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Gefährdete Düsenflugzeuge: Aufklärung von Air-France-Absturz offenbart gefährliche Sicherheitslücke

Die Untersuchungen zum Absturz eines Air-France-Airbus im Juni 2009 haben nach SPIEGEL-Informationen eine riskante Sicherheitslücke aufgedeckt: Die Geschwindigkeitssensoren aller zurzeit zugelassenen Jets basieren auf veralteten Standards - Piloten schlagen Alarm.

Unglücks-Airbus A330-200: Beim Absturz im Juni 2009 starben 228 Menschen Zur Großansicht
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Unglücks-Airbus A330-200: Beim Absturz im Juni 2009 starben 228 Menschen

Hamburg - Der Absturz eines Air-France-Airbus im Juni 2009 offenbart nach SPIEGEL-Informationen eine gefährliche Sicherheitslücke, die alle derzeit zugelassenen Jets betrifft: Die Geschwindigkeitssensoren basieren auf Spezifizierungen von 1947 - noch vor Beginn des Düsenflugzeug-Zeitalters. Die fraglichen Sensoren, deren Vereisung sehr wahrscheinlich zum Absturz des A330 geführt hat, müssen nur bis minus 40 Grad Celsius funktionieren. Doch heutige Passagiermaschinen fliegen fast immer in Höhen, in denen deutlich niedrigere Temperaturen herrschen. "So ein Unfall wie dieser könnte jederzeit wieder passieren", sagte Gérard Arnoux von der französischen Pilotengewerkschaft SPAF dem SPIEGEL.

Vom Ausfall der Geschwindigkeitssensoren sind auch Boeing-Flugzeuge betroffen. Auf SPIEGEL-Anfrage bestätigte die für Boeing zuständige US-Zulassungsbehörde FAA acht solcher Zwischenfälle bei der 777, drei bei der 767 und jeweils einen bei der 757 und dem Jumbojet. "Boeing studiert derzeit die Auswirkung von Vereisungen von Geschwindigkeitsmessern in großer Höhe", erklärte FAA-Sprecherin Alison Duquette.

Während Airbus die Bedeutung der fehlerhaften Tempoanzeige beim Absturz der Air-France-Maschine offiziell herunterspielt, entwickelt der Konzern längst Techniken, die den Ausfall der Temposensoren erkennen und beherrschen helfen sollen. Am 3. Dezember 2009 meldete Airbus in den USA ein entsprechendes Patent an mit der Begründung, Fehler in der Geschwindigkeitsmessung könnten "katastrophale Folgen haben".

