Erst vor Kurzem hat die schwarz-gelbe Regierung entschieden, dass die Arbeiten tief im Berg des geplanten Atommülllagers Gorleben bald wieder anlaufen sollen. Der Weg bis zum Endziel dürfte aber noch lang und teuer werden - weil der Widerstand von Umweltschützern und Anwohnern ungebrochen ist.
Jetzt hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) offenbar vor, die Sicherheitsanforderungen für Gorleben zu senken. Das berichtete am Donnerstagabend das ARD-Magazin "Kontraste", das ich bei seinen Darstellungen auf einen internen Entwurf des Ministeriums bezog. Demnach sei ein Passus zur Rückholbarkeit von Strahlenmüll in dem überarbeiteten Entwurf komplett gestrichen worden.
Nach geltenden Sicherheitsanforderungen, so das Magazin "Kontraste", müsse eine Bergung radioaktiven Abfalls "noch nach 500 Jahren" möglich sein. Diese Textpassage, die der ehemalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel noch kurz vor Ende seiner Amtszeit hatte einfügen lassen, komme nun im neuen Entwurf nicht mehr vor.
Das Umweltministerium erklärte nach Angaben von "Kontraste", es gebe keinerlei zusätzlichen Forschungsbedarf zur Frage, ob Salz als Endlager für hoch radioaktiven Müll geeignet sei.
Am Freitag will der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) ein wissenschaftliches Gutachten zur Vorauswahl des Standortes Gorleben als Endlager vorstellen. Das Umweltministerium hatte die Studie bei dem Historiker Anselm Tiggemann in Auftrag gegeben. Dabei geht es um die Entscheidung für Gorleben als Atommülldeponie, die in den Jahren 1976 und 1977 getroffen wurde.
Die Wahl war unter anderem auf Gorleben gefallen, weil es im Emsland Aufruhr gegen ein dort vorgesehenes atomares Entsorgungszentrum gegeben hatte. Mit den Hintergründen der Gorleben-Entscheidung befasst sich auch ein Untersuchungsausschuss des Bundestages.
cib/dpa/ddp
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