bestand. Die Umweltorganisation Greenpeace, die bereits mit mehreren spektakulären Aktionen auf die ihrer Meinung nach bestehenden Sicherheitsmängel bei französischen AKWs aufmerksam gemacht hatte, versicherte, sie habe mit den Drohnen-Flügen nichts zu tun. Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums vom Donnerstag ist eine Hypothese, der die Ermittler nachgehen, dass Atomkraftgegner eine Kampagne vorbereiten könnten.

khü/AFP

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1. AKW-Drohnen einfach runterschiessen
raber 31.10.2014
Die Hypothese, dass es sich um Proben der Atomkraftgegener handeln könnte, hätte eine harmlose Dimension. Wenn es allerdings zum Testen oder Vorbereitung einer oder mehrerer Terroristenattacken auf AKW dienen sollte, dann könnte es schon eher Vernachlässigung sein nichts zu unternehmen. Da es in Frankreich verboten ist im Umkreis von 5 km und in einer Hóhe unter 1 km so ein AKW zu überfliegen, sollte die französische Luftwaffe diese Drohnen doch einfach abknallen und zwar sofort bei Eintreten in den verbotenen Luftraum.
2.
Poseri 31.10.2014
Zitat von raberDie Hypothese, dass es sich um Proben der Atomkraftgegener handeln könnte, hätte eine harmlose Dimension. Wenn es allerdings zum Testen oder Vorbereitung einer oder mehrerer Terroristenattacken auf AKW dienen sollte, dann könnte es schon eher Vernachlässigung sein nichts zu unternehmen. Da es in Frankreich verboten ist im Umkreis von 5 km und in einer Hóhe unter 1 km so ein AKW zu überfliegen, sollte die französische Luftwaffe diese Drohnen doch einfach abknallen und zwar sofort bei Eintreten in den verbotenen Luftraum.
Und wie wollen Sie das bewerkstelligen? Eine Drohne ist in wenigen Sekunden startklar, überfliegt ein Objekt und vollführt dort ihren Auftrag und ist kurz danach wieder im Kofferraum verstaut. Bis die Luftwaffe reagieren kann ist der Käse gegessen und mehrfach verdaut.
3. Laser Truck
der_da1234 31.10.2014
@Poseri suchen Sie mal im Netz nach: "Boeing Laser Truck" Könnte man es schon kaufen, wäre es auf jeden Fall eine Investition wert. Alternativ dazu blieben noch so Dinge wie Emp (nein nicht das Merchandising Unternehmen). Nachteil von beiden Methoden wäre nunmal, dass die Drohnen abstürzen und diese dann eventuell auf das AKW stürzen könnten. Aber diese könnte man gewiss schon abschiessen bevor sie das AKW erreichen.
4. Hört sich aber gut an...
MichaelZetti 31.10.2014
Zitat von PoseriUnd wie wollen Sie das bewerkstelligen? Eine Drohne ist in wenigen Sekunden startklar, überfliegt ein Objekt und vollführt dort ihren Auftrag und ist kurz danach wieder im Kofferraum verstaut. Bis die Luftwaffe reagieren kann ist der Käse gegessen und mehrfach verdaut.
so ein Ding sofort abzuknallen. Das wiegt einen doch gleich in Sicherheit, so ein Vorhaben. "Sicherheit" ist immer eine subjektive Bewertung, ähnlich wie "Ängste". Mit beidem kann wunderbar die Masse manipuliert werden, da hier der Denkapparat offensichtlich aussetzt und sich gerne mit offensichtlichen Lösungen zufrieden gegeben wird. So wie:"...sollte die französische Luftwaffe diese Drohnen doch einfach abknallen und zwar sofort bei Eintreten in den verbotenen Luftraum" Solch eine permanente Gefahrenabwehr würde allerdings auch ohne Luftwaffe den Kostenrahmen sprengen. Insbesondere wenn 2/3 der Verstromung über Atommailer geschieht. Also unöglich. Die echte Gefahr besteht ja nun nicht darin, daß ein Stromproduzent ausfällt, sondern daß bei einem bombigen Anschlag tatsächlich die Gefahr eines GAU besteht. Und das läßt einige beunruhigende Möglichkeiten des Initiators dieser Überflüge zu, ohne überhaupt eine Bombe zünden zu müssen. Angefangen von Meinungsmanipulation hinsichtlich Atompolitik bis hin zur Erpressung politischer Zusagen oder Zuwendungen. Das wird noch richtig interessant werden :-(
5. Drohnen?
Paul Panda 02.11.2014
Eines sei einmal klar gestellt: Fakt ist, dass in keinem einzigen Fall feststeht, ob es sich bei den gesichteten Objekten wirklich um eine Drohne gehandelt hat. Dies wird lediglich vermutet, da es sich als plausibelste Erklärung anbietet. Das angeblich einzige Foto, das existiert, wurde bis jetzt noch nicht veröffentlicht. Als es vor einigen Jahren noch keine Drohnen gab, waren all die fliegenden Dinge, die man nicht identifizieren konnte, entweder Drachenflieger, Planet Venus, Satelliten, optische Täuschungen oder chinesische Partylaternen. Was für ein Glück, dass die Behörden neurdings alle unerklärbaren Flugobjekte als Drohnen bezeichnen und damit die Bevölkerung zufrieden stellen können. Ich bin sicher: Wenn es keine Drohnen gäbe, hätten die Medien behauptet, dass das Wachpersonal mehrerer französischer Kernkraftwerke auf wundersame Weise zur gleichen Zeit an verscheidenen Orten Opfer einer Halluzination geworden sei.
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Kernreaktoren
Thermischer Reaktor
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In einem Kernreaktor kommt die Kettenreaktion durch Neutronen zustande, die bei der Kernspaltung entstehen und ihrerseits weitere Urankerne spalten. Dazu müssen sie allerdings abgebremst werden. Dazu ist ein sogenannter Moderator notwendig, bei dem es sich in den meisten thermischen Reaktoren um gewöhnliches Wasser handelt, manchmal auch um sogenanntes schweres Wasser oder Grafit.
Brutreaktor
In Brutreaktoren wird ein Gemisch von Uran- und Plutoniumoxid, der sogenannte Mox-Brennstoff, verwendet. Natürliches Uranerz besteht nur zu 0,7 Prozent aus dem spaltbaren Isotop Uran-235, den Rest macht das nicht spaltbaren Uran-238 aus. In einem Brutreaktor wird aber Uran-238 zu Plutonium-239 umgewandelt. In Wiederaufbereitungsanlagen kann das Plutonium abgetrennt und dann als Kernbrennstoff wiederverwendet werden. Auf diese Weise gewinnen Brutreaktoren aus dem vorhandenen Uran in etwa 30 Mal mehr Energie als Leichtwasserreaktoren.