Eine andere Technik kann bereits seit einigen Jahren als Sonderausstattung für Airbus-Maschinen bestellt werden. Nach SPIEGEL-Informationen lehnt es Air France bislang ab, das 300.000 Euro teure System namens "Buss" nachzurüsten.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 63 Beiträge
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1. Pitot-Rohre
Ontologix II 20.02.2010
Alle modernen Verkehrsflugzeuge sind heute mit Satellitennavigationssystemen ausgerüstet. Die zeigen ebenfalls die Geschwindigkeit an. Da könnte man doch eine Abweichung von den Messungen der Staurohre feststellen.
2. Ein typischer Spiegel-Artikel
AntonAzubi 20.02.2010
Beinahe so sensationell aufgemacht wie die Bildzeitung, und erkennbar ohne technischen Hintergrund und selbst ohne gesunden Menschenverstand sensationslüstern hingeschrieben. Beispiel? Wenn eine Spezifikation aus Zeiten noch vor der Einführung einer technischen Erungenschaft stammt heißt dies noch lange nicht zwangsläufig, daß sie unbrauchbar oder gar falsch ist. Wenn die Hersteller eine Düse anbieten, die lt. Norm bei -40 Grad nicht zufrieren darf, dann heißt das noch lange nicht, daß sie dies bei sagen wir -45 Grad tut. Daß Airbus ein Patent anmeldet, das sich u.a. auch mit besagter Fragestellung beschäftigt, heißt noch lange nicht, daß diese Fragestellung bisher nur unbefriedigend gelöst ist. Die Krönung ist die nebulöse 'andere Technik'. Anscheinend weiß nicht mal Schreiber, um was es dabei geht. Gesagt hat er es uns jedenfalls nicht. Hauptsache man kann schreiben, sie kostet viel Geld und niemand baut sie ein. So ein Wunder aber auch! Seufz.
3. Dasselbe...
Core Dump, 20.02.2010
Zitat von Ontologix IIAlle modernen Verkehrsflugzeuge sind heute mit Satellitennavigationssystemen ausgerüstet. Die zeigen ebenfalls die Geschwindigkeit an. Da könnte man doch eine Abweichung von den Messungen der Staurohre feststellen.
...hab ich mir auch gleich gedacht. Mit dem GPS sollte es problemlos moeglich sein festzustellen ob der Geschwindigkeitsmesser noch plausible Messwerte liefert. Man muss das GPS ja nicht als den eigentlichen Messer einsetzen, aber zumindest als Kontrolle. Das waere mit einem Softwareupdate des Bordcomputers fuer ein paar Euro erledigt ohne dafuer fuer 300.000 EUR neue Hardware einauen zu muessen. Zwar sorgt das nicht dafuer das der Geschwindigkeitsmesser wieder funktioniert, aber zumindest weiss der Pilot das der Messer eben ausgefallen ist, und er sich lieber auf aus den GPS-Daten errechneten Geschwindikgeiten (die aber sicher ungenauer sind als die von einem funktionierenden Geschwindigkeitsmesser) verlassen sollte wenn es drauf ankommt.
4. einen
hjm, 20.02.2010
Zitat von sysopDie Untersuchungen zum Absturz eines Air-France-Airbus im Juni 2009 haben nach SPIEGEL-Informationen eine riskante Sicherheitslücke aufgedeckt: Die Geschwindigkeitssensoren aller zur Zeit zugelassenen Düsenjets basieren auf veralteten Standards - Piloten schlagen Alarm. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,679180,00.html
Wenn die "veralteten" Standards eine Sicherheitlücke darstellen, warum sind dann damals, als diese Standards noch nicht veraltet waren, die Düsenjets nicht reihenweise abgestürzt? Oder anders gefragt: Was war denn nun eigentlich die Ursache des Absturzes: Das Versagen eines technischen Gerätes? Oder die veralteten Standards? Ersteres natürlich. Aber letzteres gibt natürlich die bessere Meldung ab. Und sie passt so gut in unsere "justiziable" Gesellschaft. Vom unbestreuten Eis auf dem Bürgersteig über abgemahnte Internetseiten bis zu versagenden Messinstrumenten in Flugzeugen: Hauptsache, alles ist rechtlich eindeutig geregelt.
5. GPS + GPS-Jamming + GPS-Spoofing
odeon, 20.02.2010
Zitat von Ontologix IIAlle modernen Verkehrsflugzeuge sind heute mit Satellitennavigationssystemen ausgerüstet. Die zeigen ebenfalls die Geschwindigkeit an. Da könnte man doch eine Abweichung von den Messungen der Staurohre feststellen.
GPS kann gestört werden durch Jamming oder Spoofing.
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00.30 Uhr: Die A330-200 hebt in Rio um 19.30 Uhr Ortszeit ab.

3.30 Uhr: Letzter Kontakt mit den brasilianischen Flugbehörden, etwa 565 Kilometer vor der brasilianischen Küste, kurz vor Eintritt in den senegalesischen Flugraum.

4.15 Uhr: Automatische Signale melden Probleme mit der Stromversorgung.

7.30 Uhr: Brasilien entsendet zwei Suchflugzeuge.

9.30 Uhr: Paris richtet ein Krisenzentrum ein.

12.10 Uhr: Air France bestätigt, dass die Maschine verschollen ist.

13.55 Uhr: Air France nennt einen Blitzeinschlag als wahrscheinliche Unfallursache.

14.30 Uhr: Ein französisches Militärflugzeug hebt in Dakar ab, um sich an der Suche zu beteiligen

17.50 Uhr: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy trifft am Flughafen in Paris mit Angehörigen zusammen. Die Hoffnung auf Überlebende sei sehr gering, sagt Sarkozy.

19.55 Uhr: Die Liste der Passagiere aus 32 Ländern wird veröffentlicht, unter ihnen 26 Deutsche.

Dienstag, 0.10 Uhr: Die USA entsenden ein Militärflugzeug, das bei der Suche helfen soll.

7.45 Uhr: US-Präsident Barack Obama sichert die Unterstützung der USA zu.

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