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Gentechnik: Bakterien verwandeln Seetang in Biosprit

Bei der Suche nach Erdölalternativen richtet sich der Blick aufs Meer: Algen könnten Bioethanol liefern, wenn sie nur gut zu verarbeiten wären. Nun berichtet ein Biotech-Unternehmen von einem wichtigen Fortschritt. Gentechnisch veränderte Bakterien haben den Seetang geknackt.

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Bio Architecture Lab

Seetang: Mögliche Quelle für Bioethanol

Hamburg - Als neue Treibstoffquelle kommen nicht nur Mais, Raps, Zuckerrohr und ähnliche Pflanzen in Frage. Auch Seetang ziehen Wissenschaftler als Ausgangsstoff für Bioethanol in Betracht. Die Algen hätten gegenüber Landpflanzen einige Vorteile als Basis für Biosprit: Sie wachsen in großen Mengen in den Meeren, müssen nicht gedüngt werden, konkurrieren nicht mit Nahrungsmitteln um Ackerfläche - und enthalten große Mengen an Kohlenhydraten.

Bisher fehlte allerdings die Technik, diese Kohlenhydrate in industriellem Maßstab zu Ethanol umzusetzen. Der Lösung dieses Problems wollen Forscher des US-Biotechnik-Unternehmens Bio Architecture Lab (BAL) und der University of Washington jetzt näher gekommen sein. Im Fachmagazin "Science" präsentieren sie eine gentechnisch veränderte Form des Bakteriums Escherichia coli. Es ist in der Lage, die Kohlenhydrate der Algen in Ethanol umzuwandeln.

Bessere Ausbeute als bei Mais oder Zuckerrohr

Rund 60 Prozent der Algentrockenmasse von Seetang besteht nach Angaben von BAL aus Kohlenhydraten - und die Hälfte davon aus dem sogenannten Alginat. Die Forscher schleusten Gene aus anderen Mikroorganismen in die Bakterien ein, welche es ihnen ermöglichen, das Alginat zu verstoffwechseln. Das Erbgut stammt von Vibrio splendidus, einer Bakterienart, die sonst als Schädling in Austernfarmen bekannt ist. Mehr als 80 Prozent der Seetangkohlenhydrate konnten die modifizierten Bakterien zu Ethanol umsetzen.

Nach Angaben der Forscher könnte eine Fläche von einem Hektar so bis zu 19.000 Liter Treibstoff im Jahr hervorbringen. Die Studienautoren weisen darauf hin, dass diese Ausbeute doppelt so groß ist wie bei der gleichen Fläche mit Zuckerrohr, und fünfmal so hoch wie bei Mais.

Die Arbeit wurde vom US-Energieministerium unterstützt. Rund um das Verfahren seien mehrere Patente angemeldet, erklärte das Team um die BAL-Wissenschaftler Adam Wargacki, Effendi Leonard und Maung Nyan Win. Die Firma arbeitet unter anderem mit dem norwegischen Energiekonzern Statoil und mit dem US-Chemiekonzern DuPont zusammen.

wbr/dpa

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1. Endlich
dummbrummjewski 20.01.2012
Zitat von sysopBei der Suche nach Erdöl-Alternativen richtet sich der Blick aufs Meer: Algen könnten Bioethanol liefern, wenn sie nur gut zu verarbeiten wären. Nun berichtet ein Biotech-Unternehmen von einem wichtigen Fortschritt. Gentechnisch veränderte Bakterien haben den Seetang geknackt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,810155,00.html
Geil! Und wenn die Bakterien mal aus den Labors entkommen, ziehe ich an die Küste und fülle meine Spritkanister direkt aus dem Meer. Wer braucht schon Fische und die anderen Lebewesen, dann können wir endlich unseren ganzen Abfall im Meer versenken, Gewissensbisse wegen Zerstörung von Lebensräumen brauchen wir und dann nicht mehr machen. Es lebe die Gentechnik!
2.
BöHsling 20.01.2012
ich glaube, sie haben da eine etwas verdrehte vorstellung von der "funktionsweise" dieser bakterien. die algen werden durch die bakterien nur anerob (unter ausschluss von sauerstoff) zu ethanol verarbeitet. anerobe umgebung findet sich dort, wo diese algen wachsen, jedoch nicht. die bakterien arbeiten nach dem gleichen prinzip wie die von uns so geliebte bakterien, die unser pils alkoholisch machen und diese haben meines wissens noch nicht zum kollaps eines ökosystems beigetragen. und selbst wenn diese bakterien ethanol ins meer ausscheiden würden, würde dieser von anderen bakterien aerob (mit sauerstoff) zu CO2 weiterverarbeitet werden.
3. nicht ganz richtig
felisconcolor 20.01.2012
Zitat von BöHslingich glaube, sie haben da eine etwas verdrehte vorstellung von der "funktionsweise" dieser bakterien. die algen werden durch die bakterien nur anerob (unter ausschluss von sauerstoff) zu ethanol verarbeitet. anerobe umgebung findet sich dort, wo diese algen wachsen, jedoch nicht. die bakterien arbeiten nach dem gleichen prinzip wie die von uns so geliebte bakterien, die unser pils alkoholisch machen und diese haben meines wissens noch nicht zum kollaps eines ökosystems beigetragen. und selbst wenn diese bakterien ethanol ins meer ausscheiden würden, würde dieser von anderen bakterien aerob (mit sauerstoff) zu CO2 weiterverarbeitet werden.
aber fast. Unser Pils wir immer noch von Hefen alkoholisch gemacht und die verarbeiten den Zucker genauer den Malzzucker. Der beim mälzen aus den Kohlehydraten der Gerste entsteht. Da man Algen wohl nicht mälzen kann, braucht es eben Bakterien die den Allohol (hicks) direkt aus den Kohlehydraten herstellen können. Der Rest war schon ok. Kommen nämlich die armen Sklaventierchen mit Sauerstoff in Berührung gehen sie jämmerlich ein. Aber unserer Lieben Ökofreunde brauchen mal wieder ein kuscheliges Feindbild. Lassen wir ihnen die Freude. Wir wissen es besser. ;-)
4. Ach, das halt mal scho aus
cassandros 20.01.2012
Zitat von felisconcoloraber fast. Unser Pils wir immer noch von Hefen alkoholisch gemacht und die verarbeiten den Zucker genauer den Malzzucker. Der beim mälzen aus den Kohlehydraten der Gerste entsteht. Da man Algen wohl nicht mälzen kann, braucht es eben Bakterien die den Allohol (hicks) direkt aus den Kohlehydraten herstellen können. Der Rest war schon ok. Kommen nämlich die armen Sklaventierchen mit Sauerstoff in Berührung gehen sie jämmerlich ein. Aber unserer Lieben Ökofreunde brauchen mal wieder ein kuscheliges Feindbild. Lassen wir ihnen die Freude. Wir wissen es besser. ;-)
Na, so schlimm isses nich'. Escherichia coli ist fakultativ anaerob.
5. Danke für den Hinweis
felisconcolor 20.01.2012
Zitat von cassandrosNa, so schlimm isses nich'. Escherichia coli ist fakultativ anaerob.
Jetzt musste ich echt mal in die Wiki schauen. denn "fakultativ anaerob" erschloss sich mir nicht gleich auf Anhieb. Ok da bin ich mit den armen Tierchen wohl etwas hart umgegangen. Wobei Tierchen, wie ich grad lese, auch nicht ganz richtig ist.
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