Erdgasförderung Gase im Grundwasser stammen selten vom Fracking

Gelangen bei der unkonventionellen Förderung von Erdgas Gase ins Trinkwasser? Das ist selten, zeigt eine große Analyse in den USA. In Deutschland schließen Experten das Problem ganz aus.

Fracking in Kalifornien
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Fracking in Kalifornien


Beim Fracking sind in den USA unzureichend abgedichtete Bohrlöcher die Hauptursache für Belastungen des Grundwassers mit Methan.

Nach Analysen von Wasserproben im Nordosten des US-Staates Colorado schätzen Forscher, dass 0,12 bis 4,5 Prozent der Quellen in dieser Region von diesem Problem betroffen sind.

In den meisten Proben ging das gefundene Methan jedoch auf natürliche Bakterien zurück, schreibt das Team um Owen Sherwood von der University of Colorado in Boulder in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Beim Fracking wird Erdgas bzw. Erdöl aus Gesteinsporen gewonnen, indem das Gestein in 1000 bis 5000 Metern Tiefe mit hydraulischem Druck und unter Einsatz von Chemikalien aufgebrochen wird.

Das Team von Sherwood untersuchte ein Frackinggebiet im Denver-Julesburg-Becken im Nordosten von Colorado, das mit 60.000 Quadratkilometern etwa der Fläche von Hessen und Baden-Württemberg entspricht. In der Region wird Fracking in verschiedenen Formen schon seit den Fünfzigerjahren betrieben, es gibt dort etwa 54.000 Bohrlöcher.

Berichte über die Gase schon im 19. Jahrhundert

Gas im Grundwasser wurde den Autoren zufolge in der Region schon in den 1880er Jahren bemerkt - lange vor Beginn des Frackings. Nach 1980 häuften sich Klagen von Anwohnern über öliges, entflammbares und ungenießbares Wasser.

Ende der Achtzigerjahre begannen regelmäßige behördliche Wasseruntersuchungen, deren Resultate öffentlich zugänglich sind. Diese Daten wertete das Team um Sherwood für den Zeitraum von 1988 bis 2014 aus.

Gelöstes Methan trat demnach in 593 Wasserquellen auf, was fast zwei Dritteln (64 Prozent) der insgesamt 924 untersuchten Proben entsprach. Der Schwellenwert von einem Milligramm pro Liter wurde in 261 Proben zum Teil drastisch überschritten.

Aus dem Verhältnis zweier Arten von Kohlenstoff-Teilchen schlossen die Forscher auf den Ursprung des Methans in 211 Wasserproben. Bei 169 von ihnen deutete die chemische Signatur auf einen mikrobiellen, natürlichen Ursprung des Gases hin - vermutlich begünstigt durch nahegelegene Kohleflöze.

Wenig Funde

Bei den übrigen 42 Proben geht das Team von einer Beteiligung des Frackings aus - auch weil darin Ethan und Propan gefunden wurden, die in der Regel nicht mikrobiellen Ursprungs seien.

Den Anteil der durch Fracking belasteten Grundwasserquellen in dem Becken beziffern die Forscher auf 0,12 Prozent von allen 35.000 Quellen und 4,5 Prozent der beprobten 924 Quellen.

Seit 2001 habe es pro Jahr relativ konstant etwa zwei Fälle von Leckagen gegeben. Dies änderte sich auch nicht nach dem Jahr 2010, als das unkonventionelle Fracking in horizontal abgelenkten Bohrungen eingeführt wurde. Solche Horizontalbohrungen erschließen bei geringem Flächenbedarf an der Erdoberfläche große Bereiche im Untergrund.

Die absolute Zahl der belasteten Proben sei zwar niedrig, die Bevölkerung dort sei aber mitunter einem beträchtlichen Sicherheits- und Gesundheitsrisiko ausgesetzt, schreiben die Autoren.

Lage in Deutschland

"Dies ist eine der ersten Studien, die die Anzahl der Leckagen beim Fracking detailliert quantifiziert", sagt Marco Bohnhoff vom Geoforschungszentrum Potsdam.

Allerdings sei die Situation in den USA, wo verschiedene Formen des Frackings seit vielen Jahrzehnten betrieben wurden, nicht mit der in Deutschland vergleichbar: Hierzulande würden die Bohrschächte in wasserführenden Schichten - also in den oberen hundert Metern - mit mehreren Lagen Stahlrohren abgedichtet. "Bei uns wären solche Probleme auszuschließen."

