Insekten als Drohnen Forscher basteln an fliegenden Mini-Cyborgs

Sie könnten die ersten Aufklärer bei Katastrophen sein - oder Spione: Forscher versuchen im Auftrag des US-Militärs, Insekten in steuerbare Mini-Drohnen umzuwandeln. Die ersten Cyborgs werden bereits getestet.

DARPA

In der Beschreibung der Darpa, der Forschungsabteilung des US-Militärs, klingt das Projekt extrem pragmatisch: Es gehe darum, die Bewegungen von Insekten steuern zu können - also um das Äquivalent zum Zaumzeug, mit dem der Reiter ein Pferd kontrolliert.

Nur so einfach wie beim Pferd ist die Angelegenheit nicht. Mehrere Forschergruppen arbeiten momentan daran, die Bewegungsabläufe von Insekten besser zu verstehen - eine Voraussetzung, um sie zu steuern - und die Tierchen mit der nötigen Technik zu verschmelzen.

Im Grunde geht es also um Miniatur-Cyborgs oder, wie die Darpa es nennt, "Hybrid Insect Micro Electromechanical Systems". Die Tiere könnten als Kundschafter dienen. Möglich ist auch ein Einsatz bei Katastrophen - man könnte die Insekten in Bereiche schicken, die für Menschen extrem gefährlich sind. Oder die Tierchen könnten Sprengstoffe aufspüren.

Steuerkommandos werden ermittelt

Eine der Ideen ist es, die nötige Technik bereits im Larvenstadium zu implantieren. So ist sie beim flugfähigen Insekt völlig mit dem Körper verwachsen.

Mit Geldern der US-Armee erforschen Daniel Weihs und Gal Ribak am Israel Institute of Technology (Technion) in Haifa die Flugmechanik von Insekten. Die Wissenschaftler studieren unter anderem die für fliegende Insekten extrem großen Goliathkäfer: Sie bringen es auf bis zu 50 Gramm Gewicht und 19 Zentimeter Flügelspannweite. Ebenso erforschen sie die Flugtechnik von Zwergkäfern, die nicht einmal einen Millimeter groß werden.

Mit Kameras filmen die Wissenschaftler die Bewegungen der Tierchen im Windkanal. Elektroden, die sie den Insekten implantieren, messen zudem, welche Signale durch die Nervenstränge an die Muskeln gesendet werden, um eine bestimmte Bewegung auszulösen. "Wir erstellen eine Karte", sagt Daniel Weihs zur israelischen Tageszeitung "Haaretz". Beispielsweise bringe Befehl A an Muskel B das Insekt dazu, nach rechts zu drehen. Das sei die Basis, um ein Befehlsprogramm zu erstellen, mit dem sich das Tier steuern lasse. Sie könnten den Flug der Tiere bisher für einige Minuten steuern.

Tiere liefern Energie für die Elektronik

Einen Fortschritt bei der Erschaffung von Miniatur-Cybors vermeldete kürzlich die University of Michigan in Ann Arbor - auch dieses Projekt wird vom US-Militär gefördert. Khalil Najafi und Erkan Aktakka haben Insekten so modifiziert, dass sie einen Teil ihrer Energie abzapfen können. "Damit können wir theoretisch Kameras, Mikrofone, andere Sensoren und die Kommunikationsausrüstung mit Energie versorgen, die das Insekt in einem winzigen Rucksack tragen könnte", sagte Najafi. Dafür wandelt ein winziger Generator kinetische Energie aus den Flügelbewegungen in elektrische Energie um.

Andere Forschergruppen entwickeln winzige, implantierbare Brennstoffzellen, welche die nötige Energie abzweigen sollen - eingebaut wurde so ein System kürzlich einer Schnecke.

Vor einem erfolgreichen Einsatz von Insekten-Cyborgs haben die Wissenschaftler allerdings noch einige Hürden zu nehmen, so müssen sie beispielsweise das Tierchen nicht nur dazu bringen, eine bestimmte Bewegung zu machen - sie müssten auch unerwünschte Bewegungen stoppen. Sonst fliegt die Cyborg-Motte eventuell in Richtung Licht und endet wie so viele ihrer Verwandten gefangen in einer Lampe. Oder Gegner fangen die neuen Spione einfach mit guten Fliegenfallen ab.

wbr



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insgesamt 75 Beiträge
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Seite 1
pi_nutzer 09.04.2012
1. Verbrecher
Zitat von sysopDARPASie könnten die ersten Aufklärer bei Katastrophen sein - oder Spione: Forscher versuchen im Auftrag des US-Militärs, Insekten in steuerbare Mini-Drohnen umzuwandeln. Die ersten Cyborgs werden bereits getestet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,826389,00.html
Wissenschaftler sollten sich für solche Verbrechen nicht hergeben!
Claudio Tiberio 09.04.2012
2.
Zitat von sysopDARPASie könnten die ersten Aufklärer bei Katastrophen sein - oder Spione: Forscher versuchen im Auftrag des US-Militärs, Insekten in steuerbare Mini-Drohnen umzuwandeln. Die ersten Cyborgs werden bereits getestet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,826389,00.html
Kranke Realität! Das experimentieren mit Tieren ist widerlich. Respektlosigkeit ist ein Merkmal unserer Rasse, nur die Hunde und Katzen werden uns vermissen.
ja-sowieso 09.04.2012
3.
Zitat von sysopDARPASie könnten die ersten Aufklärer bei Katastrophen sein - oder Spione: Forscher versuchen im Auftrag des US-Militärs, Insekten in steuerbare Mini-Drohnen umzuwandeln. Die ersten Cyborgs werden bereits getestet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,826389,00.html
Solche Gegenmaßnahmen werden vermutlich ergriffen werden ...
fitzgerraldo 09.04.2012
4. äh ja
"Eine der Ideen ist es, die nötige Technik bereits im Larvenstadium zu implantieren." Verspäteter Aprilscherz nehm ich an.
Emmi 09.04.2012
5. "Bio"-Waffen
Zitat von sysopDARPASie könnten die ersten Aufklärer bei Katastrophen sein - oder Spione: Forscher versuchen im Auftrag des US-Militärs, Insekten in steuerbare Mini-Drohnen umzuwandeln. Die ersten Cyborgs werden bereits getestet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,826389,00.html
Insekten sind ja oft von Hause aus "bewaffnet" (z.B. mit Stacheln). Wenn es gelänge, sie zu steuern, käme bestimmt irgend ein Irrer auf die Idee, Insekten, die tödliche Krankheiten übertragen oder Gifte (die man noch ein bißchen "optimiert" hat) injizieren können, auf den "Feind" loszulassen...
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