Flugsicherheit Ingenieur entwickelt Rettungskapsel für Passagierflugzeuge

Immer wieder kommt es zu Flugzeugabstürzen, bei denen Passagiere und Crew ihr Leben verlieren. Der Ukrainer Vladimir Tatarenko hat eine Technik entwickelt, die zukünftig vielen Menschen das Leben retten könnte.


Brennende Triebwerke, Komplikationen im Cockpit oder katastrophale Wetterbedingungen: Ein Flugzeugabsturz ist der Albtraum eines jeden Passagiers. In Zukunft könnte die Erfindung eines ukrainischen Ingenieurs Fluggästen die Angst nehmen und im Ernstfall viele Leben retten.

Drei Jahre hat Vladimir Tatarenko an dem Projekt gearbeitet, mit dem er die Flugsicherheit revolutionieren möchte: Er hat eine Flugzeugkabine entwickelt, die sich zu jedem Zeitpunkt vom Rest der Maschine lösen lässt. Automatisch aufgehende Fallschirme sorgen dann dafür, dass Kabine und Insassen sicher landen - an Land oder auch auf dem Wasser. Und selbst das Gepäck wäre im Fall eines Absturzes gesichert, denn laut Tatarenkos Plan ist der entsprechende Stauraum ein Teil der Rettungskabine.

Der Erfinder glaubt noch nicht an eine Serienproduktion

Auf die Idee, den kompletten Passagierraum in eine Art ablösbarerer Rettungskapsel zu verwandeln, brachte Tatarenko eine Statistik. "Etwa 80 Prozent der Flugzeugabstürze werden durch menschliches Versagen verursacht. Alle technischen Verbesserungen, können nicht verhindern, dass Menschen Fehler machen." Nach jahrelanger Forschung hat der Ingenieur sich mittlerweile das Patent für seine Erfindung gesichert.

Sein Konzept ist ein technischer Durchbruch im Bereich der Flugsicherheit. Dennoch zweifelt Tatarenko daran, dass seine Idee in naher Zukunft serienmäßig in Produktion gehen könnte. Zunächst muss sein Prototyp getestet werden und das kostet Zeit und viel Geld. Und schon jetzt ist jedoch klar, dass auch Tatarenkos Erfindung Passagiere im Falle einer Explosion oder eines Raketenangriffs nicht schützen könnte.

asc

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insgesamt 90 Beiträge
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Seite 1
blue72 15.01.2016
1. schön..
..könnte mir endich die flugangst nehmen , denke das dann viele ähnlich getaktete menschen dies auch machen würden auch wenn es im endeffekt wahrscheinlich nicht viel bringt..einfach das gefühl zu wissen..reicht schon manchmal
tomatosoup 15.01.2016
2. Alles eine Preisfrage
Wer investiert das Geld in die Entwicklung von Prototypen, wenn klar ist, dass die Passagierkapsel sich nicht rechnet, außer das Fliegen würde wesentlich teurer als bisher? Welche Airline sollte das Gerät bestellen? Gute Ideen verhungern nicht selten
athenemedia 15.01.2016
3. Nette Idee aber ...
... es wird sich wohl nicht durchsetzen, weil solch eine Konstruktion das Gewicht einer jeden Maschine in die Höhe treiben wird. Davon abgesehen müsste das System oft in einer speziellen Wartung auf die ordnungsgemäße Funktion hin überprüft und gewartet werden. Darüber hinaus hat es Limitierungen und wenn man sich die Entwicklung von Flugzeugen ansieht, dann werden immer größere Maschinen gebaut um möglichst viele Passagiere von A nach B zu befördern. Man beachte auch, dass viele Airlines Maschinen seit 20 Jahren und mehr im Dienst haben. Das heißt nicht, dass diese Maschinen alle schlecht sind. Ein gut gewartetes Flugzeug ist besser als ein nagelneues. Zudem sind Flugzeugabstürze immer aus einer Verkettung großer Fehler entstanden. Die Piloten sollten besser geschult und ausgebildet werden - das ist kosteneffizienter als solch eine Rettungskapsel und rettet auch vielen das Leben.
Dirk-16 15.01.2016
4.
Ich meine, über die Idee mit der "Fallschirmkabine" habe ich vor 20 Jahren schon was gehört. Wurde damals abgeschmettert, weil sich der Aufwand zum Nutzen nicht lohnt. Nutzt ja auch nichts gegen Bomben im Laderaum, Amokpiloten oder ziellos umherfliegende Irrgänger. Das Hauptrisiko liegt m.W. beim Start, weil da die Höhe für einen Abbruch nicht ausreicht - dann dürfte es für einen Fallschirmabgang auch nicht reichen. Reicht die Höhe für einen Abbruch, wird sich ein Kapitän schwer tun, die Kabine auszulösen, wenn er mit den Resttriebwerken evtl. noch eine sichere Landung hinbekommt...schliesslich kann die Kabine auch unglücklich aufschlagen (Berge, Häuser, Verkehrsstrecken usw.).
ChristophS82 15.01.2016
5. Wow!!
Da wäre man ohne diesen Erfinder nie drauf gekommen! Die Kabine absprengen und dann Fallschirme...das ist so abstrakt, so innovativ, so genial. Selbstverständlich wurde diese Option schon vor zig Jahren von seriösen Flugzeugingenieuren durchgedacht und ebenso selbstverständlich steht der Sicherheitsgewinn in keinem Verhältnis zu den Kosten und sonstigen Nachteilen.
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