Konventionelles Fracking in Sandstein gibt es in Deutschland schon lange. Unkonventionelles Fracking in anderen Gesteinsarten, etwa zur Förderung von Schiefergas, wie es vor allem in den USA betrieben wird, ist dagegen verboten.

Erlaubt sind aber Probebohrungen zu wissenschaftlichen Zwecken, um die Folgen für die Natur zu erkunden - sofern die betroffenen Bundesländer zustimmen.

Von Walter Willems, dpa/boj

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insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 12.07.2016
1. lach...
...verstehe...die betroffenen Amis die Gas in Ihrer Wasserleitung haben, bilden sich das nur ein...oder das ist dann halt schon immer so gewesen...oder die haben da selbst was manipuliert usw. usw. Frage: Wer hat denn die Analyse bezahlt?
HansMaiser 12.07.2016
2.
Zitat von fatherted98...verstehe...die betroffenen Amis die Gas in Ihrer Wasserleitung haben, bilden sich das nur ein...oder das ist dann halt schon immer so gewesen...oder die haben da selbst was manipuliert usw. usw. Frage: Wer hat denn die Analyse bezahlt?
Nein Sie verstehen nicht. Im Artikel Steht doch, dass die Leute schon 1880 Gas in den Leitungen hatten.
HansMaiser 12.07.2016
3. Konventionelles Fracking gibt es nicht
Der Autos sollte sich hier besser informieren. Beim Facking wird nicht zwischen konventionellen oder unkonventionellen Fracking unerscheiden. Die Unterscheidung wird für die Gesamte Gasförderung getroffen nach der Durchlässigkeit des Gastragenden Gesteins, So wird ja nach Lagerstätte auch in konventionellen Gasfeldern hydraulisch stimuliert. Das ist Deutschland seit 1962 regelmäßig angewendete hdraulische Fracking von Sandstein ist genauso unkonventionell wie die Förderung aus Schiefer. Die Erfindung von unkonventionellen und konventionellen Fracking ist ein versuch der NGO´s einen Unterschied zu erzeugen um Angst zu verbreiten.
Zitrone! 12.07.2016
4.
Zitat von fatherted98...verstehe...die betroffenen Amis die Gas in Ihrer Wasserleitung haben, bilden sich das nur ein...oder das ist dann halt schon immer so gewesen...oder die haben da selbst was manipuliert usw. usw. Frage: Wer hat denn die Analyse bezahlt?
Vielleicht sollten Sie den Artikel einfach mal lesen. Und dann gibt es auch noch die Option, den Originalartikel aufzurufen, um etwas mehr über die Autoren zu erfahren. Im Übrigen haben die Autoren, wie üblich, nur einen spezifischen Aspekt untersucht, nämlich, ob es einen Zusammenhang zwischen Methan im Grundwasser und Fracking in derselben Region gibt. Über andere Aspekte des Frackings, etwa Auswirkungen der verwendeten Chemikalien oder oberirdische Emissionen von Kohlenwasserstoffen wird hier gar nichts ausgesagt.
permissiveactionlink 12.07.2016
5. fatherted98
Gibt es Ihnen nicht zu denken, dass bereits in den 1880er Jahren Probleme mit Methan im Grundwasser auftraten ? Niemand behauptet, dass das Gas durch Manipulation durch die betroffenen Bürger selbst in die Wasserleitungen gelangt. Und am Isotopenverhältnis C13/C14 lässt sich offenbar nachweisen, dass das austretende Methan nicht den ausgebeuteten Erdgasführenden Gesteinsschichten entstammt, sondern mikrobiellen Quellen. Die sicher von renommierten Geologen veröffentlichten Untersuchungsergebnisse weisen auf eklatante Fehler der Erdgasfördernden Unternehmen bei der Abdichtung der Bohrlöcher gegen die wasserführenden Erdschichten dezidiert hin und auch auf die Probleme für die ansässige Bevölkerung. Warum sollten irgendwelche Lobbyisten dies finanziell gefördert haben. Das vermuten Sie nur : Schön Goethe wusste das, "Die Menschen glauben gerne, was sie wünschen !"
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