Zur Kernspaltung werden nicht abgebremste, sondern schnelle Neutronen verwendet, weshalb auch vom "schnellen Reaktor" die Rede ist. Da sie allerdings mit geringerer Wahrscheinlichkeit neue Kernspaltungen auslösen, muss das Spaltmaterial im Vergleich zum thermischen Reaktor höher konzentriert werden - was wiederum dazu führt, dass es im Inneren von Brutreaktoren heißer wird als etwa in Leichtwasserreaktoren. Deshalb wird als Kühlmittel auch nicht Wasser, sondern in der Regel flüssiges Natrium verwendet.

Dies führt gemeinsam mit der enorm hohen Giftigkeit von Plutonium zu großen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Brutreaktoren. Hinzu kommt das zusätzliche Risiko der Transporte von strahlendem Material zwischen den Schnellen Brütern, Aufbereitungsanlagen und thermischen Reaktoren.
Uran und Plutonium in Atomwaffen
DPA
Bei einer Uranbombe, wie sie die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg über Hiroshima gezündet haben, reichte es bereits, eine Halbkugel des spaltbaren Materials auf einen Dorn zu schießen, die zusammen die kritische Masse für eine Atomexplosion erreichten. Mit Plutonium aber funktioniert dieses sogenannte Kanonenprinzip nicht.

Terroristen müssten stattdessen zum technisch weit anspruchsvolleren Implosionsprinzip greifen: Um eine Kugel aus spaltbarem Material sind mehrere Schichten Sprengstoff angeordnet. Die Explosionsenergie komprimiert das Plutonium so stark, dass die erforderliche Dichte erreicht und die Kettenreaktion eingeleitet wird.

Ob Plutoniumdioxid aus einem Kernreaktor für eine solche Bombe geeignet wäre, hängt von mehreren Faktoren ab. "Für die Qualität für die Waffennutzung ist es zum Beispiel wichtig, wie lange der Brennstoff im Reaktor war", sagt der deutsche Atomexperte Egbert Kankeleit. Im Grunde müssten die Terroristen in der Lage sein, das Pulver in Plutoniummetall umzuwandeln. "Wer die entsprechenden chemischen Kenntnisse hat, kann das schaffen." Die größere technische Hürde sieht Kankeleit in der Konstruktion einer Implosionsbombe. "Aber wenn man Hilfe von der richtigen Seite bekommt, etwa aus Pakistan, wäre auch das kein Problem.

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