Fukushima Am Pannen-AKW steigt Dampf auf

Beunruhigende Beobachtung in Fukushima: Am havarierten Reaktor 3 ist mehrere Stunden lang Dampf aufgestiegen. Die Betreiberfirma vermutet, dass Regenwasser direkt auf die heiße Reaktorhülle gelaufen ist.

Betroffener Reaktor 3 in Fukushima (Archivbild): Schwierigkeiten mit der Krisenbewältigung
DPA/ TEPCO

Betroffener Reaktor 3 in Fukushima (Archivbild): Schwierigkeiten mit der Krisenbewältigung


Von einem zerstörten Gebäude des japanischen Atomkraftwerkes Fukushima ist Dampf aufgestiegen. Eine erhöhte Radioaktivität sei in der Umgebung aber nicht gemessen worden, teilte der AKW-Betreiber Tepco am Donnerstag in Tokio mit. Die Ursache der Dampfentwicklung werde untersucht. Möglicherweise sei Regenwasser in das Reaktorgebäude eingedrungen und auf die Reaktorhülle aus Stahl gefallen, sagte eine Tepco-Sprecherin. Da diese Hülle heiß sei, sei das Wasser verdampft.

Betroffen ist der Reaktor 3 des havarierten AKW. Mitarbeiter eines Unternehmens, das dort Trümmerteile entfernen soll, hielten den Dampfausbruch auf einem Film fest. Der erneute Zwischenfall zeigt, welch große Schwierigkeiten Tepco nach wie vor mit der Krisenbewältigung in Fukushima hat. Zuletzt hatte es Meldungen darüber gegeben, dass die Konzentration der radioaktiven Isotope Cäsium-134 und Cäsium-137 im Grundwasser unweit des Reaktors stark gestiegen ist. Schuld könnte eine undichte Stelle am Reaktor sein. Bereits mehrfach hatte Tepco mit solchen Problemen zu kämpfen.

Im Juni hatte das Unternehmen noch beteuert, das Grundwasser um das Kraftwerk sei durch Stahlböden und das Betonfundament geschützt. Für Verunsicherung sorgte auch der Fang eines radioaktiv belasteten Barsches unweit des Reaktors. Barsche aus der betroffenen Region dürfen aber ohnehin nicht auf dem Markt gehandelt werden.

Das Atomkraftwerk Fukushima wurde im März 2011 durch ein schweres Erdbeben und einen gewaltigen Tsunami zerstört. Es kam zur Kernschmelze und zu Explosionen, Radioaktivität wurde in die Umwelt freigesetzt. Es ist die schwerste Atom-Katastrophe seit dem Unfall im AKW Tschernobyl 1986.

Die Vereinten Nationen hatten im Juni die gesundheitlichen Folgen des Reaktorunglücks untersucht und Entwarnung gegeben. Die Havarie wird demnach weder direkt zu Todesfällen noch zu einer erhöhten Zahl von Krebserkrankungen führen. Der Unfall habe damit keine direkten Gesundheitsfolgen für die Bevölkerung, heißt es in der Studie. Grund dafür sei vor allem die schnelle Evakuierung der Region durch die japanischen Behörden.

chs/Reuters

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insgesamt 75 Beiträge
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appenzella 18.07.2013
1. Fuckushima
"weder direkt zu Todesfällen noch zu einer erhöhten Zahl von Krebserkrankungen führen" Das hatten wir auch in Tschernobyl. 17 Tote der Reaktormannschaft, bis heute keine Krebsfälle. Für so dumm also halten die diversen Kraftwerks-betreiber die Menschheit! Auch in Deutschland haben die Leukämiefälle in der Umgebung der Atomkernspaltungsanlagen zum Glück nichts mit erhöhter Radioaktivität in der näheren Umgebung derselben zu tun. Was für ein Glück!
derz 18.07.2013
2.
Ich frage mich, ob Journalisten heute überhaupt noch über ihre Sprache nachdenken. Seit wann bitteschön bezeichnet man die Folgen einer Katastrophe denn als "Panne"?
Vollklappspaten 18.07.2013
3. Muhahaha
Zitat von sysopDPA/ TEPCOBeunruhigende Beobachtung in Fukushima: Am havarierten Reaktor 3 ist mehrere Stunden lang Dampf aufgestiegen. Die Betreiberfirma vermutet, dass Regenwasser direkt auf die heiße Reaktorhülle gelaufen ist. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/fukushima-am-pannen-akw-steigt-dampf-auf-a-911747.html
Ja, wer's glaubt wird selig. Die Spätfolgen dieser Katastrophe sind nicht einmal ansatzweise zu erfassen, geschweige denn genau zu beziffern. Die hier austretende Radioaktivität wird sich weltweit ausbreiten und Menschen sowie Tiere schädigen. Je näher dran, desto mehr kriegt man ab. Wir werden aber, als oberstes Glied der Nahrungskette, alle unser Portiönchen abbekommen. Der weltweite Handel mit Nahrungsmitteln und anderen Rohstoffen wird schon dafür sorgen. Und genau wie bei sprunghaft gestiegenen Leukämiefällen in der Umgebung von Atomkraftwerken, kann ein direkter Zusammenhang natürlich nicht nachgewiesen werden und ist somit logischerweise nicht vorhanden.
tempus fugit 18.07.2013
4. Das Wort DIREKT...
....bedeutet bei Atomunfällen dasselbe wie BLITZBESUCHE von hohen Regierungstieren z.B. in Afghanistan... Man hat die Situation absolut nicht unter Kontrolle, aber man muss ja irgendwie Präsenz zeigen! Es regnet, in Fukushima, - vielleicht auch von unten?! - und Dampf steigt auf. Im anderen Falle (z.B. Kabul...) könnte explosives regnen, falls der Blitz nicht einschlägt... Och - die UNO, deren WHO unter Kontrolle der IEAE ( Lobbyisten Das Wort DIREKT...verein für Atomwirtschaft...) steht, die ist immer mehr beim Suchen nach dem Gebiss...
Stevethethird 18.07.2013
5.
Zitat von sysopDPA/ TEPCOBeunruhigende Beobachtung in Fukushima: Am havarierten Reaktor 3 ist mehrere Stunden lang Dampf aufgestiegen. Die Betreiberfirma vermutet, dass Regenwasser direkt auf die heiße Reaktorhülle gelaufen ist. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/fukushima-am-pannen-akw-steigt-dampf-auf-a-911747.html
Klar, sicher, und das alles aufgrund von Daten, welche Tepco ihnen zur Verfügung gestellt hatte. Wieviel es bringt, wenn man die Daten direkt (ohne weitere Kontrolle) vom Verursacher bekommt, hat ja unlängst Griechenland gezeigt, mit seinen getürkten Bilanzen.
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