Erneute Tepco-Panne Ventil in japanischem AKW defekt

Wieder muss Tepco den Behörden Probleme in einem AKW melden. Betroffen ist das weltweit größte Kernkraftwerk, das an der Westküste Japans liegt. Dort ist offenbar ein Ventil im Kühlsystem defekt. Es ist nicht der erste Störfall auf der Anlage Kashiwazaki-Kariwa.

AKW Kashiwazaki-Kariwa: Erneuter Störfall bereitet Tepco Schwierigkeiten
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AKW Kashiwazaki-Kariwa: Erneuter Störfall bereitet Tepco Schwierigkeiten


Tokio - Während der Energiekonzern Tepco alle Hände voll zu tun hat, die Lage auf seinem havarierten AKW Fukushima I unter Kontrolle zu bringen, macht jetzt offenbar eine weitere Anlage Schwierigkeiten: Im weltgrößten AKW, der Anlage Kashiwazaki-Kariwa, die in der japanischen Provinz Niigata an der Westküste Japans steht, hat es jetzt offenbar einen Defekt im Kühlsystem gegeben.

Ein Ventil habe nicht funktioniert, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo den Betreiber Tepco am Freitag. Das Ventil sei wichtig, wenn im Notfall Wasser zum Reaktor gepumpt werden müsse. Es sei "unwahrscheinlich", dass wegen des Defekts im Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa an der Westküste radioaktive Substanzen freigesetzt wurden.

Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa liegt etwa 200 Kilometer nördlich von Tokio. Mit insgesamt sieben Reaktorblöcken ist es das leistungsstärkste Kernkraftwerk der Welt. Allerdings sind nicht alle Reaktoren in Betrieb, denn 2007 hatte es nach einem Beben der Stärke 6,8 folgenschwere Störfälle gegeben. Damals sorgte das AKW für Schlagzeilen: Unter anderem war radioaktiv belastetes Wasser aus einem Leck ins Meer geflossen. Zudem fing ein Transformator außerhalb der Reaktorhallen Feuer. Insgesamt wurden 50 technische Defekte registriert - die Tepco zunächst nicht meldete. In der Zeit nach dem Zwischenfall hatten Anwohner immer wieder Bedenken über die Sicherheit des Kernkraftwerks geäußert.

Seit dem Zwischenfall gehen nun nach und nach die Reaktoren wieder ans Netz. Im November 2010 nahm Tepco den vierten Reaktor in Betrieb. Wie Tepco mit der Anlage weiter verfahren will ist unklar, Ende Februar 2011 war in Japan ein Bericht veröffentlicht worden, demzufolge in dem Kraftwerk etliche Geräte schlecht gewartet wurden.

cib/dpa

insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
rondon 06.05.2011
1. Die Technik
scheint nicht kontrollierbar zu sein. Dabei ist der physikalische Hintergrund eines Atomkraftwerks selbst für den leihen verständlich, wenn man ihn gut erklärt. Wie in diesem dreiteiligen Interview zur Physik der Atomkraft hier: http://le-bohemien.net/2011/04/06/uber-die-physik-der-atomkraft/ ..ein Physiker steht Rede und Antwort. Sehr zu empfehlen...besonders dann auch Teil2 und Teil3
Satiro, 06.05.2011
2. °
Zitat von sysopWieder*muss Tepco den Behörden Probleme in einem AKW melden. Betroffen ist das weltweit größte Kernkraftwerk, das*an der Westküste Japans liegt. Dort ist offenbar ein Ventil im Kühlsystem defekt. Es ist nicht der erste Störfall auf der Anlage Kashiwazaki-Kariwa. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,761052,00.html
Aufgrund solcher Meldungen habe ich mein Spiegelabo nach vielen Jahren nun gekündigt!
DHempelmann, 06.05.2011
3. Weitere Pannen
In einem weiteren japanischen Atomkraftwerk sind nach nichtamtlichen Angaben beide Türen der Herrentoilette defekt. Laut Betreiberfirma Tepco gehen jetzt viele Mitarbeiter "hinter das Kraftwerk" zum Kacken und gefährden somit potentiell die Sicherheit. Der energiepolitische Sprecher der Grünen wies darauf hin, dass auch in Deutschland viele Atomkraftwerke im Kontrollbereich nur mit 2 Herrentoiletten ausgerüstet sind und deshalb schnellstens abgeschaltet werden müssten. Die Installation weiterer Toiletten, wie auch die Aufstellung von DIXI-Häuschen oder die Mitbenutzung der Damentoiletten, die von den Kraftwerksbetreibern vorgeschlagen wurden, hielt er für reine Augenwischerei der Atom-Mafia und nicht akzeptabel.
ichse-michse 06.05.2011
4. Für den satirisch bewanderten Zweifler...
Zitat von SatiroAufgrund solcher Meldungen habe ich mein Spiegelabo nach vielen Jahren nun gekündigt!
empfehle ich den Artikel zur Atomruine Fukushima-Daiichi in Wikipedia. http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Fukushima-Daiichi Was dort über die Machenschaften von TEPCO - mit Quellen belegt - berichtet wird, deckt sich mit dem Vorgehen an der Westküste. Darüber kann gar nicht oft genug berichtet werden. Wenn Sie solcherlei Dinge nicht zur Kenntnis nehmen wollen, sollten Sie sich weiter über Ihre Abo-Kündigung freuen und vielleicht auch Ihr Getrolle in diesem Forum einstellen?
RaMaDa 06.05.2011
5. Strahlemänner
Ich würde alle Tepco Manager zur Arbeit in die AKW's schicken, dann wäre das Problem schon mal gelöst.
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